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Rezension: Batman Klassiker – Die Legende von Batman


Len Wein, John Byrne, Jim Aparo u. a. | Panini Comics | Großformat


Es gibt Comicbände, die man als reines Vergnügen für eingefleischte Fans einstuft, und solche, die tatsächlich etwas über eine Figur aussagen – über das, was sie ausmacht, woher sie kommt und warum sie seit Jahrzehnten nicht an Faszination verliert. Die Legende von Batman gehört erfreulicherweise zur zweiten Kategorie.


Der Einstieg ist klassisch und wirkungsvoll zugleich: In die Bat-Höhle wird eingebrochen. Ein unbekannter Täter stiehlt einen Gegenstand von tief persönlichem Wert für Bruce Wayne und hinterlässt eine klare Botschaft – er will Batman vernichten. Was nach einem gewöhnlichen Auftakt klingt, entpuppt sich als cleverer erzählerischer Rahmen, der den Dunklen Ritter auf eine Reise in seine eigene Vergangenheit schickt. Die Suche nach dem Dieb wird zum Anlass, die prägendsten Begegnungen in Batmans Leben noch einmal zu durchleuchten: die ersten Schritte mit Alfred, die komplizierte Beziehung zu Commissioner Gordon, die Aufnahme von Robin in das Doppelleben des Rächers, aber auch die erschütternden Momente mit dem Joker und dem Mörder seiner Eltern.


Autor Len Wein, einer der großen Handwerker des Superhelden-Comics, versteht es meisterhaft, diese Episoden so zu verweben, dass sie nie wie bloße Rückblenden wirken, sondern wie lebendige Teile eines größeren Puzzles. Die Ursprungsgeschichten der wichtigsten Figuren aus Batmans Umfeld – darunter Dick Grayson als erster Robin und Barbara Gordon als Batgirl – sind mit echtem Gespür für dramatische Wirkung erzählt, ohne in sentimentale Schwere zu verfallen.


Zeichnerisch ist dieser Band ein wahres Fest. Jim Aparo, der definitive Batman-Zeichner der 1980er Jahre, prägt weite Teile des Bandes mit seinem unverkennbaren Stil: kraftvoll, präzise, mit einer Düsternis, die nie ins Übertriebene kippt. Seine Figuren strahlen Gewicht und Würde aus, selbst in den schnellsten Actionmomenten. John Byrne ergänzt das Ensemble mit seinen charakteristisch klaren Linien und einem Sinn für kompositorische Eleganz. Dass beide Stile nebeneinander existieren, funktioniert besser als erwartet – nicht zuletzt, weil die verschiedenen Kapitel ohnehin in sich abgeschlossene Zeitabschnitte darstellen und der Wechsel somit dramaturgisch sinnvoll eingebettet ist.


Ein besonderes Highlight sind die Originalcover von José Luis García-López, einer der stilprägenden Figuren im DC-Kosmos der 1970er und 80er Jahre. Seine Illustrationen besitzen eine zeitlose Eleganz und erinnern daran, warum Comiccover einst als eigenständige Kunstform galten. Im Großformat kommen sie nun besonders eindrucksvoll zur Geltung – das ist eine der klügsten Entscheidungen dieser Ausgabe.


Überhaupt rechtfertigt das großformatige Erscheinungsbild des Bandes seine Existenz allein schon durch die schiere Qualität der Zeichnungen, denen man nun endlich den Raum gönnt, den sie verdienen. Linien, Schattierungen und Seitenarchitektur wirken in dieser Präsentation auf eine Weise, die in Standardgröße so nicht möglich wäre.


Wenn es einen Einwand gibt, dann diesen: Wer mit Batmans Geschichte noch gar nicht vertraut ist, könnte die Vielzahl an Figuren und Zeitebenen zunächst als herausfordernd empfinden. Doch das ist eine kleine Einschränkung angesichts der Fülle, die dieser Band bietet. Für alle, die Batman kennen und lieben – oder ihn besser kennenlernen wollen –, ist Die Legende von Batman eine rundum gelungene Hommage an eine der faszinierendsten Figuren der Comicgeschichte.


Fazit: 

Ein würdiger Klassikerband im großen Format, der erzählerische Substanz mit zeichnerischer Klasse vereint. Len Weins Geschichte, Aparos unverwechselbare Linien und García-Lópezs majestätische Cover machen diesen Band zu einem echten Schatz für Batman-Liebhaber jeden Alters.