Goosebumps – Terror in Little Creek auf der PlayStation 5 versucht, den bekannten Gruselcharme der populären Buchreihe in ein familienfreundliches Videospiel zu übersetzen. Im Mittelpunkt steht die junge Sloane Spencer, die in ihrer Heimatstadt Little Creek merkwürdigen Vorkommnissen auf die Spur geht. Während die Erwachsenen die bedrohlichen Ereignisse herunterspielen, nimmt sie die Dinge selbst in die Hand – eine klassische Ausgangslage, die sofort nostalgische Erinnerungen an die Bücher und TV-Serienvorlage wachruft.
Optisch präsentiert sich das Spiel in einem farbenfrohen, leicht cartoonhaften Stil, der dennoch eine angenehme Gruselatmosphäre schafft. Verlassene Häuser, neblige Straßen und düstere Theaterbühnen wirken detailreich und stimmungsvoll, ohne dabei jemals wirklich bedrohlich zu sein. Damit eignet sich das Spiel besonders gut für ein jüngeres Publikum oder für Spielerinnen und Spieler, die sich ein wenig gruseln möchten, ohne echten Horror zu erleben. Auch musikalisch wird die Stimmung gut getragen, mit unheimlichen Klängen, die die Erkundungen atmosphärisch untermalen.
Spielerisch kombiniert Terror in Little Creek Erkundung, Rätsel und leichte Schleicheinlagen. Die Stadt öffnet sich nach und nach, neue Wege werden zugänglich, und neugierige Spielerinnen und Spieler finden Sammlerstücke, Hinweise und nützliche Werkzeuge. Die Rätsel sind abwechslungsreich genug, um zu unterhalten, ohne zu überfordern: Mal gilt es, Symbole zu drehen, mal Objekte zu finden oder kleine Kombinationen zu entschlüsseln. Der Schwierigkeitsgrad bleibt stets moderat, sodass Frust gar nicht erst entsteht.
Die Begegnungen mit Monstern sind so gestaltet, dass sie Spannung erzeugen, aber nicht überfordern. Kleinere Gegner lassen sich mit einer Schleuder vertreiben, während man größeren Kreaturen besser ausweicht oder sich versteckt. Wird man entdeckt, verliert man lediglich etwas Lebensenergie und kann die Flucht ergreifen – ein kompletter Neustart ist selten nötig. Zwar schwankt die Künstliche Intelligenz der Gegner zwischen auffallend blind und übertrieben aufmerksam, doch im Kern funktioniert das System, um eine kindgerechte Portion Spannung aufzubauen.
Besonders erfreulich sind die kleinen Anspielungen auf die Buchvorlage. Hier und da tauchen bekannte Motive oder Monster auf, die Fans sofort wiedererkennen. Allerdings hätte man sich noch mehr ikonische Figuren aus dem Goosebumps-Universum gewünscht, um die Nostalgie weiter zu verstärken.
Auf der anderen Seite zeigt sich das Gameplay nicht immer von seiner abwechslungsreichsten Seite. Wiederkehrende Schleicheinlagen und Puzzlearten können sich mit der Zeit etwas gleichförmig anfühlen, und wer viel Erfahrung mit Horror- oder Adventure-Spielen hat, könnte die Herausforderung vermissen. Für die eigentliche Zielgruppe – Kinder, Jugendliche und Nostalgiker – fällt das allerdings weniger ins Gewicht.
Unterm Strich ist Goosebumps – Terror in Little Creek ein stimmungsvolles, leicht zugängliches Abenteuer, das eine angenehme Mischung aus Spannung und Spaß bietet. Es ist kein Spiel für Hardcore-Horror-Fans, sondern ein sanfter Einstieg in das Genre, der sich perfekt für Familien eignet. Auf der PS5 profitiert das Spiel von flüssiger Performance und hübscher Präsentation, die den Gruselcharakter liebevoll unterstreicht.
Fazit:
Wer einen echten Schocker sucht, ist hier fehl am Platz. Wer jedoch ein charmantes, familienfreundliches Gruselspiel erleben möchte oder mit den Goosebumps-Büchern aufgewachsen ist, bekommt ein unterhaltsames Abenteuer mit viel Atmosphäre, soliden Rätseln und genau der richtigen Portion Gänsehaut.