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Paris Murder Mystery – Rebecca Zlotowskis charmanter Whodunit auf DVD von Plaion Pictures


Die Amerikanerin Lilian Steiner lebt seit Jahren in Paris und hat sich dort als brillante Therapeutin einen Namen gemacht. Als ihre Patientin Paula unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt, will Lilian nicht an die offizielle Version vom Selbstmord glauben. Gemeinsam mit ihrem Ex-Mann Gabriel, der noch immer Gefühle für sie hegt, begibt sie sich auf eine turbulente Spurensuche – und zwischen spritzigen Wortgefechten und alter Vertrautheit offenbart sich am Ende mehr als nur die Wahrheit über Paulas Tod. So lässt sich die Ausgangslage von „Paris Murder Mystery" umreißen, mit dem Plaion Pictures den in Frankreich unter dem Titel „Vie privée" gestarteten Film von Rebecca Zlotowski nun auch hierzulande auf DVD veröffentlicht.


Die Handlung: Mehr Beziehungskomödie als klassischer Krimi


Ein paar unentschuldigt versäumte Therapiesitzungen bilden den Auftakt der tragikomischen Geschichte: Als Patientin Paula, gespielt von Virginie Efira, zum dritten Mal nicht zum vereinbarten Termin erscheint, beginnt sich Psychiaterin Lilian Steiner zu sorgen. Wenig später erfährt sie, dass Paula tot ist – dem offiziellen Bericht zufolge durch eigene Hand. Lilian will das nicht glauben, zumal sie insgeheim fürchtet, als behandelnde Therapeutin selbst eine Mitverantwortung zu tragen, ein Verdacht, den auch Paulas Familie hegt. Um dieser Unruhe zu entkommen, tut sie sich mit ihrem Ex-Mann Gabriel Haddad, einem Augenarzt, zusammen und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Der Film nimmt sich dabei bewusst Zeit für die Beziehungsdynamik zwischen den beiden, für Lilians distanziertes Verhältnis zu ihrem Sohn und Enkel sowie für die professionelle Kühle, mit der sie eigentlich allen Menschen begegnet. Wer einen stringenten Thriller erwartet, wird überrascht: Statt einer reinen Mörderjagd entfaltet sich eher eine französische Beziehungskomödie mit Krimi-Rahmen, die sich mehr für die Risse in Lilians kontrollierter Fassade interessiert als für schnelle Auflösungen.


Regie: Rebecca Zlotowski


Hinter der Kamera steht Rebecca Zlotowski, die für „Paris Murder Mystery" auch das Drehbuch verfasst hat. Die französische Regisseurin hat sich in den vergangenen Jahren mit Filmen wie „Grand Central", „Planetarium" und zuletzt dem in Venedig für den Goldenen Löwen im Rennen gewesenen Drama „Nos enfants" (international auch als „Other People's Children" gezeigt) einen Ruf als eigenständige Erzählerin komplizierter Beziehungsgeschichten erarbeitet. Auch in „Paris Murder Mystery" bleibt sie diesem Interesse treu, verpackt es diesmal jedoch in das Gewand eines augenzwinkernden Mystery-Krimis. Die Premiere in Cannes im Mai 2025 wurde mit langem Applaus und viel Zuspruch bedacht, der Film zählte anschließend zu den Anwärtern für Frankreichs Oscar-Einreichung in der Kategorie bester internationaler Film. Auffällig ist Zlotowskis Mut zum Genre-Mix: Statt sich allein auf Spannung zu verlassen, öffnet sie ihren Film immer wieder für komödiantische Momente und lässt ihre Hauptfigur mit spürbarer Freude an den Dialogen agieren.


Die Besetzung: Jodie Foster und Daniel Auteuil


Im Zentrum steht die zweifache Oscar-Preisträgerin Jodie Foster, die mit Lilian Steiner eine ihrer ungewöhnlichsten Rollen der letzten Jahre übernimmt. Für die gebürtige Kalifornierin ist „Paris Murder Mystery" die erste französischsprachige Produktion seit gut zwei Jahrzehnten; zuletzt hatte sie in einem französischsprachigen Part vor über zwanzig Jahren mitgewirkt. Fosters Verbindung zu Frankreich reicht dabei weit zurück: Schon als junge Schauspielerin verschafften ihr gute Französischkenntnisse Rollen in französischen Produktionen, und über die Jahrzehnte hinweg genoss sie im dortigen Kino einen ausgezeichneten Ruf. In Interviews hat sie betont, bei ihrer Rollenauswahl inzwischen sehr wählerisch zu sein und sich nur noch für Stoffe zu entscheiden, die sie wirklich reizen. In „Paris Murder Mystery" spielt sie genau diese Zurückhaltung aus: Lilian ist eine Frau, die Gefühle als Störfaktor begreift, weder gegenüber ihrem Ex-Mann noch gegenüber Sohn oder Patienten zeigt sie sich verletzlich, und gerade aus dem Kontrast zwischen professioneller Kühle und aufkeimender emotionaler Verwirrung bezieht Foster einen Großteil ihres komödiantischen Timings.


An ihrer Seite steht Daniel Auteuil als Gabriel Haddad, Lilians Ex-Mann und Augenarzt, der trotz der Scheidung noch immer Gefühle für sie hegt. Auteuil, einer der profiliertesten Charakterdarsteller des französischen Kinos, verkörpert Gabriel mit einer Mischung aus Altersmilde und leiser Sehnsucht, die dem Film seine romantische Grundierung verleiht. Zwischen Foster und Auteuil entsteht so ein Wortgefecht auf Augenhöhe, getragen von alter Vertrautheit ebenso wie von neu aufflammender Anziehung. Vervollständigt wird das hochkarätige Ensemble durch Virginie Efira als die verstorbene Patientin Paula sowie Mathieu Amalric, der dem Film in einer weiteren Rolle zusätzliches schauspielerisches Gewicht verleiht.


Die DVD von Plaion Pictures


Plaion Pictures hat „Paris Murder Mystery" im Sommer 2026 parallel auf DVD und Blu-ray veröffentlicht, wobei beide Fassungen die rund 103-minütige Kinofassung enthalten. Die DVD zeigt den Film im Breitbildformat mit einem Bildseitenverhältnis von 2,39:1 und bietet sowohl die deutsche als auch die französische Tonspur jeweils in Dolby Digital 5.1, ergänzt um deutsche Untertitel. Wer Jodie Foster tatsächlich auf Französisch erleben möchte, greift damit am besten zur Originalfassung, samt der gelegentlichen amerikanischen Einwürfe, die ihre Figur als waschechte Amerikanerin in Paris ausweisen. Die Altersfreigabe liegt bei zwölf Jahren. Äußerlich präsentiert sich die Scheibe in einer unaufwändigen, aber soliden Keep-Case-Ausgabe mit Wendecover, wie es für Veröffentlichungen dieser Preisklasse üblich ist. Aufwendigere Sonderausgaben wie ein Steelbook oder Mediabook waren zum Verkaufsstart nicht angekündigt, was angesichts der eher zurückhaltenden Kinoauswertung des Films wenig überrascht.


Bonusmaterial


Beim Bonusmaterial übt sich Plaion Pictures in Zurückhaltung. Neben interaktiven Menüs und der obligatorischen Kapitelanwahl findet sich auf der Scheibe im Wesentlichen der Original-Kinotrailer. Wer sich angesichts der prominenten Besetzung und der bewegten Entstehungsgeschichte – von der umjubelten Cannes-Premiere bis zur Zusammenarbeit einer amerikanischen Hauptdarstellerin mit einem durchweg französischen Team – ein Making-of oder Gespräche mit Foster, Auteuil und Zlotowski erhofft hatte, wird enttäuscht. Gerade der Umstand, dass Foster hier erstmals seit über zwanzig Jahren wieder auf Französisch zu erleben ist, hätte sich für eine Zusatzbetrachtung geradezu angeboten. So bleibt die Ausstattung insgesamt schmal und dürfte vor allem jene Käufer zufriedenstellen, denen in erster Linie der Film selbst wichtig ist.


Fazit


„Paris Murder Mystery" ist weniger ein klassischer Whodunit als eine mit Krimi-Elementen versetzte Beziehungskomödie, die von der Spielfreude ihrer beiden Hauptdarsteller lebt. Jodie Foster zieht in einer für sie ungewöhnlichen, weil französischsprachigen Rolle alle Register ihres komödiantischen Könnens, während Daniel Auteuil ihr als ebenbürtiger Sparringspartner zur Seite steht. Rebecca Zlotowski gelingt ein temporeicher Cocktail aus Humor, Spannung und Romantik, der mit pointierten Dialogen und überraschenden Wendungen unterhält, auch wenn die Auflösung des eigentlichen Kriminalfalls streckenweise zur Nebensache wird. Die DVD von Plaion Pictures liefert Bild und Ton solide ab, bleibt beim Bonusmaterial jedoch spürbar knapp bemessen. Wer mit dieser Erwartungshaltung an den Kauf herangeht, bekommt einen unterhaltsamen, elegant inszenierten Paris-Krimi mit einem sehenswerten Ensemble.