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Star Wars: Galaktische Geschichten des Schreckens – Panini bündelt drei Anthologien voller Grusel aus einer weit, weit entfernten Galaxis


Pünktlich zur dunklen Jahreszeit bringt Panini mit „Star Wars: Galaktische Geschichten des Schreckens" eine gebundene Sammelausgabe auf den deutschen Markt, die drei US-Anthologien des britischen Autors Cavan Scott zu einem stattlichen Gesamtwerk vereint. Scott hat sich in den vergangenen Jahren als eine Art Hüter des Star-Wars-Grusels etabliert: Seit seiner Reihe rund um Vaders Schloss, die er einst für IDW schrieb, liefert er nahezu jährlich neue, für ein jugendliches Publikum konzipierte Schauergeschichten aus der Saga, seit dem Lizenzwechsel nun im Auftrag von Dark Horse Comics. Mit diesem Sammelband liegen drei seiner jüngeren Werke erstmals gebündelt vor: die Geschichten aus der Rancorgrube, vom Todesstern und aus den Nachtländern.


Drei Rahmenhandlungen, ein wiederkehrendes Prinzip


Alle drei enthaltenen Anthologien folgen demselben bewährten Erzählmuster, das Scott bereits bei seinen früheren Halloween-Comics perfektioniert hat: Eine Rahmenhandlung bettet mehrere in sich abgeschlossene Kurzgeschichten ein, die von einer Figur innerhalb der Geschichte erzählt werden, meist um das eigene Überleben zu sichern oder eine jüngere Figur zu warnen. In der ersten Geschichte übernimmt ein Gefangener Jabbas diese Rolle: Über der berüchtigten Rancorgrube hängend, versucht er den Verbrecherboss mit schaurigen Erzählungen über klappernde Droidengeister, die Werwölfe der Hoth-Höhlen und eisige Bestien bei Laune zu halten, um die eigene Hinrichtung hinauszuzögern. Die zweite Anthologie verlegt das Prinzip an die stürmische Küste von Kef Bir, wo eine vermummte Gestalt den jungen Fry – bekannt aus seinem Umfeld um die frühere Erste-Ordnung-Deserteurin Jannah – vor den Ruinen des zweiten Todessterns warnt und ihm dabei von Geisterpiloten, wiederbelebten Bauarbeitern und anderen Schrecken berichtet, die zwischen den Trümmern hausen sollen. Die dritte und umfangreichste Anthologie schließlich spannt den größten erzählerischen Bogen: Auf Ryloth kämpfen im Abstand mehrerer Jahrzehnte gleich drei Heldengenerationen gegen den Nachtländer, einen von Star-Wars-Konzeptkünstler Iain McCaig entworfenen Dämon aus dem Totenreich der Twi'lek-Mythologie – zunächst der junge Anakin Skywalker an der Seite Obi-Wan Kenobis, später Luke Skywalker und Leia Organa, ehe zum Abschluss Rey und Finn dem Wesen gegenübertreten.


Zwischen Nostalgie und Wiederholung


Der große Reiz dieser Sammlung liegt darin, wie geschickt Scott die Schauerromantik klassischer Gruselanthologien mit vertrautem Star-Wars-Lore verknüpft. Statt auf explizite Schockmomente zu setzen, arbeitet er mit Andeutung, Atmosphäre und der Vorstellungskraft seiner jugendlichen Zielgruppe – Gespenster, Zombies und Monster bleiben stets im Rahmen einer Saga, die von Hoffnung erzählt, auch wenn sie sich gerade in ihre düstersten Ecken vorwagt. Wiederkehrende Leserinnen und Leser werden dabei durchaus Muster erkennen: Die Grundstruktur aus Rahmenhandlung und Kurzgeschichten-Häppchen wiederholt sich über alle drei Anthologien hinweg fast identisch, und wer bereits Scotts frühere Werke rund um Vaders Schloss kennt, findet hier wenig konzeptionell Neues. Dennoch gelingt es dem Autor, jeder der drei Sammlungen einen eigenen Schauplatz-Charakter zu verleihen, der die Geschichten thematisch zusammenhält, allen voran bei der Nachtländer-Trilogie, deren generationenübergreifender Aufbau dem Band emotionale Tiefe verleiht, die den beiden anderen Anthologien fehlt.


Künstlerische Vielfalt als Markenzeichen


Ein Markenzeichen dieser Reihe ist der ständige Wechsel der Zeichnerinnen und Zeichner von Geschichte zu Geschichte, wodurch sich der Band visuell erfrischend abwechslungsreich liest, auch wenn dadurch naturgemäß keine durchgängige künstlerische Handschrift entsteht. Besonders die Rahmenhandlungen profitieren von dieser Herangehensweise, da unterschiedliche Stile den jeweils unheimlichen Grundton der Schauplätze – die klaustrophobische Enge von Jabbas Palast, die salzige Tristesse von Kef Bir, die spirituelle Schwere Ryloths – jeweils eigenständig einfangen können.


Fazit


„Galaktische Geschichten des Schreckens" ist in erster Linie ein Fest für Fans, die Star Wars auch als Fundgrube für schaurige Folklore zu schätzen wissen, und die es begrüßen, gleich drei Anthologien in einem gebundenen Band vereint zu bekommen. Wer mit Cavan Scotts Grusel-Anthologien bereits vertraut ist, weiß, was ihn erwartet: liebevoll gestaltete, altersgerechte Schauergeschichten mit vertrauten Gesichtern und neuen Monstern, deren größte Stärke im atmosphärischen Weltenbau liegt, während die episodische Struktur mitunter wenig Raum für erzählerische Überraschungen lässt. Für den deutschen Markt ist dieser Sammelband dennoch eine erfreuliche Gelegenheit, gleich drei bislang nur einzeln erschienene Werke kompakt und gebündelt zu entdecken.