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Buch-Review: Zimtstern, Zorn und Zuckerstangen – Mörderische Weihnachten bei Knaur


Weihnachten gilt als das Fest der Liebe, der Besinnlichkeit und der gemütlichen Stunden im Kreise der Familie. Doch nicht jeder kann mit der alljährlichen Harmonie etwas anfangen. Wer statt friedlicher Weihnachtsgeschichten lieber Mord, Totschlag und eine ordentliche Portion schwarzen Humor unter dem Weihnachtsbaum findet, dürfte mit „Zimtstern, Zorn und Zuckerstangen“ aus dem Hause Knaur bestens bedient sein. Die Kurzgeschichtensammlung verwandelt die eigentlich so besinnliche Adventszeit in ein mörderisches Vergnügen und bietet 24 Kriminalgeschichten, die sich wunderbar als literarischer Adventskalender eignen.


Das Konzept ist dabei ebenso einfach wie reizvoll: 24 renommierte Autorinnen und Autoren präsentieren jeweils eine eigene Geschichte, die den Leser an unterschiedliche Tatorte in Deutschland, Österreich und der Schweiz führt. Statt verschneiter Landschaften, romantischer Weihnachtsmärkte und friedlicher Familienfeiern warten hier schaurige Verbrechen, zwielichtige Gestalten und überraschende Wendungen. Die Geschichten nutzen die besondere Atmosphäre der Weihnachtszeit auf ihre ganz eigene Weise und zeigen, dass hinter Lichterglanz, Plätzchenduft und festlicher Dekoration durchaus dunkle Geheimnisse lauern können.


Gerade die Mischung aus unterschiedlichen Schreibstilen und Erzählansätzen macht den Reiz dieser Sammlung aus. Mal geht es blutig und düster zu, mal stehen schwarzer Humor und absurde Situationen im Mittelpunkt, während andere Geschichten mit einer ordentlichen Portion Gänsehaut aufwarten. Dadurch entsteht eine abwechslungsreiche Zusammenstellung, bei der sich hinter jeder Geschichte eine neue Überraschung verbergen kann. Die regionale Verankerung sorgt zusätzlich für interessante Schauplätze und verleiht den einzelnen Fällen einen eigenen Charakter. Die vertraute Umgebung der Adventszeit wird dabei immer wieder zum Schauplatz unerwarteter Abgründe.


Mit 24 Kurzkrimis eignet sich das Buch hervorragend, um sich jeden Tag im Advent eine kleine literarische Auszeit zu gönnen. Die überschaubare Länge der Geschichten kommt dabei all jenen entgegen, die zwischen Weihnachtsvorbereitungen, Geschenkekauf und dem üblichen Trubel nur wenig Zeit zum Lesen finden. Gleichzeitig lädt das Konzept dazu ein, die Sammlung auch unabhängig vom Kalender zur Hand zu nehmen und sich ganz nach Lust und Laune einer mörderischen Weihnachtsgeschichte zu widmen. Wer Krimis liebt, aber nicht immer gleich einen kompletten Roman lesen möchte, bekommt hier eine unterhaltsame Alternative.


Natürlich dürfte nicht jede Geschichte gleichermaßen den persönlichen Geschmack treffen. Bei einer Sammlung mit 24 unterschiedlichen Autorinnen und Autoren gehören wechselnde Tonlagen und Erzählweisen schließlich zum Konzept. Genau darin liegt aber auch eine Stärke des Buches: Die einzelnen Beiträge sorgen für Abwechslung und verhindern, dass sich die Lektüre zu gleichförmig anfühlt. Ob makaber, amüsant oder unheimlich – die dunkle Seite des Weihnachtsfestes wird aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.


Fazit: 

„Zimtstern, Zorn und Zuckerstangen“ ist eine reizvolle Alternative zu den üblichen Weihnachtsgeschichten und richtet sich an alle, die es in der Adventszeit gerne etwas schwarzhumoriger und mörderischer mögen. Die 24 regionalen Kurzkrimis versprechen abwechslungsreiche Unterhaltung und machen das Buch zu einer passenden Lektüre für die Zeit vor dem Fest. Als Geschenk für Krimifans oder als Begleiter durch den Advent ist die Sammlung eine schöne Idee. Wer statt besinnlicher Weihnachtsstimmung lieber in die dunklen Geheimnisse hinter der festlichen Fassade eintaucht, sollte sich dieses mörderische Lesevergnügen genauer ansehen.