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Florian Gallenberger hat sich in den vergangenen Jahren als vielseitiger deutscher Regisseur etabliert, der zwischen historischem Drama, Komödie und Prestigeproduktion wechselt, ohne dabei sein Gespür für emotionale Zugänglichkeit zu verlieren. Nach Arbeiten wie Der Überläufer, einer Verfilmung des Gert-Ledig-Romans über die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg, und der leichtfüßigen Komödie Es ist nur eine Phase, Hase wagt sich Gallenberger mit Perfect Match auf ein internationales Terrain, das gleichermaßen Sportfilm, Biopic und Liebesgeschichte sein will. Als Co-Autor gemeinsam mit Chris Silber sowie als Regisseur und ausführender Produzent zeichnet er für ein Projekt verantwortlich, das sich einer der bekanntesten Liebesgeschichten des internationalen Sports annimmt – und dabei bewusst den Weg der fiktionalisierten Nacherzählung wählt, um sich erzählerische Freiheiten gegenüber einer reinen Dokumentation zu bewahren.


Die Handlung: Zwei Tenniswelten, ein gemeinsamer Weg


„Perfect Match" erzählt die fiktionale Version einer der unglaublichsten und bis heute andauernden Liebesgeschichten zweier Megastars des Tennis: Steffi Graf mit ihren 22 Grand-Slam-Titeln und Andre Agassi mit deren acht. Dass diese beiden gegensätzlichen Persönlichkeiten – sie die introvertierte, disziplinierte deutsche „Gräfin Vorhand", er der impulsive amerikanische „Tennis Punk" – sich ineinander verlieben würden, hatte niemand erwartet. Am wenigsten vermutlich die beiden selbst. Auf einer Pressekonferenz in Paris begegnen sie sich zum ersten Mal vor den Augen der Weltöffentlichkeit, und schnell wird deutlich, dass die makellose deutsche Tennismaschine Andre den Kopf verdreht hat.


Ob daraus ein Happy End wird, bleibt lange ungewiss. Steffi ist ganz auf ihre Karriere fokussiert und dazu auffallend schüchtern – denkbar schwierige Voraussetzungen, um ihr Herz zu erobern. Erschwerend kommt hinzu, dass beide unter dem Einfluss dominanter Vaterfiguren stehen, deren eigene, unerfüllte Träume sie auf dem Tennisplatz verwirklichen sollen. Gleichzeitig treibt beide ein ganz eigener, unverstellter Ehrgeiz an, der sich nicht allein durch fremde Erwartungen erklären lässt. Bis aus der anfänglichen Anziehung tatsächlich ein Paar wird, muss noch einiges passieren – auf dem Court ebenso wie abseits davon.


Ein internationales Ensemble für eine deutsch-amerikanische Geschichte


Toby Sebastian, dem Publikum vor allem durch seine Rolle als Trystane Martell in Game of Thrones bekannt, übernimmt die Rolle des Andre Agassi und bringt dessen exzentrische, rebellische Ausstrahlung glaubwürdig auf die Leinwand, ohne dabei in reine Karikatur abzudriften. Ihm zur Seite steht Lena Klenke, die sich durch Produktionen wie How to Sell Drugs Online (Fast) bereits als vielseitige Darstellerin empfohlen hat und der introvertierten Zurückhaltung Steffi Grafs eine stille, aber spürbare innere Stärke verleiht. Gemeinsam bilden die beiden das erzählerische Zentrum als bekanntestes Promipaar der Tenniswelt.


Verstärkt wird das Ensemble durch Michael Kessler in der Rolle von Peter Graf, dem ehrgeizigen Vater Steffis, dessen Figur einen der zentralen Konfliktherde des Films verkörpert. Bianca Bardoe ist als Brooke Shields zu sehen, die in den frühen Jahren von Agassis Karriere eine wichtige Rolle spielte, während Inka Friedrich als Heidi Graf und Leonard Scheicher in weiteren tragenden Rollen das Figurenpanorama abrunden. Die internationale Besetzung mit Darstellern aus Deutschland, Großbritannien und den USA unterstreicht den grenzüberschreitenden Anspruch der Produktion, die zwischen deutschen und amerikanischen Drehorten changiert.


Die Veröffentlichung: One Gate Media bringt die Tennisromanze ins Heimkino


One Gate Media veröffentlicht Perfect Match als Blu-ray Disc im schlichten, aber funktionalen Keep Case mit FSK-Wendecover – eine Präsentation, die sich bewusst auf das Wesentliche konzentriert, ohne dabei auf eine ansprechende äußere Aufmachung zu verzichten. Bild und Ton der Scheibe orientieren sich am aktuellen internationalen Master der Produktion: Der deutsche Ton liegt in Dolby Digital 5.1 vor, während für die englische Originalfassung eine DTS-HD-Master-Audio-Abmischung zur Verfügung steht, die insbesondere den dynamischen Klang der Tennis-Sequenzen sauber transportiert. Die Bildqualität im 16:9-Format profitiert von einer sauberen, modernen Digitalproduktion, die weder überzeichnet noch künstlich wirkt und der warmen, nostalgisch grundierten Bildsprache des Films gerecht wird, mit der Gallenberger die Neunzigerjahre-Ära des Tennissports einfängt.


Beim Bonusmaterial hält sich die Veröffentlichung bewusst zurück und stellt den Hauptfilm klar in den Mittelpunkt – eine Entscheidung, die angesichts der ohnehin schon dichten, publikumsfreundlich erzählten Geschichte durchaus nachvollziehbar erscheint. Wer auf ausführliche Zusatzinhalte mit Blick hinter die Kulissen der Produktion oder historisches Archivmaterial zur echten Beziehung von Graf und Agassi hofft, wird hier nicht in dem Maße bedient, wie es bei den aufwendiger ausgestatteten Genre-Editionen mancher anderer Labels der Fall ist. Für Fans der beiden Tennislegenden und Freunde leichter, romantisch grundierter Sportunterhaltung bleibt dennoch der Film selbst der eigentliche Grund zum Zugreifen.


Fazit


Perfect Match ist als Film weniger eine akribisch recherchierte Dokumentation als vielmehr eine mit sichtlicher Zuneigung erzählte, fiktionalisierte Liebesgeschichte, die vom Charme ihrer beiden Hauptdarsteller lebt. Florian Gallenberger gelingt es, die Gegensätze zwischen der disziplinierten Deutschen und dem rebellischen Amerikaner unterhaltsam auszuspielen, ohne dabei die menschliche Seite hinter dem Sportstar-Image zu vergessen – insbesondere der Druck durch übermächtige Vaterfiguren verleiht der ansonsten leichtfüßigen Romanze eine willkommene ernstere Note. One Gate Media liefert mit dieser Blu-ray eine solide, technisch überzeugende, wenn auch bonusmaterialtechnisch schlanke Heimkinofassung, die vor allem für Tennisfans und Liebhaber deutsch-internationaler Sportfilm-Produktionen eine sehenswerte Empfehlung darstellt.