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Mit Demons’ Night Fever erwartet dich ein ungewöhnliches Strategie-Rollenspiel, das klassische rundenbasierte Kämpfe mit schwarzem Humor, einer abgedrehten Geschichte und einem ziemlich ungewöhnlichen Umgang mit den eigenen Verbündeten verbindet. Statt auf eine typische Heldengeschichte zu setzen, schlägt das Spiel einen deutlich schrägeren Weg ein und stellt dabei die Frage, wie weit man für die eigene Macht gehen würde.


Im Mittelpunkt der Geschichte steht Giga Super Death, ein teuflisches Wesen, das beinahe Gott besiegt hätte. Doch anstatt seinen Triumph auszukosten, wird der mächtige Dämon in ein Baby verwandelt. Damit beginnt der Plan, seine ursprüngliche Stärke zurückzugewinnen. Das entsprechende Wiederbelebungsprogramm trägt den Namen DEMONS’ NIGHT FEVER und führt den eher düsteren Killshiro Katanaka in ein Ritual, das sein Leben gehörig auf den Kopf stellt. Zwischen den beiden entsteht ein Pakt, durch den sie gemeinsam versuchen, die verlorene Macht zurückzuerlangen und den falschen Gott zu stürzen. Die Handlung nimmt dabei nur selten den klassischen Weg und setzt lieber auf groteske Situationen, überzeichnete Figuren und einen bewusst respektlosen Humor.


Das Herzstück des Spiels sind die taktischen Auseinandersetzungen auf einem Raster. Wie bei anderen Strategie-Rollenspielen kommt es darauf an, die eigenen Einheiten sinnvoll zu positionieren, Angriffe zu planen und die jeweiligen Fähigkeiten möglichst effektiv einzusetzen. Allerdings unterscheidet sich Demons’ Night Fever in einem wichtigen Punkt von vielen Genrevertretern: Du kontrollierst in erster Linie Killshiro, während sich seine Untergebenen weitgehend eigenständig auf dem Schlachtfeld bewegen. Dadurch entsteht eine ungewöhnliche Mischung aus direkter taktischer Planung und begrenzter Kontrolle über die eigene Truppe.


Besonders auffällig ist das sogenannte Peon Exploitation System. Die eigenen Untergebenen dienen nicht nur als Unterstützung im Kampf, sondern können auch geopfert werden, um mächtige Fähigkeiten auszulösen. Mit den sogenannten Kill Skills lassen sich Gegner unter Druck setzen und Angriffe entfesseln, die ohne entsprechende Opfer nicht möglich wären. Dieses System passt zum zynischen Grundton des Spiels und sorgt für Momente, in denen du abwägen musst, ob der Verlust einer Einheit den erhofften Vorteil tatsächlich wert ist. Gleichzeitig kann die Mechanik gewöhnungsbedürftig sein. Wer seine Truppen gerne vollständig kontrolliert und jede Aktion exakt vorausplant, dürfte sich zunächst umstellen müssen.


Auch die Weiterentwicklung der eigenen Streitmacht spielt eine wichtige Rolle. Durch verschiedene Aktionen und Regelverstöße sammelst du Perverse Points, mit denen sich neue Verbesserungen freischalten lassen. Darüber hinaus kannst du deine Möglichkeiten durch Entführungen und Plünderungen erweitern. Das Spiel belohnt damit nicht unbedingt ein heldenhaftes Vorgehen, sondern ermutigt dazu, möglichst skrupellos zu handeln. Die eigenen Untergebenen lassen sich zudem weiterentwickeln und durch entsprechende Mechaniken verstärken, sodass auch aus zunächst schwachen Einheiten mit der Zeit nützliche Kämpfer werden können.


Die einzelnen Kapitel sorgen dafür, dass sich die Geschichte nicht dauerhaft auf dieselbe Art von Szenario beschränkt. Immer wieder verändert sich die Ausrichtung der Handlung, wobei unter anderem Super Rangers und Magical Girls aufgegriffen werden. Diese bewusst überzeichneten Elemente passen zum eigenwilligen Stil des Spiels und sorgen für Abwechslung. Gleichzeitig bleibt der Humor Geschmackssache. Wer mit überdrehten Figuren, absurden Situationen und einer bewusst provokanten Inszenierung wenig anfangen kann, wird mit der Erzählweise vermutlich nicht warm werden.


Optisch setzt Demons’ Night Fever auf einen Anime-inspirierten Stil. Die Figurenillustrationen wissen mit ihrem ausdrucksstarken Design zu gefallen und unterstreichen die schräge Atmosphäre der Geschichte. Die dreidimensionalen Kämpfe fallen dagegen etwas schlichter aus. Sie erfüllen ihren Zweck, erreichen aber nicht ganz die visuelle Wirkung, die man sich angesichts der auffälligen Charakterzeichnungen wünschen könnte. Insgesamt besitzt das Spiel dennoch einen eigenen Wiedererkennungswert, auch wenn die Präsentation nicht in allen Bereichen gleichermaßen überzeugt.


Die Musik unterstützt die ungewöhnliche Stimmung und ergänzt die überzeichnete Welt passend. Mit dem Titelsong „Dropout“ von syudou erhält das Spiel zudem einen musikalischen Akzent, der gut zum eigenwilligen Charakter des Abenteuers passt. Die Sprachausgabe ist auf Englisch und Japanisch verfügbar. Bei den Bildschirmtexten gibt es allerdings eine Einschränkung: Deutsch wird nicht unterstützt. Wer die Geschichte und die verschiedenen Spielsysteme vollständig verstehen möchte, sollte daher mit einer der angebotenen Sprachen zurechtkommen.


Gerade bei den Spielmechaniken zeigt sich, dass Demons’ Night Fever nicht immer so zugänglich ist, wie es sein ungewöhnlicher Ansatz zunächst vermuten lässt. Die Vielzahl an Systemen, Menüs und Verbesserungsmöglichkeiten kann anfangs überfordern. Auch die eingeschränkte Kontrolle über die eigenen Untergebenen sorgt nicht immer für befriedigende taktische Entscheidungen. Manche Gefechte können sich dadurch weniger strategisch anfühlen, als es das Genre eigentlich verspricht. Hinzu kommt, dass sich bestimmte Abläufe mit der Zeit wiederholen und die Kämpfe nicht durchgehend neue Herausforderungen bieten.


Trotz dieser Schwächen besitzt das Spiel eine interessante Grundidee. Die Möglichkeit, eigene Einheiten für besonders starke Angriffe zu opfern, hebt es von vielen anderen Strategie-Rollenspielen ab. Zusammen mit der abgedrehten Geschichte und dem schwarzen Humor entsteht ein Titel, der bewusst aus der Reihe tanzt und sich nicht allzu ernst nimmt. Allerdings hätte es dem Spiel gutgetan, seine zahlreichen Systeme verständlicher zu erklären und dem Spieler mehr Einfluss auf das Verhalten der eigenen Truppe zu geben.


Fazit: 

Demons’ Night Fever ist ein ungewöhnliches Strategie-Rollenspiel für die PS5, das mit einer abgedrehten Geschichte, schrägen Figuren und einem ebenso makabren wie interessanten Kampfsystem aus der Masse herausstechen möchte. Besonders das Opferprinzip sorgt für eigenständige taktische Möglichkeiten und passt hervorragend zum zynischen Humor des Spiels. Gleichzeitig bremsen die teilweise unübersichtlichen Mechaniken, die eingeschränkte Kontrolle über die Untergebenen und die mitunter eintönigen Kämpfe den Spielspaß. Wer experimentelle Strategie-Rollenspiele mag und sich auf eine bewusst schräge Inszenierung einlassen kann, findet hier einen eigenwilligen Genrevertreter. Spieler, die eine präzise steuerbare und leicht verständliche Taktikerfahrung suchen, sollten dagegen etwas Geduld mitbringen.