LEGO Pokémon 72164 – SMART Play: Trainingshaus mit Pikachu


Ein Pikachu, das zurückspricht


Bausets mit Lizenz gibt es viele, Bausets, die auf das Spielverhalten ihrer Besitzer reagieren, dagegen noch nicht sehr lange. Mit dem Trainingshaus mit Pikachu (72164) greift LEGO die Technik des 2026 gestarteten SMART-Play-Systems auf und verbindet sie mit einer der beliebtesten Marken der Popkultur. Das Ergebnis ist ein All-in-1-Set für Kinder ab sechs Jahren, das den klassischen Bauspaß um eine elektronische Ebene erweitert, ohne dass dafür ein Bildschirm nötig wäre. Für Eltern, Sammler und Pokémon-Fans lohnt sich deshalb ein genauerer Blick darauf, was hinter dem Etikett »interaktiv« steckt und ob sich der Preis rechtfertigen lässt.


Das SMART-Play-System: Technik im Stein


Das Herzstück des Sets ist der SMART Brick, ein elektronischer Baustein, der im Set direkt in die Pikachu-Figur eingebaut wird. Er nimmt wahr, wie Kinder die Figur bewegen und damit spielen, und lässt das Pokémon mit Licht- und Soundeffekten reagieren. Dazu kommen vier SMART Tags, die als Auslöser fungieren: Nähert sich Pikachu einem dieser Tags, antwortet der Stein mit passenden Klängen und Lichtern. Dem Hersteller zufolge lässt sich damit etwa das Training an einer Trainingsattrappe nachspielen, außerdem kann Pikachu mit einem Sandwich gefüttert werden, und wer mit dem Pokéball das Ziel trifft, bringt ein Pokémon im hohen Gras zum Vorschein. Der SMART Brick hält bei voller Ladung etwa 45 Minuten und wird über das mitgelieferte SMART Ladegerät wieder aufgeladen. Wichtig für Sammler und Familien: Er ist mit anderen SMART-Play-Sets kompatibel, sodass die Investition nicht an ein einziges Set gebunden ist.


Inhalt und Verpackung


In der Box, die rund 38 mal 26 Zentimeter misst und knapp über ein Kilogramm auf die Waage bringt, befinden sich 400 Teile, die eine baumhausartige Trainingsstation sowie die Pikachu-Figur ergeben, dazu der SMART Brick, das Ladegerät und die vier Tags. Das Set stammt aus dem Jahr 2026 und wurde von Dan Squirrell und Joel Baker entworfen. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 69,99 Euro, im Handel finden sich bereits Angebote im Bereich von etwa 55 bis 65 Euro. Die Verpackung wendet sich klar an Kinder und Geschenkkäufer, denn sie stellt die Figur und das Zusammenspiel von Bau und Spiel in den Vordergrund.
Aufbau


Mit rund einer Stunde Bauzeit ist das Set für die empfohlene Altersgruppe gut zu bewältigen und nimmt der Bauphase nicht die Spannung, die sie bei einem Set dieser Größe haben sollte. 400 Teile sind genug, um ein Spielumfeld mit mehreren Stationen zu errichten, aber wenig genug, um Kinder im Grundschulalter nicht zu überfordern. Der Bau ist damit weniger als anspruchsvolle Bastelaufgabe zu verstehen, sondern als Einstieg in das Spiel, das im Anschluss beginnt. Ein Sonderfall ist der Einbau des SMART Bricks in die Figur, bei dem man als Elternteil vermutlich zumindest beim ersten Mal danebenstehen wird.


Spielwert und Interaktion


Der eigentliche Reiz liegt in der Idee, dass das Spielzeug auf das Spiel reagiert und nicht umgekehrt. Kinder führen Pikachu zu den Stationen, und das Set antwortet mit akustischen und optischen Signalen, wodurch Rollenspiele, Duelle und kleine Abenteuer Unterstützung erhalten, ohne dass ein Display die Aufmerksamkeit bindet. Das ist ein pädagogisch und praktisch nicht zu unterschätzender Punkt, denn viele Eltern sehen elektronisches Spielzeug kritisch, wenn es Kinder vor Bildschirme setzt. Hier bleibt das Spiel körperlich und kann gemeinsam mit anderen stattfinden. Zugleich hängt der langfristige Reiz davon ab, wie vielfältig die Reaktionen des SMART Bricks tatsächlich ausfallen, denn mit vier Tags ist der Kreis der Auslöser überschaubar. Erweiterungen mit weiteren SMART-Play-Sets sind möglich, kosten aber selbstverständlich extra.


Die App


Ergänzt wird das Set durch die LEGO SMART Assist App. Sie hilft bei den ersten Schritten, bei Störungen und beim Einstellen der Lautstärke und ermöglicht Updates für den SMART Brick. Zusätzlich lässt sich in der App das eingebaute Mikrofon für potenzielle künftige Funktionen aktivieren. Wer Wert auf Datenschutz legt, sollte diesen Punkt bewusst zur Kenntnis nehmen und selbst entscheiden, ob und wann er das Mikrofon freischaltet. Positiv ist, dass die App zum Spielen selbst nicht zwingend erforderlich erscheint, sondern eher als Helfer im Hintergrund dient.
Preis und Leistung


Bei einer UVP von knapp 70 Euro für 400 Teile liegt der Preis pro Stein deutlich über dem, was man bei klassischen LEGO-Sets gewohnt ist. Das relativiert sich, sobald man berücksichtigt, dass in der Box ein Elektronikbaustein samt Ladegerät und Tags steckt und die Figur lizenziert ist. Wer den Preis ausschließlich am Steinvolumen misst, wird kritisch bleiben, wer das Set als Einstiegspaket ins SMART-Play-System begreift, bekommt die nötige Basis für spätere Erweiterungen. Zu den Straßenpreisen von rund 55 Euro gewinnt das Angebot deutlich an Attraktivität, und wer nicht sofort zuschlagen muss, kann Preisentwicklungen abwarten.


Fazit


Das Trainingshaus mit Pikachu ist ein sympathisches Einsteigerset, das den Bau mit einer elektronischen Spielebene verbindet und dabei ohne Bildschirm auskommt. Es richtet sich an Kinder ab sechs Jahren, an Pokémon-Fans und an Familien, die das SMART-Play-System kennenlernen möchten. Wer klassische Bauqualität und großen Steinumfang zum kleinen Preis sucht, wird im Regal fündig, wer ein Geschenk mit Spielwert sucht, macht mit diesem Set wenig falsch. Die Kompatibilität mit weiteren SMART-Play-Sets spricht dafür, das Set als Basis für ein wachsendes Spielsystem zu betrachten.