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Star Wars: Grievous

Star Wars: Grievous – Panini widmet dem gefürchteten Cyborg-General ein eigenes Kapitel


Mit „Star Wars: Grievous" bringt Panini den deutschen Ableger der US-Reihe „Hyperspace Stories" auf den Markt, die bei Dark Horse Comics jeweils einzelnen, in sich abgeschlossenen Geschichten rund um markante Figuren der Saga gewidmet ist. Nach vorangegangenen Bänden über andere Charaktere widmet sich dieser Einzelband nun General Grievous, dem berüchtigten Cyborg-Anführer der Droidenarmee, und siedelt seine Handlung in den frühen Tagen der Klonkriege an. Geschrieben wurde die Geschichte vom vielfach ausgezeichneten Autor Michael Moreci, der bereits an anderen Star-Wars-Comics wie „The Bad Batch – Ghost Agents" mitwirkte, während der brasilianische Zeichner Caio Filipe, bekannt aus „The High Republic Adventures", für die Bildgestaltung verantwortlich zeichnet.


Auftrag im Dschungel


Die Handlung beginnt auf Serenno, wo Count Dooku seinen Cyborg-General herausfordert, sich seiner wahren Identität zu stellen und sie anzunehmen. Als Prüfung schickt er Grievous allein auf den abgelegenen Dschungelplaneten Katou, wo dessen Auftrag zunächst simpel erscheint: Die einheimischen Hirtenvölker sind der mechanisierten Bedrohung schutzlos ausgeliefert, und Grievous soll für gezielte Unruhe sorgen, um Streitkräfte der Republik anzulocken. Für den Cyborg, dessen Hass auf die Republik und insbesondere auf die Jedi tief verwurzelt ist, ist dies zugleich eine willkommene Gelegenheit, sich vor seinem Sith-Meister zu beweisen. Als jedoch der Jedi-Ritter Cardiff Baye mit seinem Klontruppen-Bataillon eintrifft, zieht sich Grievous in den Dschungel zurück und verwandelt die offene Konfrontation in ein angespanntes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem er seine Beute aus dem Verborgenen heraus jagt.


Ein neuer Jedi als Gegenpol


Besonders hervorzuheben ist die Figur des Cardiff Baye, die dem Band eine willkommene erzählerische Frische verleiht. Anders als viele Jedi-Charaktere zeichnet sich Baye durch eine humorvolle, beinahe selbstironische Art aus – so bezeichnet er sich selbst scherzhaft als jenen Jedi, dem durch Anakin Skywalkers Aufstieg endlich der Titel des arrogantesten Ordensmitglieds abgenommen wurde. Zugleich ist er aber auch ein zutiefst spiritueller Charakter, der seinen Klonsoldaten offen von seinem Vertrauen in die Macht erzählt. Gerade dieser Glaube, weniger seine Fähigkeiten mit dem Lichtschwert, entwickelt sich im Verlauf der Geschichte zur eigentlichen Herausforderung für Grievous.


Grievous zwischen Monster und Krieger


Moreci gelingt es, den Cyborg-General in einer frühen, noch unsicheren Phase seiner Karriere als Anführer der Separatisten-Armee zu zeigen: Er führt mit unangefochtener Autorität, ist zugleich aber Dooku unterworfen; er gilt als geschickter Krieger und Stratege, wird von seinen Gegnern jedoch als gedankenloses Monster wahrgenommen. Zu diesem Zeitpunkt führt er noch ein einzelnes Lichtschwert statt der ikonischen vier Klingen späterer Auftritte, was seine Entwicklung innerhalb der Geschichte zusätzlich unterstreicht. Angedeutet, aber nicht vertieft wird dabei sein früheres Leben als Kriegsherr vor seiner Verwandlung in einen Cyborg – ein Aspekt, der interessierten Leserinnen und Lesern zwar Stoff zum Nachdenken liefert, dessen fehlende Vertiefung aber zugleich als verpasste Gelegenheit empfunden werden kann, dem Titelhelden noch mehr erzählerisches Gewicht zu verleihen.


Erzählerischer Bogen und Zeichenstil


Insgesamt entfaltet sich die Geschichte mit einem soliden dramaturgischen Aufbau, der stellenweise an eine Episode der Zeichentrickserie „The Clone Wars" erinnert: temporeiche Actionsequenzen und Begegnungen mit gefährlicher Fauna wechseln sich mit ruhigeren Momenten der Reflexion und Selbstbetrachtung ab, aus denen sowohl Grievous als auch Baye am Ende etwas für sich mitnehmen. Caio Filipes Zeichnungen fangen dabei die klaustrophobische Bedrohlichkeit des Dschungelplaneten überzeugend ein und verleihen insbesondere den nächtlichen Verfolgungsszenen eine bedrückende Atmosphäre.


Fazit


„Grievous" ist ein rundum gelungener, in sich geschlossener Ausflug in die Klonkriegs-Ära, der sowohl eingefleischten Fans des Cyborg-Generals als auch Leserinnen und Lesern, die einfach eine spannungsgeladene Star-Wars-Geschichte suchen, viel zu bieten hat. Die größte Stärke liegt im Zusammenspiel der beiden ungleichen Kontrahenten, während sich bei der Vertiefung von Grievous' eigener Vorgeschichte durchaus noch mehr erzählerisches Potenzial vermuten lässt. Wer die Klonkriege-Ära der Saga schätzt, macht mit diesem Band nichts falsch.