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Mit „Die schwarzen Teufel von Bagdad“ entführt Regisseur Charles Lamont in eine Welt aus Palastintrigen, verbotener Liebe und machtpolitischem Ränkespiel – ein farbenprächtiges Abenteuerspektakel ganz im Geist klassischer Orientfilme der 1950er-Jahre. Die neue DVD-Veröffentlichung in der Reihe „Classics“ von OneGate Media macht diesen lange schwer erhältlichen Genrebeitrag nun wieder zugänglich.


Im Mittelpunkt steht Prinzessin Marjan, gespielt von Maureen O'Hara, die nach Jahren in England in ihre Heimat Bagdad zurückkehrt – und dort ein politisches Pulverfass vorfindet. Ihr Vater wurde ermordet, das Reich von den geheimnisvollen „Schwarzen Roben“ unterwandert. Schutz verspricht ausgerechnet der undurchsichtige Pascha, den der großartige Vincent Price mit süffisanter Eleganz verkörpert. Doch Marjan erkennt bald, dass sie im eigenen Palast zur Gefangenen geworden ist. Zwischen ihr und Prinz Hassan (Paul Hubschmid, hier unter dem Namen Paul Christian) entwickelt sich eine zarte, aber gefährliche Liebesbeziehung – überschattet von Mordverdacht und politischer Manipulation.


Lamont inszeniert das Geschehen als opulentes Technicolor-Abenteuer mit deutlichem „1001-Nacht“-Flair. Üppige Kostüme, exotisch anmutende Kulissen und eine bewusst theatralische Dramaturgie prägen den Film. Dabei geht es weniger um historische Genauigkeit als um eskapistische Unterhaltung. Intrigen, Geheimbünde und maskierte Verschwörer sorgen für Spannung, während die Liebesgeschichte dem Film emotionale Erdung verleiht.


Besonders hervorzuheben ist das Spiel von Maureen O’Hara. Bekannt aus Klassikern wie Der Glöckner von Notre Dame oder Das Wunder von Manhattan, verleiht sie Prinzessin Marjan Stärke und Würde. Sie ist keine passive Märchenfigur, sondern eine entschlossene Frau, die sich gegen politische Vereinnahmung behauptet. Vincent Price wiederum genießt sichtlich seine Rolle als machtgieriger Strippenzieher. Mit geschmeidiger Stimme und feinem Gespür für Zwischentöne macht er den Pascha zu einer ambivalenten Figur zwischen höfischer Galanz und kalter Berechnung. Paul Hubschmid ergänzt das Ensemble als romantischer Held mit Charisma und Präsenz.


Aus heutiger Sicht mag der Film in seiner Darstellung des Orients klischeehaft erscheinen, doch gerade diese stilisierte Exotik ist Teil seines nostalgischen Reizes. „Die schwarzen Teufel von Bagdad“ steht exemplarisch für eine Ära, in der Abenteuerkino vor allem durch Farbenpracht, Stars und dramatische Konflikte wirkte.


Die neue DVD von OneGate Media präsentiert den Film in ansprechender Qualität. Die kräftigen Technicolor-Farben kommen für eine Produktion dieses Alters erfreulich gut zur Geltung, Kontraste und Detailzeichnung sind solide. Auch der Ton ist klar verständlich und transportiert die pathetische Musikuntermalung wirkungsvoll. Damit bietet die Veröffentlichung eine würdige Heimkino-Edition für Liebhaber klassischer Abenteuerfilme.


„Die schwarzen Teufel von Bagdad“ ist kein subtiler Politthriller, sondern großes, emotionsgeladenes Ausstattungskino – getragen von starken Stars und einer Geschichte über Macht, Verrat und Liebe. Dank der neuen „Classics“-DVD von OneGate Media lässt sich dieses Stück nostalgischer Filmgeschichte nun wieder stilecht im heimischen Wohnzimmer erleben.