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Review: Landwirtschafts-Simulator 26 – Nintendo Switch
Entwickler & Publisher: GIANTS Software | Release: 19. Mai 2026 | Plattformen: Nintendo Switch, iOS, Android | Genre: Landwirtschaftssimulation


Der Hof in der Hosentasche


Wer die Landwirtschafts-Simulator-Reihe kennt, weiß: Hier geht es nicht um Spannung im klassischen Sinne. Kein Zeitdruck, kein Gegner, kein Game Over. Stattdessen bietet GIANTS Software seit Jahren eine Einladung zum Entschleunigen – einen digitalen Bauernhof, auf dem man im eigenen Tempo Felder bestellt, Tiere versorgt und sein Unternehmen nach und nach ausbaut. Mit dem Landwirtschafts-Simulator 26 bringt GIANTS diese Erfahrung erneut auf die Nintendo Switch und unterwegs auf mobile Geräte. Neu dabei: ein vollständiges Challenge-System, zwei frische Karten und ein überarbeitetes Tutorialsystem. Aber reicht das, um auch langjährige Fans zu überzeugen?


Zwei neue Welten zum Bewirtschaften


Das Herzstück jedes neuen Landwirtschafts-Simulator-Teils sind die Karten, und auch der 26er liefert hier mit zwei komplett neuen Umgebungen. Eine europäische und eine nordamerikanische Karte stehen zur Auswahl und bieten trotz der Plattformbeschränkungen unterschiedliche Atmosphären und Landschaftsbilder. Die europäische Karte fühlt sich vertraut an – geschwungene Feldwege, kleinere Parzellen, grüne Hügel – während die nordamerikanische Variante mit weitläufigeren Feldern und einem anderen Maschinen-Feeling punktet. Beide Karten sind von Grund auf neu gestaltet und bieten ausreichend Raum, um den eigenen Betrieb schrittweise aufzubauen und auszuweiten.


Das Gameplay: Bewährt, aber erweitert


Wer bereits frühere Teile der Handheld-Reihe gespielt hat, findet sich sofort zurecht. Die Grundpfeiler sind dieselben: Felder pflügen, säen, düngen, ernten, Tiere versorgen, Erträge verkaufen, Geld reinvestieren. 15 verschiedene Feldfrüchte stehen zur Verfügung – darunter Weizen, Gerste, Mais, Raps und weitere – dazu Forstwirtschaft mit schwerem Gerät sowie die Tierhaltung mit Kühen, Schafen, Hühnern, Ziegen und ihrem jeweiligen Nachwuchs. Das Wirtschaftssystem wurde durch neue Produktionsketten sinnvoll erweitert: Wer Weizen erntet, kann ihn nicht nur einfach verkaufen, sondern ihn zur Getreidemühle transportieren, die dann Mehl für die städtische Bäckerei produziert. Diese miteinander verwobenen Lieferketten geben dem Spielgeschehen eine zusätzliche wirtschaftliche Tiefe und sorgen dafür, dass sich die Entscheidungen auf dem eigenen Hof wie Teil eines größeren Ökosystems anfühlen.


Neu hinzugekommen sind außerdem schwere LKW für den Gütertransport sowie Jungtiere in der Tierhaltung, was den Alltag auf dem Hof abwechslungsreicher gestaltet und die emotionale Bindung an den eigenen Betrieb stärkt.


Das Challenge-System: Die größte Neuerung


Die bedeutendste Neuerung des 26ers ist das erstmals eingeführte Farming-Challenge-System, und es ist eine sinnvolle Ergänzung. Neben dem freien, selbstbestimmten Spielen bekommen Spielerinnen und Spieler nun optional wöchentliche und saisonale Aufgaben angeboten, die zusätzliche Belohnungen in Aussicht stellen. Diese Challenges reichen von simplen Feldarbeiten wie Grubbern oder Säen bis hin zu komplexeren Lieferaufträgen, die mehrere Produktionsschritte erfordern.


Das Schöne daran: Das Challenge-System zwingt zu nichts. Wer einfach nur in Ruhe seinen Hof aufbauen möchte, kann die Herausforderungen vollständig ignorieren. Wer aber eine Richtschnur braucht oder seinen Fortschritt durch konkrete Ziele strukturieren möchte, bekommt hier genau das geboten. Besonders für Neulinge der Serie dürfte dieses System ein echter Mehrwert sein, da es das manchmal überfordernde Gefühl des freien Farmens abfedert und sanft in die verschiedenen Spielsysteme einführt. Gleichzeitig hält es auch erfahrene Spieler bei der Stange, die ohne eine Art Fortschrittsanker schnell das Ziel aus den Augen verlieren könnten.


Über 120 Maschinen: Der Fuhrpark als Herzstück


Für viele Fans der Reihe ist der Maschinenpark der eigentliche Star – und auch hier liefert GIANTS Software. Mehr als 120 authentisch digitalisierte Landmaschinen bekannter Hersteller stehen bereit, darunter Klassiker wie Fendt, John Deere, CLAAS, Case IH, DEUTZ-FAHR, KRONE, Kubota, Massey Ferguson, New Holland und Valtra. Jede Maschine ist detailgetreu nachgebaut und mit GPS-Lenkhilfe ausgestattet, was besonders beim Bearbeiten großer Felder eine spürbare Erleichterung darstellt und gleichzeitig ein realistisches Gefühl von moderner Landwirtschaft vermittelt. Die Freude daran, sich mit dem ersten selbst verdienten Geld einen neuen Traktor zu leisten und auf dem Feld zu testen, ist nach wie vor ein echtes Highlight – und sie funktioniert auf der Switch genauso gut wie auf dem PC.


Zugänglichkeit: Besser als je zuvor


GIANTS Software hat beim 26er erkennbar in die Zugänglichkeit investiert. Die verbesserten Ingame-Tutorials führen Neulinge wesentlich sanfter in die verschiedenen Spielsysteme ein als frühere Teile der mobilen Reihe. Wer noch nie einen Landwirtschafts-Simulator gespielt hat, bekommt hier schrittweise erklärt, wie Feldarbeit, Tierhaltung und Produktionsketten funktionieren – ohne dass das Spiel dabei belehrend wirkt. Gleichzeitig bleibt das Spieltempo so frei und selbstbestimmt wie immer, sodass erfahrene Spieler nicht durch zu viele Erklärungen ausgebremst werden.


Die GPS-Lenkhilfe, die den Traktor automatisch in geraden Bahnen über das Feld steuert, ist dabei nicht nur realistisch, sondern macht das Spiel auf einem kleinen Handheld-Display spürbar komfortabler.


Switch-Performance & Technik


Auf der Nintendo Switch schlägt sich der Landwirtschafts-Simulator 26 solide. Die Optik ist erwartungsgemäß deutlich reduzierter als auf dem PC, aber für einen Switch-Ableger angemessen und konsistent. Die Bildrate bleibt in den meisten Situationen stabil, und der Übergang zwischen Handheld- und TV-Modus funktioniert reibungslos. Wer allerdings die üppigen Landschaften und detailreichen Maschinenmodelle aus Farming Simulator 25 auf PC oder Konsole gewöhnt ist, muss hier Abstriche machen. Das ist kein Kritikpunkt, sondern eine realistische Erwartungshaltung: Der 26er ist kein technisches Powerhouse, sondern ein komfortables Farming-Erlebnis für zwischendurch.


Für wen ist dieses Spiel?


Der Landwirtschafts-Simulator 26 richtet sich klar an zwei Gruppen: Fans der Serie, die ihren Hof auch unterwegs weiterbewirtschaften möchten, und Einsteiger, die einen zugänglichen Einstieg in die Welt der Simulation suchen. Wer bereits Farming Simulator 25 auf PC oder Konsole spielt und ein vollwertiges Erlebnis auf der Switch erwartet, sollte realistische Erwartungen mitbringen – der 26er ist inhaltlich und technisch ein schlanker Ableger, kein vollständiger Nachfolger. Wer hingegen einen entspannten, strukturierten Farming-Simulator für die Couch oder den Pendelweg sucht, bekommt hier genau das Richtige.


Fazit


Der Landwirtschafts-Simulator 26 für Nintendo Switch ist kein revolutionärer Neustart der Reihe, aber eine rundum gelungene Weiterentwicklung des mobilen Farming-Erlebnisses. Das neue Challenge-System bringt frische Struktur und Motivation in das freie Spielgeschehen, die erweiterten Produktionsketten verleihen der Wirtschaft mehr Tiefe, und der überarbeitete Fuhrpark mit über 120 Maschinen macht das Sammeln und Arbeiten so befriedigend wie eh und je. Zugänglichkeit und Entspannung stehen dabei stets im Vordergrund – und das ist genau das, was die Switch-Reihe stark macht. Wer seinen Hof überall dabei haben möchte, ist hier bestens bedient.