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Mit „Café Oriental“ präsentiert One Gate Media innerhalb der Reihe Classics einen charmanten Musikfilm aus den frühen 60er-Jahren erstmals auf Blu-ray. Unter der Regie von Rudolf Schündler entstand eine unterhaltsame Mischung aus romantischer Komödie, musikalischen Einlagen und turbulenten Verwicklungen, die ganz im Zeichen des damaligen deutschen Unterhaltungskinos steht. Besonders interessant ist dabei die Besetzung, zu der neben Hollywood-Star Elke Sommer auch Publikumsliebling Trude Herr sowie der als Schlagersänger bekannte Bill Ramsey gehören.


Im Mittelpunkt der Geschichte steht Sylvia, eine Studentin der klassischen Musik und Tochter des angesehenen Musikprofessors Marhold. Gemeinsam mit einigen Freunden erbt sie das Café Allotria. Was zunächst wie ein Glücksfall aussieht, entwickelt sich allerdings schnell zu einem finanziellen Problem. Denn das Café ist hoch verschuldet und der Gerichtsvollzieher steht bereits vor der Tür. Um den drohenden Verlust abzuwenden, beschließen die Freunde, dem etwas angestaubten Lokal einen neuen musikalischen Anstrich zu verpassen. Aus dem Café Allotria soll ein moderner Treffpunkt werden, der mit Schlagermusik und einem neuen Konzept wieder Gäste anlockt.


Dabei kommt ihnen ein kleines Geheimnis zugute: Sylvia komponiert heimlich selbst Schlager und hat damit sogar schon das Interesse einer Plattenfirma geweckt. Allerdings darf ihr Vater, der als Professor großen Wert auf klassische Musik legt, nichts von ihrer musikalischen Zweitkarriere erfahren. Kurzerhand springt die Haushälterin Valentine ein und gibt sich gegenüber der Plattenfirma als Komponistin aus. Was als praktische Lösung gedacht ist, sorgt schon bald für allerlei Verwechslungen und romantische Verwicklungen. Denn bei den geschäftlichen Kontakten lernen beide Frauen ihre jeweiligen Traummänner kennen. Währenddessen entwickelt sich das Café unter seinem neuen Namen „Café Oriental“ immer mehr zu einem angesagten Treffpunkt der örtlichen Prominenz.


Rudolf Schündler setzt bei seiner Inszenierung ganz auf die unbeschwerte Unterhaltung, die das deutsche Kino dieser Zeit so gerne bot. Die Geschichte ist bewusst leicht gehalten und dient vor allem als Rahmen für musikalische Darbietungen, humorvolle Situationen und romantische Missverständnisse. Große Überraschungen sollte man bei der Handlung nicht erwarten, denn die Richtung ist relativ schnell vorgegeben. Dafür besitzt der Film einen sympathischen Charme und versprüht eine ordentliche Portion Nostalgie. Besonders die Idee, klassische Musik und moderne Schlager miteinander zu verbinden, liefert genügend Stoff für humorvolle Situationen. Auch die Verwandlung des kleinen Cafés in einen beliebten Szenetreffpunkt sorgt für eine angenehme Wohlfühlatmosphäre.


Ein wesentlicher Bestandteil des Unterhaltungswertes ist natürlich die Besetzung. Elke Sommer, die sich später auch international einen Namen machte und unter anderem mit einem Golden Globe ausgezeichnet wurde, überzeugt als Sylvia mit ihrer Ausstrahlung und ihrem natürlichen Charme. Die Schauspielerin war bereits durch Filme wie „Kein Lorbeer für den Mörder“ und „Ein Schuß im Dunkeln“ bekannt und bringt auch hier eine sympathische Leichtigkeit in ihre Rolle ein. An ihrer Seite sorgt Trude Herr für die komödiantischen Höhepunkte. Mit ihrer unverwechselbaren Persönlichkeit und ihrem ausgeprägten Gespür für Humor ist sie eine echte Bereicherung für den Film.


Auch Bill Ramsey passt hervorragend in das musikalische Umfeld der Geschichte. Der amerikanische Sänger und Entertainer war in Deutschland längst kein Unbekannter mehr und bringt die passende musikalische Note mit. Jerome Courtland, der unter anderem aus „Strandräuber in Florida“ bekannt ist, ergänzt die Besetzung um eine weitere sympathische Persönlichkeit. Darüber hinaus ist Walter Gross mit von der Partie, der dem Publikum ebenfalls aus zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen vertraut sein dürfte. Zusammen ergibt sich eine Besetzung, die den Film mit viel Spielfreude trägt und gerade für Liebhaber des deutschen Unterhaltungskinos interessant macht.


Die Musik ist selbstverständlich das Herzstück von „Café Oriental“. Die Schlager sorgen für die nötige Leichtigkeit und passen hervorragend zum Zeitgeist der frühen 60er-Jahre. Dabei lebt der Film nicht nur von seinen musikalischen Darbietungen, sondern auch von der Vorstellung, dass ein kleines Café durch ein neues Konzept und die richtige Portion Unterhaltung vor dem finanziellen Ruin gerettet werden kann. Das Ganze wird mit viel Optimismus und einem Augenzwinkern erzählt. Wer mit den damaligen Musikfilmen aufgewachsen ist oder sich für die deutsche Filmgeschichte interessiert, dürfte an dieser Mischung seine Freude haben.


Mit der Veröffentlichung innerhalb der Classics-Reihe von One Gate Media erhält „Café Oriental“ nun eine willkommene Gelegenheit, wiederentdeckt zu werden. Dass der Film erstmals auf Blu-ray erhältlich ist, macht die Veröffentlichung besonders interessant für Sammler und Freunde älterer deutscher Filmproduktionen. Statt ausschließlich auf bekannte Klassiker zu setzen, wird hier auch ein weniger präsenter Vertreter des damaligen Unterhaltungskinos zugänglich gemacht. Gerade solche Veröffentlichungen tragen dazu bei, filmische Erinnerungen zu bewahren und einem neuen Publikum vorzustellen.


Fazit:


„Café Oriental“ ist eine beschwingte Musikkomödie, die mit einer sympathischen Geschichte, romantischen Verwicklungen und einer gut aufgelegten Besetzung für nostalgische Unterhaltung sorgt. Elke Sommer, Trude Herr, Bill Ramsey und Jerome Courtland verleihen dem Film seinen besonderen Reiz, während die musikalischen Einlagen den Charme der frühen 60er-Jahre wunderbar einfangen. Natürlich ist die Handlung aus heutiger Sicht vorhersehbar und folgt den vertrauten Mustern damaliger Unterhaltungsfilme. Wer jedoch leichte Komödien mit viel Musik und einem ordentlichen Schuss Nostalgie mag, bekommt hier genau das Richtige. Die erstmalige Blu-ray-Veröffentlichung von One Gate Media innerhalb der Classics-Reihe ist daher eine schöne Gelegenheit, diesen musikalischen Film wiederzuentdecken.