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Mit „Planet She-Hulk: Kampf um die Krone“ schickt Panini Jennifer Walters alias She-Hulk auf ein ebenso ungewöhnliches wie unterhaltsames Weltraumabenteuer. Der Comicband verbindet Superhelden-Action mit Science-Fiction, politischen Machtspielen und natürlich einer ordentlichen Portion Humor. Statt sich auf der Erde mit Anwälten, Superschurken oder anderen Marvel-Helden herumzuschlagen, findet sich Jennifer auf dem fernen Planeten Sakaar En Nevo wieder – und muss dort feststellen, dass ihr eigentlich nur für fünf Tage geplanter Aufenthalt ganz anders verläuft als gedacht.


Jennifer Walters ist es gewohnt, schwierige Situationen zu meistern. Als brillante Anwältin kennt sie sich mit komplizierten Fällen aus und als She-Hulk verfügt sie über Kräfte, die sie zu einer der mächtigsten Heldinnen des Marvel-Universums machen. Als ihr Cousin Bruce Banner, besser bekannt als Hulk, sie bittet, für einige Tage auf Sakaar En Nevo für Frieden zu sorgen, klingt das zunächst nach einer überschaubaren Aufgabe. Schließlich soll Jennifer lediglich fünf Tage lang nach dem Rechten sehen. Doch natürlich wäre es kein echtes She-Hulk-Abenteuer, wenn alles nach Plan laufen würde.


Statt nach kurzer Zeit wieder zur Erde zurückzukehren, sitzt Jennifer auf Sakaar En Nevo fest. Und der Planet ist alles andere als ein friedlicher Ort. Hier gilt vor allem das Recht des Stärkeren, während sich verschiedene Parteien um Einfluss und Macht streiten. Besonders brisant wird die Situation, als der Kampf um den Thron endgültig eskaliert. Plötzlich befindet sich She-Hulk mitten in einem Machtkampf, bei dem es längst nicht mehr nur um politische Einflussnahme geht. Ein Blutbad droht, und Jennifer muss einmal mehr beweisen, dass ihre Stärke nicht allein in ihren Muskeln liegt.


Genau darin liegt eine der größten Stärken des Bandes. Jennifer Walters ist schließlich nicht einfach nur eine weibliche Variante des Hulk. Ihre juristische Ausbildung und ihre Fähigkeiten als Anwältin sind ein wesentlicher Bestandteil ihrer Persönlichkeit. Auch auf Sakaar En Nevo versucht sie deshalb, Konflikte nicht ausschließlich mit Gewalt zu lösen. Sie möchte Recht und Gerechtigkeit durchsetzen und verhindern, dass der Konflikt vollständig außer Kontrolle gerät. Gleichzeitig ist sie aber natürlich immer noch She-Hulk – und wenn die Situation eskaliert, darf man sich auf spektakuläre Auseinandersetzungen verlassen.


Die Kombination aus Anwältin und Superheldin funktioniert dabei ausgesprochen gut. Jennifer versucht, zwischen den verschiedenen Parteien zu vermitteln, muss gleichzeitig aber auch erkennen, dass auf einem Planeten wie Sakaar En Nevo andere Regeln gelten. Das sorgt für interessante Konflikte und gibt der Geschichte mehr Substanz, als es eine reine Aneinanderreihung von Kämpfen bieten könnte. She-Hulk muss sich mit politischen Interessen, Machtansprüchen und unterschiedlichen Vorstellungen von Gerechtigkeit auseinandersetzen.


Der Schauplatz selbst bietet dabei jede Menge Möglichkeiten. Sakaar En Nevo fühlt sich angenehm fremdartig an und unterscheidet sich deutlich von den typischen Schauplätzen, die man aus vielen She-Hulk-Geschichten kennt. Die außerirdische Welt bietet den Kreativen die Gelegenheit, neue Figuren, Kulturen und Konflikte einzuführen. Gleichzeitig entsteht dadurch ein Abenteuer, das sich wunderbar in das kosmische Marvel-Universum einfügt.


Für die Umsetzung zeichnet unter anderem Stephanie Phillips verantwortlich. Die Autorin ist Marvel-Lesern unter anderem durch ihre Arbeiten an „Daredevil“ bekannt und versteht es, Action mit charakterorientiertem Erzählen zu verbinden. Besonders gelungen ist ihr Umgang mit Jennifer Walters. She-Hulk wird nicht auf ihre körperliche Stärke reduziert, sondern darf ihre Intelligenz, ihren Humor und ihre moralische Haltung ausspielen. Dadurch bleibt sie auch in der völlig neuen Umgebung eine glaubwürdige Figur.


Unterstützt wird Phillips von Zeichner Aaron Kuder, der unter anderem an „Avengers Forever“ gearbeitet hat. Seine Zeichnungen passen hervorragend zu dem ungewöhnlichen Science-Fiction-Szenario. Sakaar En Nevo bietet ihm zahlreiche Möglichkeiten, fremdartige Landschaften, außerirdische Figuren und spektakuläre Actionszenen zu gestalten. Besonders in den größeren Kampfszenen kommt die Dynamik seiner Zeichnungen hervorragend zur Geltung. She-Hulk wirkt kraftvoll und präsent, ohne dass ihre Bewegungen statisch erscheinen.


Auch Emilio Laiso, bekannt durch seine Arbeiten an „Star Wars: Doktor Aphra“, gehört zum Kreativteam. Seine Erfahrung mit Science-Fiction-Welten kommt der Geschichte spürbar zugute. Gerade die Mischung aus kosmischem Abenteuer, exotischen Schauplätzen und Marvel-typischen Figuren funktioniert visuell sehr gut. Der Band besitzt dadurch eine eigene Atmosphäre und fühlt sich tatsächlich wie ein Abenteuer an, das weit entfernt von der Erde stattfindet.


Besonders positiv fällt auf, dass „Planet She-Hulk: Kampf um die Krone“ seine Geschichte nicht unnötig kompliziert gestaltet. Der zentrale Konflikt um den Thron ist leicht nachvollziehbar, gleichzeitig gibt es genügend Figuren und Interessen, um die Handlung abwechslungsreich zu gestalten. Jennifer befindet sich dabei ständig in einer Situation, in der sie mehrere Probleme gleichzeitig lösen muss. Sie soll Frieden bewahren, einen drohenden Krieg verhindern und gleichzeitig herausfinden, wem sie überhaupt vertrauen kann.


Das sorgt für ein angenehmes Erzähltempo. Der Band nimmt sich genügend Zeit, um seine Ausgangssituation zu etablieren, verliert sich aber nicht in langatmigen Erklärungen. Stattdessen wechseln sich Dialoge, Charakterentwicklung und Action sinnvoll ab. Gerade dadurch liest sich der Comic ausgesprochen flüssig.


Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Jennifer Walters war schon immer eine Figur, die sich von vielen anderen Marvel-Helden durch ihren selbstbewussten und teilweise augenzwinkernden Umgang mit schwierigen Situationen unterscheidet. Selbst wenn sie auf Sakaar En Nevo mit einer scheinbar aussichtslosen Situation konfrontiert wird, bleibt ihr Charakter erhalten. Das verhindert, dass die Geschichte zu düster oder zu ernst wird.


Gleichzeitig besitzt die Handlung durchaus dramatische Momente. Der drohende Machtkampf und die Gefahr eines Blutbads sorgen dafür, dass die Geschichte nicht ausschließlich als lockeres Weltraumabenteuer funktioniert. Jennifer muss Entscheidungen treffen, bei denen es tatsächlich um Leben und Tod geht. Ihre Vorstellung von Gerechtigkeit wird dabei immer wieder auf die Probe gestellt.


Interessant ist außerdem die Verbindung zu Bruce Banner. Auch wenn er nicht permanent im Mittelpunkt steht, bildet seine Bitte an Jennifer den Ausgangspunkt für das gesamte Abenteuer. Dass aus den ursprünglich vorgesehenen fünf Tagen ein wesentlich längerer Aufenthalt wird, passt wunderbar zum humorvollen Grundton der Geschichte. Jennifer wollte eigentlich nur kurz aushelfen – und findet sich stattdessen in einem intergalaktischen Machtkampf wieder.


„Planet She-Hulk: Kampf um die Krone“ ist damit ein schönes Beispiel dafür, wie vielseitig eine etablierte Marvel-Figur eingesetzt werden kann. Jennifer Walters funktioniert sowohl auf der Erde als Anwältin als auch als Superheldin und kann offenbar ebenso überzeugend in ein kosmisches Science-Fiction-Abenteuer gesteckt werden. Gerade diese ungewöhnliche Kombination macht den Band interessant.


Enthalten sind die sechs Ausgaben von „Planet She-Hulk“ (2026) #1–6, sodass Leserinnen und Leser hier einen abgeschlossenen Handlungsbogen in einem Band erhalten. Das macht die Veröffentlichung besonders attraktiv für alle, die nicht mehrere Einzelhefte zusammensuchen möchten. Gleichzeitig eignet sich der Band natürlich auch für Fans, die She-Hulk bisher vielleicht hauptsächlich aus anderen Marvel-Medien kennen und ihre Comicabenteuer näher kennenlernen möchten.


Panini liefert mit „Planet She-Hulk: Kampf um die Krone“ somit ein unterhaltsames Marvel-Abenteuer ab, das seine Hauptfigur in eine ungewohnte Umgebung versetzt und gerade daraus seinen Reiz zieht. Die Geschichte verbindet Superhelden-Action mit Science-Fiction, politischen Machtspielen und dem typischen She-Hulk-Humor. Jennifer Walters darf dabei sowohl ihre Fäuste als auch ihren Verstand einsetzen – und genau diese Kombination macht die Figur so sympathisch.


Fazit: 

„Planet She-Hulk: Kampf um die Krone“ ist ein abwechslungsreicher und unterhaltsamer Marvel-Comic, der She-Hulk auf eine spannende Reise in die Weiten des Alls schickt. Die Geschichte bietet ausreichend Action, einen interessanten Machtkampf und eine Heldin, die nicht jede Auseinandersetzung mit roher Gewalt lösen möchte. Stephanie Phillips, Aaron Kuder und Emilio Laiso harmonieren als Kreativteam hervorragend und sorgen dafür, dass sowohl die Handlung als auch die visuelle Umsetzung überzeugen. Wer She-Hulk mag und Lust auf ein etwas anderes Marvel-Abenteuer hat, bekommt mit diesem bei Panini erschienenen Band eine gelungene Mischung aus Superheldencomic und kosmischer Science-Fiction geboten. Besonders die Tatsache, dass der komplette Handlungsbogen „Planet She-Hulk“ #1–6 enthalten ist, macht den Band zu einer empfehlenswerten Lektüre für Marvel-Fans.