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Farlands (PS5) – Review


Es gibt Spiele, die einen mit der ersten Einblendung sofort packen, und es gibt Spiele, die sich Zeit lassen, ihre Reize zu entfalten. Farlands gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Nach zwei Jahren im Early-Access-Status hat das spanische Studio JanduSoft unter der kreativen Federführung von Eric Rodríguez sein Weltraum-Farming-Abenteuer nun am 16. Juli 2026 in Version 1.0 veröffentlicht – für PC, Nintendo Switch, Xbox sowie PlayStation 4 und PS5. Wer bei diesem Setting sofort an Stardew Valley denkt, liegt goldrichtig, und das Spiel selbst versteckt diese Inspiration keine Sekunde lang.


Ein Planet zum Schnäppchenpreis


Die Prämisse ist so simpel wie charmant: Müde vom hektischen Leben in der Großstadt, greift die Spielfigur bei einem verlockenden Angebot zu und erwirbt einen ganzen Planeten – einen alten, landwirtschaftlich genutzten Felsbrocken am Rand der Galaxie, der seit Jahren verlassen daliegt. Kaum mehr als ein klappriges Raumschiff im Gepäck, bricht man auf, um sich am äußersten Zipfel des Universums ein neues Leben aufzubauen. Warum der Planet praktisch verschenkt wurde, bleibt zunächst offen, und genau dieses leise Mysterium sorgt dafür, dass man neugierig weiterspielt. Vor dem eigentlichen Start darf die eigene Spielfigur individuell gestaltet werden, von Haar- und Augenfarbe bis hin zu Arbeitskleidung und Schuhwerk, wahlweise mit männlichem oder weiblichem Avatar.


Vom Acker zum ganzen Sonnensystem


Der spielerische Kern folgt zunächst den vertrauten Regeln des Genres: Unkraut roden, Felder bestellen, Ressourcen sammeln, Werkzeuge verbessern, Beziehungen zu den ansässigen Figuren pflegen. Die Anklänge an ConcernedApes Klassiker sind in der Anfangsphase unübersehbar, von der Hofstruktur über das Energiemanagement bis hin zu Teilen der Benutzeroberfläche. Doch je weiter man vordringt, desto deutlicher schält sich eine eigene Identität heraus. Statt einer einzelnen, verschlafenen Talgemeinde bekommt man hier ein ganzes Sonnensystem an die Hand, das mit dem eigenen Raumschiff bereist werden will. Jeder neue Planet bringt eigene Ressourcen, einzigartige Biome, neue Figuren und Materialien mit sich, die für bessere Ausrüstung benötigt werden. Diese Erweiterung des klassischen Formels verleiht der Erkundung ein Gewicht, das viele Genrevertreter vermissen lassen.


Neben dem Ackerbau warten Fischen, Insektensammeln und Bergbau darauf, ausprobiert zu werden, alles getrieben vom übergeordneten Ziel, ein museumsartiges Archiv mit gesammelten Exponaten zu füllen. Dahinter steckt ein cleveres Metaziel: Die Spielfigur soll durch ihre Spenden Schutz vor einer drohenden feindlichen Übernahme des Planeten erwirken. Wer die geforderten siebzig Prozent an Sammelfortschritt erreichen möchte, muss mit gut zwanzig Spielstunden rechnen, wobei erfahrene Genrefans durchaus deutlich länger verweilen dürften. Die stetige Progression, ob durch bessere Werkzeuge, ein aufgewertetes Raumschiff oder neu erreichbare Areale, hält die Motivation über weite Strecken hoch, auch wenn nicht jedes System die gleiche Tiefe erreicht und sich manche Abläufe merklich vertraut anfühlen.


Wermutstropfen sind vor allem strukturelle Natur. Auf Bildschirmhinweise oder Erklärungen zur Steuerung verzichtet Farlands fast vollständig, stattdessen erschließen sich viele Mechaniken erst über nach und nach freigeschaltete Infokarten, die inhaltlich nicht immer ganz präzise sind. Wer auf klare Führung angewiesen ist, wird hier gelegentlich etwas allein gelassen.


Ein leuchtender Flecken Weltraum


Optisch punktet Farlands mit einem hübschen Pixel-Art-Stil, der die unterschiedlichen Umgebungen der einzelnen Planeten angenehm lebendig wirken lässt. Fremdartige Vegetation, verlassene Gebäude und die wechselnden Biome sorgen für visuelle Abwechslung, während der Soundtrack die entspannte, fast schon meditative Atmosphäre des Spiels zusätzlich unterstreicht. Auf der PS5 lief die getestete Fassung überwiegend flüssig, spürbare Ruckler blieben aus. Etwas getrübt wird der technische Eindruck jedoch durch merklich lange Ladezeiten beim Wechsel zwischen Arealen sowie beim nächtlichen automatischen Speichern, was den ansonsten entspannten Spielfluss immer wieder unterbricht.


Zwischen Vertrautheit und eigener Handschrift


Farlands versteht genau, warum Menschen Farming-Spiele lieben: Es geht selten wirklich um Ernte oder Handwerkssysteme, sondern darum, einen Ort langsam zu einem Zuhause werden zu lassen. Indem JanduSoft diese vertraute Wärme in einen bunten Winkel des Weltraums verlagert, entsteht ein Spiel, das sich gleichzeitig angenehm traditionell und erfrischend eigenständig anfühlt. Jedes reparierte Gebäude, jedes neu bestellte Feld und jede geglückte Reise zu einem weiteren Planeten trägt zu einem befriedigenden Gefühl des Wachstums bei, das über weite Strecken kaum an Schwung verliert. Die Ausweitung über mehrere Planeten hinweg hat allerdings auch ihren Preis: Die emotionale Bindung an einen einzelnen Ort, die das Genre traditionell auszeichnet, verwässert sich dadurch spürbar. Man wurzelt weniger, wandert dafür mehr umher, was zwar Abwechslung bringt, dem Spiel aber auch etwas von jener heimeligen Wärme nimmt, die etwa Stardew Valley so stark macht. An manchen Stellen ist zudem spürbar, dass es sich um eine unabhängige Produktion mit überschaubarem Budget handelt.


Wer bereits sämtliche sonnigen Täler des Genres bereist hat und Lust verspürt, Felder unter einem fremden Sternenhimmel zu bestellen, findet in Farlands eine ausgesprochen gelungene Reise ohne Rückfahrkarte. Wer hingegen unbedingt klare Anleitung und makellose technische Präsentation erwartet, sollte seine Erwartungen etwas herunterschrauben.