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Mit „Beast" bringt Plaion Pictures einen Sport-Actionfilm in die heimischen Wohnzimmer, der sich unverkennbar in die lange Tradition von Käfigkampf-Dramen einreiht, dabei aber durch seine Besetzung und die Verbindung zur One Championship einen besonderen Anstrich erhält. Im Zentrum der Geschichte steht Patton James, ein einstiger MMA-Champion, der dem Sport und der Gewalt des Käfigs eigentlich längst entsagt hat. Als jedoch sein jüngerer Bruder in eine bedrohliche Lage gerät, sieht sich Patton gezwungen, seine selbstauferlegte Ruhe aufzugeben und sich noch einmal dem härtesten Gegner seiner Karriere zu stellen: dem amtierenden, für seine Brutalität gefürchteten Champion.


Die Handlung folgt dabei einem vertrauten, aber bewährten Muster des Genres. Es geht weniger um erzählerische Überraschungen als um die emotionale Wucht, mit der das altbekannte Motiv des "letzten Kampfes" inszeniert wird. Familie, Ehre und das nackte Überleben sind die großen Themen, die den Film durchziehen, und gerade in der Beziehung zwischen den Brüdern findet die Geschichte ihre stärksten, glaubwürdigsten Momente. Der Film verzichtet weitgehend auf Zwischentöne und setzt stattdessen auf klare, archetypische Konflikte, was dem Werk zwar nicht den Anspruch großer dramatischer Komplexität verleiht, dafür aber eine angenehme Zielgerichtetheit und einen geradlinigen Spannungsbogen.


Tragende Säule des Films ist zweifellos Russell Crowe, der hier nicht nur als Schauspieler in der Rolle des väterlichen Trainers auftritt, der Patton einst zur Legende formte, sondern auch als Co-Autor maßgeblich an der dramaturgischen Ausrichtung beteiligt war. Crowe, der durch seine Rolle in „Gladiator" längst zur Ikone körperbetonter, emotional aufgeladener Kraftfilme wurde, bringt diese Erfahrung hier spürbar ein. Seine Mentor-Figur verleiht dem Film ein Gravitationszentrum, das die actionlastigeren Sequenzen erdet und dem Geschehen eine fast väterliche Wärme verleiht, die in diesem Genre nicht selbstverständlich ist. Crowes Verbindung zum klassischen Boxfilm verschmilzt dabei interessant mit der rohen, unmittelbaren Energie des modernen MMA-Sports, sodass „Beast" stilistisch zwischen zwei Welten zu vermitteln versucht.


An seiner Seite überzeugt Daniel MacPherson als gealterter Ex-Champion, der seine Handschuhe noch einmal schnürt, weil ihm keine andere Wahl bleibt. MacPherson verkörpert die körperliche wie emotionale Zerrissenheit seiner Figur glaubhaft und schafft es, den Spagat zwischen verletzlichem Familienmenschen und unerbittlichem Kämpfer überzeugend zu meistern. Gerade in den ruhigeren Szenen, in denen die Beziehung zu seinem Bruder im Vordergrund steht, gewinnt seine Darstellung an Tiefe.


Technisch und sportlich profitiert „Beast" enorm von der Beteiligung der One Championship, einer der weltweit bedeutendsten Organisationen im Bereich Kampfsport. Diese Zusammenarbeit verleiht den Käfigkampfszenen eine Authentizität, die in vergleichbaren Produktionen häufig fehlt. Die Choreografie der Kämpfe wirkt nicht aufgesetzt oder übertrieben theatralisch, sondern vermittelt den Eindruck echter sportlicher Auseinandersetzung. Kamera und Schnitt setzen auf eine klare, nachvollziehbare Inszenierung der Schläge und Griffe, ohne in hektisches Schnittgewitter zu verfallen, wie es in actionlastigen Produktionen oft der Fall ist. Gerade Fans des MMA-Sports dürften hier die Sorgfalt zu schätzen wissen, mit der die Kämpfe choreografiert und gefilmt wurden.


Die neue Blu-ray von Plaion Pictures präsentiert den Film in einer technisch soliden Aufmachung, die den körperbetonten Bildern und der oft schweißtreibenden Käfigatmosphäre gerecht wird. Bild und Ton transportieren die rohe physische Präsenz der Kampfszenen mit angemessener Schärfe und Wucht, sodass der Zuschauer die Intensität der Auseinandersetzungen im Heimkino gut nachempfinden kann. Abgerundet wird die Veröffentlichung durch ein überschaubares, aber durchaus interessantes Bonusmaterial. Enthalten sind Interviews mit den Beteiligten, die Einblicke in die Entstehung des Films und insbesondere in die Zusammenarbeit mit der One Championship geben, außerdem Material vom Special Screening in Los Angeles, das einen Eindruck von der Premierenstimmung rund um den Film vermittelt, sowie der Trailer zum Film.


Insgesamt ist „Beast" ein solide inszenierter, emotional packender Sport-Actionfilm, der von der Präsenz Russell Crowes und der sportlichen Authentizität der Kampfszenen lebt. Wer geradlinige Genrekost mit Herz und harten Fäusten sucht, wird hier gut bedient. Erzählerische Innovationen darf man dagegen nicht erwarten, dafür aber ehrliches, kraftvolles Genrekino, das seine Stärken voll ausspielt.