Wer schon immer davon geträumt hat, eine eigene Stadt zu erschaffen, Straßen zu planen, Wohngebiete aus dem Boden zu stampfen und eine riesige Metropole zu verwalten, kommt an Cities: Skylines kaum vorbei. Die Städtebausimulation von Colossal Order hat sich über die Jahre zu einer beliebten Alternative zu klassischen Aufbau- und Wirtschaftssimulationen entwickelt. Mit der Cities: Skylines – Expanded Edition findet das Spiel nun auch seinen Weg auf die Nintendo Switch 2. Dabei handelt es sich nicht einfach nur um eine Neuveröffentlichung der bisherigen Switch-Version, sondern um eine überarbeitete Fassung, die mit verbesserter Technik, zusätzlichen Baumöglichkeiten und zahlreichen bereits enthaltenen Erweiterungen überzeugen möchte.
Das Spielprinzip ist schnell erklärt, bietet aber eine enorme spielerische Tiefe. Zu Beginn steht dir ein überschaubares Stück Land zur Verfügung, auf dem du deine ersten Straßen anlegst und die Grundlagen für eine funktionierende Stadt schaffst. Wohngebiete, Gewerbeflächen und Industrie müssen sinnvoll miteinander verbunden werden, damit sich neue Einwohner niederlassen und Unternehmen ansiedeln können. Doch mit dem Wachstum steigen auch die Anforderungen. Strom, Wasser, Abwasserentsorgung, Müllabfuhr und öffentliche Verkehrsmittel müssen zuverlässig funktionieren. Hinzu kommen Schulen, Krankenhäuser, Polizeistationen und Feuerwehren, die für das Wohlergehen deiner Bevölkerung unverzichtbar sind. Eine Stadt entsteht schließlich nicht allein dadurch, dass man möglichst viele Gebäude nebeneinander platziert. Vielmehr musst du dafür sorgen, dass sämtliche Bereiche miteinander harmonieren und deine Einwohner ein angenehmes Leben führen können.
Besonders spannend wird es, wenn die eigene Stadt langsam wächst und sich aus einer kleinen Siedlung eine richtige Metropole entwickelt. Dabei solltest du stets die Finanzen im Auge behalten, denn sämtliche Einrichtungen und Dienstleistungen verursachen laufende Kosten. Steuern lassen sich zwar anpassen, doch zu hohe Abgaben können schnell für Unzufriedenheit sorgen. Auch die Verkehrsplanung spielt eine entscheidende Rolle. Zu wenige Straßen, ungünstige Kreuzungen oder schlecht angebundene Industriegebiete können dafür sorgen, dass sich kilometerlange Staus bilden. Deshalb lohnt es sich, frühzeitig ein durchdachtes Verkehrssystem aufzubauen. Busse, Straßenbahnen und weitere öffentliche Verkehrsmittel helfen dabei, den Individualverkehr zu reduzieren und die verschiedenen Stadtteile miteinander zu verbinden. Gerade diese zahlreichen ineinandergreifenden Systeme machen den besonderen Reiz der Simulation aus.
Die Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung gehören ebenfalls zu den großen Stärken. Du entscheidest selbst, wie deine Stadt aussehen soll, welche Stadtteile entstehen und wo sich Industrie, Gewerbe und Wohngebiete befinden. Ob eine moderne Großstadt mit imposanten Hochhäusern, eine beschauliche Küstenstadt oder ein weitläufiges Industriezentrum – deiner Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Mit der Expanded Edition wird dieser Gestaltungsspielraum nochmals deutlich erweitert. Statt der ursprünglichen Begrenzung auf neun bebaubare Felder stehen dir nun insgesamt 25 Felder zur Verfügung. Dadurch kannst du deine Stadt wesentlich großzügiger planen und auch weitläufigere Verkehrsnetze, neue Stadtteile und zusätzliche Industriegebiete verwirklichen. Gerade für Spieler, die gerne langfristig planen und ihre Metropole immer weiter wachsen lassen möchten, ist diese Erweiterung eine sinnvolle Verbesserung.
Eine weitere interessante Neuerung ist der integrierte Karteneditor. Damit kannst du bereits vor dem eigentlichen Spielstart eigene Landschaften und Karten erstellen beziehungsweise vorhandene Gebiete anpassen. Das eröffnet zusätzliche Möglichkeiten, denn die Ausgangsbedingungen lassen sich stärker an die eigenen Vorstellungen anpassen. Auch bei der eigentlichen Stadtplanung wurde nachgebessert. Präzisere Platzierungsoptionen, eine Distanzanzeige und verbesserte Ausrichtungsfunktionen erleichtern das Errichten von Straßen und Gebäuden. Gerade bei komplizierteren Bauvorhaben ist es hilfreich, wenn sich einzelne Elemente genauer positionieren lassen. Mit dem Schnellauswahl-Werkzeug kannst du außerdem schneller zwischen wichtigen Werkzeugen und Bauelementen wechseln, wodurch sich der Spielfluss angenehmer gestaltet.
Auch optisch hat sich gegenüber der ursprünglichen Switch-Fassung einiges getan. Die Nintendo Switch 2 bietet die Möglichkeit, zwischen zwei unterschiedlichen Grafikmodi zu wählen. Im Leistungsmodus wird eine Bildrate von bis zu 60 Bildern pro Sekunde angestrebt, wobei die Darstellung durch Upscaling und angepasste Qualitätseinstellungen optimiert wird. Wer hingegen eine möglichst hochwertige Bilddarstellung bevorzugt, kann den Qualitätsmodus mit angestrebten 30 Bildern pro Sekunde wählen. Die Unterschiede sind gerade bei einer umfangreichen Städtebausimulation interessant, denn während eine flüssige Darstellung bei der Navigation und beim Verwalten der Stadt hilfreich ist, sorgt eine höhere Bildqualität für eine schönere Präsentation der eigenen Bauwerke. Zusätzlich lassen sich über ein Umgebungsmenü verschiedene atmosphärische Einstellungen verändern. Tageszeit, Regen, Nebel und die Farbgebung der Umgebung können in Echtzeit angepasst werden. Dadurch lässt sich die eigene Stadt auch optisch immer wieder anders in Szene setzen.
Bei der Steuerung wurde ebenfalls an Verbesserungen gedacht. Die Bedienung über den Controller bleibt zwar das zentrale Element, allerdings unterstützt die Switch-2-Version zusätzlich Maus und Tastatur. Gerade bei einem Spiel, das zahlreiche Menüs, Unterpunkte und detaillierte Bauwerkzeuge bietet, kann diese Möglichkeit durchaus hilfreich sein. Die Verwaltung einer komplexen Stadt erfordert schließlich regelmäßige Eingriffe in unterschiedliche Bereiche. Allerdings bleibt Cities: Skylines grundsätzlich eine Simulation, bei der man sich zunächst mit den zahlreichen Funktionen und Möglichkeiten vertraut machen muss. Wer bisher wenig Erfahrung mit dem Genre gesammelt hat, sollte deshalb etwas Geduld mitbringen. Die vielen Verwaltungsoptionen können gerade am Anfang überwältigend wirken. Hat man die grundlegenden Zusammenhänge jedoch verstanden, entwickelt sich schnell ein angenehmer Spielfluss, bei dem man gerne noch ein weiteres Wohngebiet errichtet oder die nächste Verkehrsverbindung optimiert.
Ein großer Pluspunkt der Expanded Edition ist der umfangreiche Lieferumfang. Insgesamt sind zehn Erweiterungen und Inhaltspakete enthalten. Dazu gehören die großen Erweiterungen After Dark, Snowfall, Green Cities und Sunset Harbor. Während After Dark unter anderem das Nachtleben und touristische Angebote erweitert, bringt Snowfall winterliche Bedingungen ins Spiel. Green Cities richtet den Blick stärker auf umweltfreundliche Stadtentwicklung, während Sunset Harbor zusätzliche Möglichkeiten rund um Fischerei, Wassertransport und öffentliche Verkehrsmittel bietet. Ergänzt wird das Paket durch Map Pack 3, Country Road, Pearls from the East, Deep Focus Radio, Carols, Candles & Candy sowie Match Day. Dadurch stehen dir bereits von Beginn an zahlreiche zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten und Inhalte zur Verfügung, die den Umfang der Simulation deutlich vergrößern.
Natürlich ist auch die grundsätzliche Spielidee weiterhin eine der größten Stärken. Cities: Skylines verlangt nicht, dass du möglichst schnell bestimmte Ziele erreichst. Stattdessen kannst du dir deine eigenen Aufgaben stellen und in deinem Tempo arbeiten. Manchmal besteht die Herausforderung darin, eine Verkehrsproblematik zu lösen, manchmal möchtest du einfach nur ein neues Wohnviertel erschaffen oder deine Innenstadt weiter verschönern. Besonders motivierend ist dabei die Beobachtung, wie sich die eigene Stadt entwickelt und auf deine Entscheidungen reagiert. Gleichzeitig können kleine Fehlplanungen später erhebliche Konsequenzen haben. Wer beispielsweise bei der Verkehrsplanung zu nachlässig ist, muss unter Umständen ganze Stadtteile umbauen, um die Probleme wieder in den Griff zu bekommen. Genau diese Mischung aus kreativer Freiheit, wirtschaftlicher Verantwortung und langfristiger Planung sorgt für einen enormen Wiederspielwert.
Fazit:
Cities: Skylines – Expanded Edition ist eine gelungene Gelegenheit, die beliebte Städtebausimulation auf der Nintendo Switch 2 zu erleben. Die Möglichkeit, nun 25 statt neun Felder zu bebauen, der Karteneditor und die verbesserten Bauwerkzeuge erweitern die ohnehin schon umfangreichen Gestaltungsmöglichkeiten sinnvoll. Dazu kommen die beiden Grafikmodi, die Unterstützung von Maus und Tastatur sowie zehn enthaltene Erweiterungen und Inhaltspakete, die für reichlich Beschäftigung sorgen. Natürlich bleibt das grundlegende Spielprinzip unverändert, und gerade Neueinsteiger müssen sich zunächst in die zahlreichen Verwaltungsfunktionen einarbeiten. Wer allerdings Freude an komplexen Aufbausimulationen hat, wird hier schnell zahlreiche Stunden verbringen können. Besonders die Kombination aus kreativer Freiheit und anspruchsvoller Stadtverwaltung macht den Reiz aus. Die Expanded Edition ist damit ein umfangreiches Gesamtpaket, das auf der Switch 2 eine überzeugende Grundlage für den Aufbau der eigenen Traumstadt bietet. Wer die ursprüngliche Switch-Version bereits besitzt, sollte die Verbesserungen allerdings gegen den erneuten Kauf abwägen. Für Neueinsteiger ist diese Fassung hingegen die interessante Möglichkeit, direkt mit dem erweiterten Inhaltspaket loszulegen.