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Edgar Wrights Neuinterpretation von „The Running Man“, basierend auf dem Roman von Stephen King, ist kein simples Remake, sondern eine moderne, bissige Medien-Satire, die Action, schwarzen Humor und gesellschaftskritische Schärfe zu einem überraschend dichten Gesamtpaket verbindet. Mit Glen Powell, Josh Brolin und William H. Macy in zentralen Rollen gelingt Wright ein Film, der sich gleichzeitig wie ein adrenalinhaltiger Thriller und wie eine erschreckend plausible Vision unserer nahen Zukunft anfühlt.


Story & Weltentwurf


In einer dystopischen Zukunft ist „The Running Man“ die erfolgreichste Show im Fernsehen: ein tödlicher Wettbewerb, in dem sogenannte Runner 30 Tage lang überleben müssen, während sie von professionellen Killern gejagt werden – live übertragen vor einem sensationshungrigen Publikum. Jeder überstandene Tag bringt mehr Geld, aber auch mehr Aufmerksamkeit und damit größere Gefahr.


Ben Richards (Glen Powell), ein Mann aus der Arbeiterklasse, meldet sich aus purer Verzweiflung an, um seine kranke Tochter zu retten. Produzent Dan Killian (Josh Brolin), charmant, manipulierend und eiskalt kalkulierend, erkennt in Ben das perfekte TV-Material. Doch was als kalkuliertes Entertainment beginnt, kippt schnell: Bens Mut und sein Trotz machen ihn zum Publikumsliebling – und gleichzeitig zur Bedrohung eines Systems, das von Gewalt, Sensationslust und Kontrolle lebt.


Wright gelingt es, die Welt so zu inszenieren, dass sie gleichzeitig überzeichnet und erschreckend real wirkt. Reality-TV-Exzesse, Social-Media-Hysterie und politische Manipulation verschmelzen zu einem Szenario, das weniger wie Science-Fiction wirkt als wie eine düstere Prognose.


Regie & Inszenierung


Edgar Wrights Handschrift ist unverkennbar: rasantes Tempo, präziser Schnitt und ein Gespür für visuelle Gags, die jedoch nie die emotionale Wucht untergraben. Während seine früheren Werke oft stärker auf Humor setzten, zeigt er hier eine deutlich düsterere Seite. Die Actionsequenzen sind kinetisch, kreativ choreografiert und gleichzeitig brutal direkt – ohne den ironischen Schutzschild, den man vielleicht erwartet hätte.


Besonders stark ist, wie Wright die mediale Ebene einbindet. Die permanente Übertragung der Show wird durch dynamische Bild-in-Bild-Kompositionen, Social-Media-Feeds und propagandistische Clips erzählt. Das Publikum im Film wird so fast zu einer eigenen Figur – ein Spiegel unserer eigenen voyeuristischen Kultur.


Darsteller


Glen Powell liefert eine überraschend vielschichtige Performance. Sein Ben Richards ist kein übermenschlicher Actionheld, sondern ein verletzlicher, wütender und zugleich empathischer Mensch, der sich erst im Verlauf des Films zu einem Symbol des Widerstands entwickelt. Powell balanciert körperliche Präsenz mit emotionaler Tiefe – eine Leistung, die den Film trägt.


Josh Brolin ist als Dan Killian ein Highlight: charmant, rhetorisch brillant und moralisch völlig entkoppelt. Er verkörpert die perfide Logik eines Systems, das Gewalt als Unterhaltung verkauft. William H. Macy bringt als zwielichtiger Insider eine leise, fast tragische Note ein und sorgt dafür, dass die Welt hinter den Kulissen ebenso interessant bleibt wie die tödliche Jagd selbst.


Themen & Tonalität


„The Running Man“ funktioniert als Actionfilm, aber seine größte Stärke liegt in der satirischen Schärfe. Wright untersucht die Grenzen von Unterhaltung, die Macht von Mediennarrativen und die Frage, wie schnell Menschen bereit sind, Gewalt zu normalisieren, solange sie emotional verpackt wird. Das Publikum im Film wird zum Spiegel des realen Publikums – ein cleverer, manchmal unangenehm direkter Kommentar.


Der Ton schwankt bewusst zwischen nervenaufreibender Spannung und zynischer Ironie. Gerade diese Mischung verhindert, dass der Film in reinen Nihilismus abrutscht; stattdessen entsteht ein Werk, das gleichzeitig unterhält und beunruhigt.


Die 4K-Steelbook-Veröffentlichung von Leonine


Die neue 4K-Veröffentlichung im Steelbook präsentiert den Film in einer hochwertigen Sammler-Edition, die sowohl optisch als auch technisch überzeugt. Das Steelbook selbst setzt auf ein markantes Design, das die dystopische Ästhetik und die aggressive Medienwelt des Films visuell einfängt – ein Hingucker im Regal, der die Atmosphäre der Show bereits im Artwork transportiert.


Bildtechnisch profitiert der Film enorm von der 4K-Präsentation. Die kontrastreichen Neonfarben der futuristischen Studios, die körnig-dreckigen Außenareale und die detailreichen Nahaufnahmen wirken deutlich präziser und plastischer. Besonders die dynamischen Actionsequenzen gewinnen durch die höhere Auflösung an Klarheit, ohne an filmischer Textur zu verlieren.


Auch die beiliegende Blu-ray bietet eine solide Alternative und sorgt dafür, dass die Edition flexibel nutzbar bleibt. Insgesamt wirkt die Veröffentlichung wie eine durchdachte Sammlerfassung, die sowohl Fans von Wrights Inszenierungsstil als auch Liebhaber hochwertiger Heimkino-Präsentationen anspricht.


Fazit


Edgar Wrights „The Running Man“ ist ein kompromissloser, intelligenter Actionthriller, der seine dystopische Prämisse nutzt, um eine scharfe Kritik an Medienkonsum und Sensationslust zu formulieren. Dank eines starken Glen Powell, eines diabolisch charismatischen Josh Brolin und einer packenden Inszenierung gelingt ein Film, der gleichzeitig unterhält, provoziert und nachhallt.


Die 4K-Steelbook-Edition von Leonine bietet die passende Präsentation für dieses visuell und thematisch intensive Werk und macht den Film zu einem Highlight für Sammler und Heimkino-Fans gleichermaßen. Ein moderner Science-Fiction-Thriller, der nicht nur durch seine Action, sondern vor allem durch seine unbequemen Fragen lange im Gedächtnis bleibt.