Die Stunde der grausamen Leichen (VHS) – Retro-Review: Eurohorror aus der Videothek
Originaltitel: El jorobado de la Morgue
Regie: Javier Aguirre
Jahr: 1973 (Kino) / ca. 1974-1982 (VHS-Releases)
Darsteller: Paul Naschy, Rosanna Yanni, Víctor Barrera, María Elena Arpón
VHS-Vertrieb: Bavaria/EuroVideo (ungeprüft)
Laufzeit VHS: Ca. 82 Minuten (gekürzt von 98 Min. Kinofassung)
Format: PAL, Magnetband
FSK: Ungeprüft (später indiziert 1982-2007)
Besonderheit: Auch als Super 8-Film von UFA erhältlich (2 x 120m)
Damaliger VHS-Preis: Ca. 79-99 DM (je nach Zeitpunkt)
Als die Videothek noch ein gefährlicher Ort war
Es ist Anfang der 80er. Die Videothek um die Ecke hat gerade das Sortiment erweitert. Dort, in der hintersten Ecke, hinter den Gardinen, wo die Schachteln mit den reißerischen Covern stehen – da steht er. Die Stunde der grausamen Leichen. Ein Bavaria/EuroVideo-Tape mit einem Cover, das verspricht, was damals keiner offen aussprechen durfte: Gewalt. Gore. Grauen.
Der Buckel. Die Leichen. Das Labor. Alles drauf. In grellen Farben. Der Videothekenbesitzer schaut dich skeptisch an. "Bist du alt genug?" Natürlich bist du alt genug. Das Tape wandert in die Plastiktüte. 99 Mark Kaution. Drei Tage Leihfrist. Und dann – zu Hause, im abgedunkelten Wohnzimmer, der Videorekorder surrt – beginnt die Reise in Paul Naschys spanische Hölle.
Willkommen in der Ära, als Horror noch auf Magnetband kam und Die Stunde der grausamen Leichen zu den härtesten Filmen gehörte, die man legal (naja, ungeprüft) bekommen konnte.
Die Story: Glöckner trifft Frankenstein
Der deutsche Verleihtitel ist – wie so oft – totaler Quatsch. "Die Stunde der grausamen Leichen" klingt nach Zombie-Film, nach wandelnden Toten, nach Fulci. Aber der Film hat damit nichts zu tun. Der Originaltitel "El jorobado de la Morgue" bedeutet schlicht: Der Bucklige der Leichenhalle. Viel treffender. Viel ehrlicher.
Die Geschichte ist schnell erzählt – und doch voller tragischer Tiefe:
Gotho (Paul Naschy in seiner besten Rolle) ist ein missgebildeter Buckliger, der in der Pathologie eines Krankenhauses in Feldkirch arbeitet. Von allen verspottet, gedemütigt, "Affe" genannt. Niemand sieht den Menschen in ihm. Nur Ilsa, eine todkranke Patientin, behandelt ihn mit Freundlichkeit. Gotho verliebt sich in sie – eine unmögliche, hoffnungslose Liebe.
Als Ilsa stirbt, dreht Gotho durch. Zwei Pfleger wollen ihren Leichnam ausrauben? Er tötet sie brutal, köpft einen, zerstückelt den anderen. Dann stiehlt er Ilsas Körper und versteckt ihn in alten Katakomben unter dem Krankenhaus – frühere Folterkammern der Inquisition.
Hier kommt Professor Dr. Orla ins Spiel – ein "Mad Scientist" wie aus dem Lehrbuch. Der skrupellose Forscher wurde von der Universität gefeuert, weil seine Experimente zu weit gingen. Er verspricht Gotho, Ilsa wieder zum Leben zu erwecken – wenn Gotho ihm Leichen besorgt. Erst tote. Dann lebende.
Was folgt, ist eine düstere Spirale aus Mord, Wahnsinn und schließlich der Erschaffung eines Monsters – ein lebendes Gehirn in einem Tank, umgeben von pulsierenden Eingeweiden. Lovecraft meets Universal Horror meets 70er-Splatter.
Am Ende? Sterben (fast) alle. Gotho stürzt mit dem Monster in ein Säurebad. Das Grauen ist vorbei. Aber die Bilder bleiben.
Die VHS-Fassung: Bavaria/EuroVideo und die Zensur
Die Bavaria/EuroVideo-Fassung von "Die Stunde der grausamen Leichen" ist eine klassische "ungeprüfte" Veröffentlichung der frühen 80er – und damit ein Produkt ihrer Zeit.
Was bedeutete "ungeprüft"?
In den wilden Jahren des Video-Booms (ca. 1980-1985) brachten Verleiher wie Bavaria/EuroVideo massenhaft Filme auf den Markt, ohne sie der FSK vorzulegen. Warum? Weil die FSK-Prüfung Zeit und Geld kostete – und weil der Markt so hungrig nach Horror war, dass sich "ungeprüfte" Tapes wie geschnitten Brot verkauften.
Der Haken? Ohne FSK-Freigabe waren diese Filme nur für Erwachsene (theoretisch ab 18). In der Praxis? Videotheken verliehen sie an jeden, der alt genug aussah. Und Sammler kauften sie direkt – oft für horrende Preise.
Die Bavaria-Version: Gekürzt, aber brutal genug
Die Bavaria/EuroVideo-Fassung lief etwa 82 Minuten – rund 16 Minuten kürzer als die internationale Kinofassung (98 Min.). Was fehlte?
Trotzdem: Für 1980er Verhältnisse war die Bavaria-Fassung hart. Sehr hart. So hart, dass der Film 1982 auf den Index kam – und dort 25 Jahre blieb (bis 2007).
Die Bildqualität: VHS-Charme und technische Grenzen
Wie sah die Bavaria-VHS aus? Nun ja...
Das Cover: Grell. Reißerisch. Ein Buckliger mit verzerrtem Gesicht, dahinter Leichen, Blut, Labor-Equipment. Der Schriftzug "Die Stunde der grausamen Leichen" in knalligen Lettern. Dazu der Hinweis: "Eine Bavaria Video-Kopie". Das war wichtig – denn Bavaria/EuroVideo hatte in den 80ern einen Ruf: Billig, aber zuverlässig. Man wusste, was man bekam.
Die Bildqualität: Typisches VHS-Material der frühen Generation. Leicht körnig, manchmal etwas matschig in dunklen Szenen (und der Film ist oft sehr dunkel). Die Farben? Kräftig, fast übersättigt – was dem Film eine surreale, fieberhafte Qualität gab.
Der Ton: Mono, manchmal etwas dumpf. Die deutsche Synchronisation war... nutzbar. Nicht brillant, aber funktional. Paul Naschys tiefe Stimme kam gut rüber, auch wenn manche Nebenfiguren klingen, als würden sie durch Watte sprechen.
Störungen: Bild-Dropouts? Gelegentlich. Ton-Knackser? Ja. Tracking-Probleme? Absolut. Aber das gehörte dazu. Wer VHS in den 80ern schaute, kannte das. Es war Teil der Erfahrung.
Der Bavaria-Stempel: "Eine Bavaria Video-Kopie"
Ein Detail, das jeder VHS-Sammler kennt: Der Bavaria-Stempel am Anfang jeder Kassette. Ein schlichter Schriftzug: "Eine Bavaria Video-Kopie". Manchmal mit Logo, manchmal ohne. Immer da.
Dieser Stempel war mehr als nur Branding. Er war ein Qualitätssiegel – oder zumindest ein Hinweis darauf, dass man keine illegale Raubkopie gekauft hatte. Bavaria/EuroVideo war einer der großen Player im deutschen Videomarkt, und ihr Stempel bedeutete: "Das ist echt. Das ist legal (naja, ungeprüft). Das ist Horror."
Die Super 8-Alternative: UFA (2 x 120m)
Während Bavaria/EuroVideo den VHS-Markt dominierte, gab es für Heimkino-Puristen eine Alternative: Super 8.
Die UFA brachte "Die Stunde der grausamen Leichen" als Zweiteiler auf Super 8 heraus – zwei Rollen à 120 Meter, insgesamt etwa 40 Minuten Laufzeit. Das war noch drastischer gekürzt als die VHS-Fassung, aber dafür in Film-Optik statt Video-Matsch.
Die Super 8-Fassung war teuer – vermutlich um die 300-400 DM für beide Rollen zusammen. Dafür bekam man:
Die UFA-Version richtete sich an Sammler, die bereit waren, für Qualität zu zahlen. Die Bavaria-VHS hingegen war für die Masse – und verkaufte sich entsprechend besser.
Interessanterweise überlebte die Super 8-Fassung die Indizierung besser als die VHS. Warum? Weil Super 8 als Nischenprodukt unter dem Radar blieb, während VHS-Kassetten aktiv beschlagnahmt wurden.
Der Film selbst: Eurohorror vom Feinsten
Vergessen wir für einen Moment die technischen Details und reden über den Film – denn "Die Stunde der grausamen Leichen" ist mehr als nur ein Gore-Vehikel.
Paul Naschy: Tragischer Held im Buckel-Kostüm
Paul Naschy (bürgerlich: Jacinto Molina) war der spanische Lon Chaney. Er spielte alles: Werwölfe, Vampire, Mumien, Frankensteins Monster. Aber in "Die Stunde der grausamen Leichen" lieferte er seine beste Leistung ab.
Gotho ist keine Karikatur. Er ist ein Mensch – gebrochen, verzweifelt, zu Grausamkeiten getrieben durch Grausamkeiten, die ihm angetan wurden. Naschy spielt ihn mit einer Mischung aus Würde und Verzweiflung. Selbst als er mordet, bleibt er sympathisch. Das ist hohe Schauspielkunst.
Für diese Rolle gewann Naschy 1973 den Georges Méliès Best Actor Award beim Pariser Festival für fantastische Filme. Völlig verdient.
Die Gore-Effekte: Echt, brutal, unvergesslich
Was "Die Stunde der grausamen Leichen" von anderen Eurohorror-Filmen unterscheidet, ist seine Härte.
Die berühmtesten (berüchtigtsten?) Szenen:
1. Die Enthauptung und Zerstückelung der Pfleger
Gotho rächt Ilsas Leichnam. Die Köpfung ist schnell, brutal, blutig. Das Zerstückeln? Wird angedeutet, aber die Imagination füllt die Lücken. Effektiv.
2. Die Ratten-Szene
Ilsas verwesender Körper wird von Ratten befallen. Gotho verbrennt sie – mit echten Ratten. Diese Szene sorgte für massive Kontroversen, weil die Tiere angeblich tatsächlich verletzt wurden. Heute undenkbar. Damals? Standard in spanischen Produktionen.
3. Das Monster
Das Gehirn-Tank-Monster ist absurd – eine pulsierende Masse aus Eingeweiden, Tentakeln und einem menschlichen Gehirn. Es sieht aus wie Lovecrafts nasser Traum. Die Effekte sind billig, aber gerade deshalb faszinierend.
4. Das Säurebad-Finale
Gotho und das Monster stürzen in ein Becken voller Säure. Die Auflösungseffekte? Grotesk. Schockierend. Unvergesslich.
Die Atmosphäre: Gothic Horror meets 70er-Sleaze
Die Katakomben sind das wahre Herzstück des Films. Dunkle, feuchte Gewölbe, früher Folterkammern der Inquisition. Javier Aguirre nutzt die Kulissen perfekt – Schatten, Nebel, flackernde Fackeln. Es fühlt sich an wie ein Hammer Horror-Film, aber mit spanischer Schonungslosigkeit.
Gleichzeitig gibt es Sleaze-Elemente: nackte Frauen als Versuchsobjekte, sexualisierte Gewalt (angedeutet, nicht explizit), die schmierige Atmosphäre eines Grindhouse-Kinos. Das war typisch für spanischen Horror der 70er – eine Mischung aus Gothic-Ästhetik und Exploitation.
Die Indizierung: 25 Jahre im Giftschrank
1982 kam der Hammer: "Die Stunde der grausamen Leichen" wurde indiziert. Der Film verschwand aus den Videotheken, die Bavaria-VHS wurde eingezogen, Besitzer mussten sie abgeben (oder versteckten sie im Keller).
Warum? Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPjS) sah in dem Film eine "Verrohung der Jugend". Die Gewaltdarstellungen seien "selbstzweckhaft" und "verherrlichend". Das war natürlich Quatsch – der Film ist eine Tragödie, keine Gewalt-Feier – aber die BPjS argumentierte selten logisch.
Von 1982 bis 2007 – 25 Jahre – war der Film verboten. Verkauf, Verleih, Werbung: alles strafbar.
Erst 2008, nach einer FSK-Neuprüfung, wurde er freigegeben: FSK 16. Plötzlich war der Film wieder legal. DVD-Releases folgten (u.a. von Anolis Entertainment in der Hardbox). 2019 kam die erste deutsche Blu-ray (Shock Entertainment, No Mercy #05).
Aber die Bavaria-VHS? Die blieb ein Sammlerstück. Heute werden gut erhaltene Kopien für 50-80 Euro gehandelt. Mit Originalcover und funktionierendem Band? 100+ Euro.
Damals vs. Heute: Hält der Film stand?
Damals (1980er):
"Die Stunde der grausamen Leichen" war hardcore. Einer der härtesten Filme, die man legal bekommen konnte. Videotheken-Inhaber wurden nervös, wenn man danach fragte. Eltern hätten Herzinfarkte bekommen. Es war verbotene Frucht – und genau das machte ihn so begehrt.
Die Bavaria-VHS war ein Statement: "Ich schaue die harten Sachen. Ich bin kein Kind mehr."
Heute (2025):
Der Film ist... interessant. Nicht mehr schockierend. Die Gore-Effekte wirken zahm im Vergleich zu modernen Splatter-Filmen. Die Ratten-Szene ist immer noch verstörend (Tierquälerei ist nie okay), aber sonst? Der Film lebt von Atmosphäre, nicht von Schocks.
Was bleibt, ist die Tragödie. Gothos Geschichte ist immer noch bewegend. Paul Naschys Performance ist immer noch stark. Die Gothic-Atmosphäre ist immer noch dicht.
Würde ich den Film heute einem Horror-Neuling empfehlen? Nein. Aber einem Eurohorror-Fan? Einem VHS-Nostalgiker? Einem Paul Naschy-Verehrer? Absolut.
Das Fazit
"Die Stunde der grausamen Leichen" ist kein Meisterwerk. Es ist ein ungeschliffener, manchmal chaotischer, oft absurder Eurohorror-Film aus den 70ern.
Aber es ist auch ein Zeitdokument. Ein Film, der zeigt, wie wild, ungebremst und experimentierfreudig Horror damals sein konnte. Ein Film, der 25 Jahre verboten war – und dadurch unsterblich wurde.
Die Bavaria/EuroVideo-VHS ist mehr als nur eine Veröffentlichung. Sie ist ein Stück Videokultur. Ein Relikt aus einer Zeit, als "ungeprüft" noch aufregend klang, als Videotheken gefährliche Orte waren, als ein Magnetband in einer Plastikschachtel das Tor zur Hölle sein konnte.
Die UFA Super 8-Fassung (2 x 120m) war die elitäre Alternative – teurer, hochwertiger, seltener. Für Sammler, die Film über Video stellten.
Heute kannst du den Film in HD auf Blu-ray schauen, ungeschnitten, restauriert, mit Extras. Aber ehrlich? Manchmal vermisst man die körnige VHS-Ästhetik, das Surren des Videorekorders, das Gefühl, etwas Verbotenes zu sehen.
"Die Stunde der grausamen Leichen" ist kein großer Film. Aber es ist ein wichtiger Film. Für die Geschichte des Eurohorrors. Für die Geschichte der VHS-Ära. Für die Geschichte der Filmzensur in Deutschland.
Und für alle, die wissen wollen, wie es war, als Horror noch weh tat.
Wertung (VHS-Kontext)
Film selbst: 7/10 – Solider Eurohorror mit starkem Naschy
Atmosphäre: 8/10 – Gothic Horror meets Sleaze
Gore/Effekte: 7/10 – Hart für die Zeit, zahm für heute
VHS-Bildqualität: 5/10 – Typisches Bavaria-Material, funktional
Tonqualität: 6/10 – Mono, dumpf, aber verständlich
Historischer Wert: 9/10 – Indizierungs-Klassiker, VHS-Ikone
Gesamtwertung (damals): 8/10 – Verbotene Frucht, Must-Have
Gesamtwertung (heute): 6/10 – Interessantes Relikt, für Fans
Pro & Contra (VHS-Perspektive)
Das Gute:
✅ Paul Naschy in seiner besten Rolle (Award-gekrönt!)
✅ Starke Gothic-Atmosphäre in den Katakomben
✅ Für die Zeit harte Gore-Effekte
✅ Tragische, menschliche Geschichte trotz Horror
✅ Bavaria/EuroVideo – verlässlicher Verleiher
✅ "Ungeprüft" = Rebellischer Thrill
✅ Historisch wichtig (25 Jahre indiziert)
✅ Auch als UFA Super 8 verfügbar (2 x 120m)
Das Schlechte:
❌ VHS-Fassung stark gekürzt (82 Min. statt 98 Min.)
❌ Bildqualität typisch schwach für frühe Bavaria-Tapes
❌ Ton manchmal dumpf und unklar
❌ Ratten-Szene ethisch problematisch (Tierquälerei)
❌ Film verliert Fokus in der zweiten Hälfte
❌ Monster-Design wirkt billig (auch wenn charmant)
❌ Indizierung machte Film jahrzehntelang illegal
Kaufempfehlung heute
Kaufen (VHS), wenn du:
Besser Blu-ray holen, wenn du:
Super 8 suchen, wenn du:
Fun Facts
🎬 Paul Naschy schrieb das Drehbuch unter seinem bürgerlichen Namen Jacinto Molina – und integrierte Elemente von Quasimodo, Frankenstein und Re-Animator.
📹 Echte Leichen? Es gibt Gerüchte, dass einige der Leichenszenen mit echten Kadavern gedreht wurden (Naschy hatte Zugang zu einer medizinischen Fakultät). Offiziell nie bestätigt.
🐀 Ratten-Kontroverse: Die Szene, in der Ratten verbrannt werden, sorgte für Aufschreie von Tierschützern. Angeblich waren einige der "Ratten" gefärbte Meerschweinchen (was kaum glaubwürdig ist).
💰 Bavaria-Preis: Die VHS kostete ursprünglich 79-99 DM (je nach Jahr). Heute: 50-100 Euro für gut erhaltene Exemplare.
📼 Tracking-Probleme: Viele Bavaria-Tapes aus dieser Ära hatten Tracking-Issues – das Bild "hüpfte" gelegentlich. Das lag an billigeren Bändern.
🎭 Méliès-Award: Paul Naschy gewann für diese Rolle den "Georges Méliès Best Actor Award" – eine der höchsten Auszeichnungen für fantastische Filme in Europa.
Abschließende Gedanken
"Die Stunde der grausamen Leichen" auf VHS ist mehr als nur ein Film. Es ist ein Zeitzeuge einer Ära, in der Horror noch gefährlich war, in der Videotheken Schlachtfelder der Moral waren, in der ein "ungeprüftes" Bavaria-Tape der heilige Gral für Teenager war.
Die Super 8-Fassung der UFA (2 x 120m) war die Alternative für Puristen – teurer, edler, filmischer. Aber die Bavaria-VHS? Die war für die Masse. Und sie erfüllte ihren Zweck perfekt.
Heute, in Zeiten von Streaming und 4K-Restaurierungen, wirkt die Bavaria-VHS archaisch. Aber wenn du sie in die Hand nimmst, das Cover betrachtest, das Band in den Rekorder schiebst und auf "Play" drückst – dann bist du zurück in einer Zeit, als Horror noch weh tat.
Schalte das Licht aus. Drücke auf Play. Und wage es, Gothos Welt zu betreten.
Die Leichen warten.