Cassandra Crossing (VHS) – Retro-Review: Star-Ensemble trifft tödliches Virus
Originaltitel: The Cassandra Crossing
Regie: George Pan Cosmatos
Jahr: 1976 (Kino) / ca. 1980-1985 (VHS-Release)
Darsteller: Sophia Loren, Richard Harris, Burt Lancaster, Ava Gardner, Martin Sheen, O.J. Simpson
VHS-Vertrieb: VMP Video (Deutschland)
Laufzeit VHS: Ca. 123-129 Minuten (je nach Version)
Format: PAL, Magnetband
FSK: FSK 16
Besonderheit: Zwei VHS-Versionen (zensiert/unzensiert)
Damaliger VHS-Preis: Ca. 89-119 DM (Kaufversion)
Als Katastrophenfilme noch auf Magnetband rollten
Es ist Mitte der 80er. Die Videothek hat gerade ihre neue Thriller-Ecke eingerichtet. Zwischen Die Towering Inferno und Airport '77 steht eine Schachtel, die schon vom Cover her Größe verspricht: Cassandra Crossing.
Die Namen allein sind ein Versprechen: Sophia Loren. Richard Harris. Burt Lancaster. Ava Gardner. Martin Sheen. Dazu O.J. Simpson, bevor er... na ja, lassen wir das. Das Cover zeigt einen Zug, der über eine baufällige Brücke rast, Passagiere in Panik, das VMP-Logo prangt oben links. 119 Mark Kaufpreis. Oder drei Tage Leihfrist für 9,50 DM.
Du nimmst das Tape mit nach Hause, schiebst es in den Videorekorder, drückst auf Play – und für die nächsten zwei Stunden bist du in einem Zug gefangen, der unaufhaltsam seinem Untergang entgegenrast.
Willkommen in der Ära der Star-Studded Disaster Movies – auf VHS, von VMP Video, einem der progressiven deutschen Verleiher, die in den 80ern den Videomarkt aufmischten.
Die Story: Biowaffe trifft Eisenbahn
Die Handlung von Cassandra Crossing ist klassisches Katastrophenfilm-Material der 70er – nur mit einem zeitgemäßen Bio-Thriller-Twist:
Genf, Schweiz. Terroristen versuchen, die Zentrale der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu sprengen. Der Anschlag scheitert, aber einer der Terroristen wird dabei mit einem tödlichen Virus infiziert – einer experimentellen Biowaffe, die das US-Militär (illegal!) in neutralem Gebiet lagert.
Der verletzte Terrorist flieht und steigt in den Transcontinental Express – einen Luxuszug von Genf nach Stockholm. Während der Zug durch Europa rast, verbreitet sich das Virus unter den Passagieren. Menschen werden krank. Die Situation eskaliert.
Colonel Mackenzie (Burt Lancaster), ein amerikanischer Militäroffizier, übernimmt das Kommando. Sein Plan? Den Zug umleiten – zu einem verlassenen Nazi-Konzentrationslager in Polen, wo die Infizierten "sicher" isoliert werden können.
Das Problem? Um dorthin zu gelangen, muss der Zug über die Cassandra-Brücke – eine baufällige, seit 1948 nicht mehr genutzte Stahlbrücke, die jederzeit einstürzen könnte.
Dr. Chamberlain (Richard Harris), ein Neurologe an Bord, und seine Ex-Frau Jennifer (Sophia Loren) versuchen verzweifelt, eine Katastrophe zu verhindern. Aber Mackenzie lässt sich nicht aufhalten. Der Zug rast weiter. Die Brücke nähert sich. Menschen sterben. Und am Ende...
Nun ja. Das Ende ist brutal.
Die VHS-Fassung: VMP und die zwei Versionen
Die VMP Video-Veröffentlichung von Cassandra Crossing ist ein interessantes Stück VHS-Geschichte – denn es gab zwei Fassungen.
Was war VMP?
VMP Video (später VMP Medien GmbH) war einer der jungen, progressiven Verleiher, die Mitte der 80er bis in die 90er den deutschen Videomarkt aufmischten. Anders als konservative Riesen wie UFA oder Warner Home Video hatte VMP einen Ruf für ungewöhnliche Titel, internationale Raritäten und faire Preise.
VMP war bekannt für:
Die VHS-Schachteln von VMP waren solide: stabile Pappboxen mit großflächigen, farbigen Covers. Kein billiger Plastik-Snap-Case. Das VMP-Logo (oft oben links) war klein, aber erkennbar. Die Rückseiten hatten detaillierte Inhaltsangaben, Besetzungslisten und manchmal Szenenfotos.
VMP-Tapes waren respektiert. Wenn du eine VMP-Kassette hattest, wusstest du: Das ist kein Ramsch. Das ist Qualität.
Die zwei Fassungen: Zensiert vs. Unzensiert
Hier wird es spannend: Cassandra Crossing hatte in den USA zwei Kino-Versionen – eine R-Rated (129 Min.) und eine PG-Rated (ca. 123 Min., zensiert). Der Unterschied? Die Crash-Szene am Ende.
In der R-Rated-Fassung sieht man:
In der PG-Rated-Fassung wurde das alles entfernt. Man sieht nur:
Die VMP-VHS in Deutschland? Es gab beide Versionen.
Die FSK 16-Version (die häufigste) enthielt die volle, ungeschnittene R-Rated-Fassung mit allen Gore-Shots. Das war VMP typisch – sie versuchten, wo immer möglich, ungeschnittene Fassungen zu liefern.
Die TV-Version (seltener) war die zensierte PG-Fassung, die manchmal für Nachmittags-Ausstrahlungen im Fernsehen genutzt wurde.
Heute sind beide Fassungen auf DVD/Blu-ray erhältlich – aber die VMP-VHS war damals der einzige Weg, den Film ungeschnitten im Heimkino zu sehen.
Die Bildqualität: Typisches VHS-Material der Mittelklasse
Wie sah die VMP-VHS aus?
Das Cover: Spektakulär. Ein riesiges Bild des Zugs auf der Brücke, im Hintergrund Feuer und Chaos. Die Gesichter der Stars (Loren, Harris, Lancaster) sind prominent platziert. Der Schriftzug "Cassandra Crossing" in großen, dramatischen Lettern. Hinten: Inhaltsangabe, Besetzung, Szenenfotos. Professionell.
Die Bildqualität: Solide. Nicht herausragend, aber gut genug. Der Film wurde ursprünglich in Panavision (2,35:1 Breitbild) gedreht – die VHS zeigte ihn Pan-and-Scan (4:3). Das bedeutet: Etwa 40% des Bildes fehlten. Die spektakulären Luftaufnahmen? Beschnitten. Die weiten Zugpanoramen? Beschnitten.
Aber ehrlich? In den 80ern wusste kaum jemand, was "Letterbox" ist. Pan-and-Scan war Standard. Und für VHS-Verhältnisse war die Bildqualität der VMP-Kassette anständig: klare Farben, wenig Rauschen, gute Schärfe (solange das Band nicht kopiert wurde).
Der Ton: Mono. Manchmal Stereo (bei neueren VMP-Releases mit HiFi-Spur). Die deutsche Synchronisation war... funktional. Nicht brillant, aber verständlich. Sophia Loren klang elegant, Richard Harris rau, Burt Lancaster autoritär. Jerry Goldsmiths orchestraler Soundtrack kam gut rüber – auch wenn Mono ihm nicht gerecht wurde.
Störungen: Wie bei allen VHS-Tapes: gelegentliche Bild-Dropouts, leichte Tracking-Probleme, manchmal ein "Schneesturm" bei Szenenübergängen. Aber VMP-Bänder waren qualitativ hochwertig – bessere Magnettechnik als Billig-Verleiher.
Der Film selbst: Disaster Movie mit Biss
Vergessen wir für einen Moment die VHS und reden über den Film – denn Cassandra Crossing ist mehr als nur "Zug fährt über kaputte Brücke".
Das Star-Ensemble: Jeder bekommt seinen Moment
Was Cassandra Crossing von anderen Katastrophenfilmen unterscheidet, ist sein internationales All-Star-Ensemble – und die Tatsache, dass (fast) jeder eine echte Rolle hat.
Sophia Loren (Jennifer) – Die Ex-Frau des Neurologen, eine Autorin. Loren spielt sie mit Würde und Intelligenz. Sie ist nicht nur "die schöne Frau" – sie trifft Entscheidungen, rettet Menschen, konfrontiert Mackenzie. Loren, damals 42, war past her prime (wie Kritiker lieblos anmerkten), aber sie bringt Klasse.
Richard Harris (Dr. Chamberlain) – Der Held des Films. Harris spielt ihn als zynischen, aber mitfühlenden Arzt, der die Passagiere retten will – während sein eigener Stolz im Weg steht. Harris ist großartig – charismatisch, intensiv, glaubwürdig. Seine Szenen mit Loren knistern.
Burt Lancaster (Colonel Mackenzie) – Der Bösewicht. Kalt, pragmatisch, militärisch. Lancaster spielt ihn nicht als Monster, sondern als Mann, der glaubt, das Richtige zu tun. "Leave No Witnesses" (Keine Zeugen zurücklassen) ist seine Devise. Eine erschreckend realistische Darstellung bürokratischer Grausamkeit.
Ava Gardner (Nicole Dressler) – Die Ehefrau eines Waffenhändlers, glamourös, zynisch, gelangweilt. Gardner (damals 54) ist hinreißend – sie spielt Nicole als Samantha Jones avant la lettre, mit einem jungen Liebhaber (Martin Sheen) im Schlepptau. Ihre Dialoge sind scharf, witzig, bitter.
Martin Sheen (Robby) – Gardners Toyboy, ein Drogenabhängiger mit Herz. Sheen macht das Beste aus einer undankbaren Rolle – sein Robby ist nicht nur "der Junkie", sondern ein Mensch. Seine Szene mit Gardner in ihrem Abteil (er macht Kopfstände, während sie ihn ignoriert) ist absurd und brillant.
O.J. Simpson (Haley) – Ein Polizist im Zug. Simpson ist... da. Er macht seinen Job. Nichts Besonderes. (In Retrospektive: gruselig, ihn als "Helden" zu sehen.)
Lee Strasberg (Herman Kaplan) – Ein Holocaust-Überlebender, der erkennt, dass der Zug zu einem ehemaligen KZ umgeleitet wird. Strasberg liefert die emotional härteste Szene des Films: "Nein! Nicht wieder! Ich gehe da nicht rein!" Herzzerreißend.
Die Inszenierung: Cosmatos kann Action
George Pan Cosmatos – später bekannt für Rambo: First Blood Part II (1985) und Cobra (1986) – inszeniert mit Tempo und Spannung.
Die Luftaufnahmen des Zugs, der durch die Schweizer Alpen rast, sind atemberaubend (selbst auf VHS). Die Kameraführung im Zug – enge Korridore, klaustrophobische Abteile – ist effektiv. Die Spannungsmomente – das Virus breitet sich aus, Passagiere sterben, Mackenzie blockiert jede Rettung – sind intensiv.
Cosmatos nutzt echte Züge, echte Landschaften, echte Stuntarbeit. Keine CGI (gab's 1976 nicht). Die Crash-Szene am Ende? Modellarbeit – aber beeindruckende Modellarbeit. Der Zug stürzt, die Brücke bricht zusammen, Menschen schreien. Es sieht aus wie 1976 – aber es funktioniert.
Die Schwäche? Pacing. Der Film ist 129 Minuten lang – und manchmal fühlt man das. Es gibt Momente, in denen die Seifenoper-Subplots (Jennifer und Jonathan, Nicole und Robby) die Spannung bremsen. Aber insgesamt: solides Handwerk.
Der Sound: Jerry Goldsmith rettet alles
Die wahre Star des Films? Jerry Goldsmiths Soundtrack.
Goldsmith (Star Trek, Alien, Rambo) komponierte einen orchestralen Score, der zwischen dramatischen Actionstücken und melancholischen Streicherthemen wechselt. Die Musik hebt den Film auf ein anderes Level – sie gibt ihm Gewicht, Emotion, Dringlichkeit.
Auf VHS, selbst in Mono, kommt Goldsmiths Musik gut rüber. Der Score ist so stark, dass er selbst schwache Szenen trägt.
Das Ende: Brutal und deprimierend
Das Ende von Cassandra Crossing ist kein Hollywood-Happy-End.
Der Zug erreicht die Brücke. Die Brücke bricht zusammen. Der vordere Teil des Zugs – mit den meisten Passagieren – stürzt in den Fluss. Menschen sterben. Hunderte.
Die Überlebenden (Chamberlain, Jennifer, Kaplan, ein paar andere) sind am Ende des Zugs und überleben – aber sie sehen, wie ihre Mitpassagiere ertrinken.
Mackenzie? Wird konfrontiert, aber bleibt ungestraft. "Leave No Witnesses" – Mission erfüllt.
Der Film endet mit einer Luftaufnahme von Genf – wo alles begann. Ein Kreis schließt sich. Bitter. Hoffnungslos.
In der unzensierten VMP-Fassung sieht man:
In der TV-Fassung? Nichts davon. Der Zug stürzt, Ende. Viel weniger Wirkung.
Die VMP-VHS zeigte die volle Härte – und das war wichtig. Denn ohne dieses brutale Ende? Wäre Cassandra Crossing nur ein weiterer Katastrophenfilm.
Kritik damals: Von "Katastrophe" bis "solide"
Die Kritiker waren gespalten. Richard Eder (The New York Times): "Profoundly, offensively stupid." Autsch.
Variety: "A tired, hokey and sometimes unintentionally funny disaster film."
Kevin Thomas (Los Angeles Times): "A disaster picture quite literally disastrous and so awful it's unintentionally hilarious."
Aber das Publikum? Liebte es. Der Film spielte seine Kosten allein in Japan wieder ein. In Europa war er ein Hit. Die VHS-Version? Verkaufte sich jahrelang.
Warum? Weil Cassandra Crossing genau das lieferte, was das Publikum wollte: Stars, Action, Spannung, ein unausweichliches Ende. Kritiker können snobben, so viel sie wollen – Katastrophenfilme waren Popcorn-Kino, und Cassandra Crossing war gutes Popcorn-Kino.
Damals vs. Heute: Wie hält der Film?
Damals (1980er VHS):
Cassandra Crossing war ein Must-Have. Ein Film mit echten Stars, nicht nur B-Promis. Eine Geschichte, die relevant war (Biowaffen, Regierungsverschwörung). Ein Ende, das schockierte.
Die VMP-VHS war erschwinglich (verglichen mit 300-DM-Editionen anderer Filme) und hochwertig. Die unzensierte Fassung machte sie zum Sammlerstück.
Heute (2025):
Der Film ist... interessant. Nicht großartig. Nicht schrecklich. Interessant.
Die Prämisse – Biowaffe im Zug – ist zeitlos. Die Paranoia – Regierung opfert Unschuldige – ist aktueller denn je. Die Besetzung? Immer noch beeindruckend.
Aber die Ausführung? Ungleichmäßig. Die Seifenoper-Subplots nerven. Das Pacing ist holprig. Die Effekte wirken altmodisch (aber charmant).
Würde ich den Film heute jemandem empfehlen? Ja – aber mit Kontext. Als Zeitdokument der 70er Disaster Movies. Als Showcase für ein großartiges Ensemble. Als Jerry Goldsmith-Meisterwerk.
Aber als "perfekter Film"? Nein.
Die VMP-VHS heute: Sammlerwert
Was ist die VMP-VHS von Cassandra Crossing heute wert?
Monetär: Je nach Zustand 15-40 Euro. Nicht astronomisch, aber respektabel. Die unzensierte FSK 16-Fassung ist gefragter als die TV-Version.
Nostalgisch: Unbezahlbar für VMP-Sammler. Es war einer der Filme, die VMP als seriösen Verleiher etablierten.
Die VHS selbst ist in gutem Zustand (wenn sie nicht zu oft abgespielt wurde). VMP nutzte hochwertige Bänder – weniger Magnetabbau als Billig-Konkurrenz.
Das Fazit
Cassandra Crossing ist kein Meisterwerk. Es ist ein solider, spannender, manchmal frustrierender Katastrophenfilm der 70er mit einem großartigen Ensemble und einem brutalen Ende.
Die VMP Video-VHS ist mehr als nur eine Veröffentlichung. Sie ist ein Stück deutscher Videogeschichte – ein Beispiel dafür, wie progressive Verleiher wie VMP in den 80ern den Markt aufmischten, unzensierte Fassungen lieferten und Sammlern hochwertige Produkte boten.
Die unzensierte Fassung machte den Unterschied – denn ohne das schockierende Ende? Wäre Cassandra Crossing nur ein weiterer "Zug in Gefahr"-Film.
Heute, in Zeiten von Blu-ray und Streaming, wirkt die VMP-VHS archaisch. Aber wenn du sie in die Hand nimmst, das Cover betrachtest, das Band in den Rekorder schiebst – dann bist du zurück in einer Zeit, als Katastrophenfilme noch groß waren, als Stars noch zählten, als VHS der einzige Weg war, Filme zu Hause zu sehen.
Schalte das Licht aus. Drücke auf Play. Steig in den Transcontinental Express.
Die Brücke wartet.
Wertung (VHS-Kontext)
Film selbst: 7/10 – Solider Disaster Movie mit Schwächen
Ensemble: 9/10 – Großartige Besetzung
Inszenierung: 7/10 – Cosmatos liefert Action
Soundtrack: 10/10 – Jerry Goldsmith ist brillant
VHS-Bildqualität: 6/10 – Typisches Pan-and-Scan, aber solide
VHS-Tonqualität: 6/10 – Mono/Stereo, funktional
Historischer Wert: 8/10 – VMP-Klassiker, unzensiert
Gesamtwertung (damals): 8/10 – Spannendes Disaster-Kino
Gesamtwertung (heute): 6/10 – Zeitdokument mit Charme
Pro & Contra (VHS-Perspektive)
Das Gute:
✅ All-Star-Ensemble – Loren, Harris, Lancaster, Gardner
✅ VMP lieferte unzensierte FSK 16-Fassung
✅ Jerry Goldsmiths brillanter Soundtrack
✅ Spannung und Tempo (meistens)
✅ Brutales, realistisches Ende (kein Hollywood-Happy-End)
✅ Hochwertige VMP-VHS-Produktion
✅ Zeitlos relevante Prämisse (Biowaffen, Verschwörung)
✅ Echte Stunts, keine CGI
Das Schlechte:
❌ Pacing-Probleme – Film zu lang (129 Min.)
❌ Seifenoper-Subplots bremsen Spannung
❌ Pan-and-Scan schneidet 40% des Bildes weg
❌ Manche Kritiker fanden ihn "unintentionally funny"
❌ VHS-Mono-Ton wird Goldsmith nicht gerecht
❌ Effekte wirken heute altmodisch
❌ O.J. Simpson ist... ja, da
Kaufempfehlung heute
Kaufen (VHS), wenn du:
Besser Blu-ray holen, wenn du:
Fun Facts
🎬 Tom Mankiewicz, der am Drehbuch arbeitete, nannte den Film intern "The Towering Germ" – eine Anspielung auf The Towering Inferno.
💰 Ava Gardner sagte offen: "The real reason I'm in this picture is money, baby, pure and simple."
🎭 Peter O'Toole wurde die Hauptrolle angeboten, lehnte aber ab. Richard Harris übernahm.
🎵 Jerry Goldsmith komponierte den Score in nur drei Wochen – und schuf ein Meisterwerk.
🚂 Echte Züge wurden für die Dreharbeiten genutzt – gedreht in Frankreich, Italien und der Schweiz.
⚖️ Italienische Steuerbehörden verhafteten kurzzeitig mehrere Darsteller (inkl. Sophia Loren) wegen angeblicher Steuerhinterziehung durch Produzent Carlo Ponti. Nichts wurde bewiesen.
📼 Zwei Versionen – R-Rated (unzensiert) und PG-Rated (zensiert). VMP brachte die R-Rated-Fassung nach Deutschland.
Abschließende Gedanken
Cassandra Crossing auf VHS ist mehr als nur ein Film. Es ist ein Zeitzeuge – einer Ära, in der Katastrophenfilme Blockbuster waren, in der Stars noch echte Stars waren, in der VHS der einzige Weg war, Kino nach Hause zu bringen.
Die VMP Video-VHS repräsentiert das Beste der deutschen Videokultur der 80er: hohe Qualität, faire Preise, unzensierte Fassungen. VMP war kein Bavaria (billig und massenhaft) und kein UFA (teuer und elitär). VMP war der Mittelweg – und genau richtig.
Heute, in Zeiten von 4K-Restaurierungen, wirkt die VMP-VHS archaisch. Aber wenn du sie in die Hand nimmst, das Cover betrachtest, das Band abspielst – dann bist du zurück in einer Zeit, als Filme noch Event waren.
Schalte das Licht aus. Drücke auf Play. Steig in den Zug.
Die Cassandra-Brücke wartet.