Der Park Ranger Simulator von Aerosoft für die PlayStation 5 verspricht auf den ersten Blick eine entschleunigte, naturnahe Simulation des Ranger-Alltags in einem weitläufigen Nationalpark. Statt Action oder spektakulärer Story steht hier der Arbeitsalltag im Vordergrund: Der Spieler übernimmt die Rolle eines Parkrangers, kümmert sich um Besucher, Tiere, Infrastruktur und Sicherheit und soll Schritt für Schritt den Park ausbauen und dessen Ruf verbessern. Die Idee ist reizvoll, denn Simulationen abseits klassischer Berufsprofile sind selten, und das Setting inmitten von Wäldern, Seen und Bergen hat durchaus Charme.
Die Spielwelt ist großzügig angelegt und bietet verschiedene Landschaftstypen, die von dichten Waldgebieten bis hin zu offenen Flächen reichen. Ein dynamischer Tag-Nacht-Wechsel sowie wechselnde Wetterbedingungen sorgen für eine grundsätzlich stimmige Atmosphäre. Gerade in ruhigen Momenten, wenn man mit dem Geländewagen über Schotterpisten fährt oder zu Fuß abgelegene Gebiete erkundet, entsteht ein angenehmes Naturgefühl. Auch das Sounddesign trägt dazu bei: Vogelgezwitscher, Windgeräusche und Umgebungsgeräusche erzeugen eine solide akustische Kulisse, die das entschleunigte Konzept unterstützt.
Spielerisch setzt der Titel stark auf Missionsstrukturen. Man übernimmt Aufgaben wie das Einsammeln von Müll, Reparaturen an Einrichtungen, das Versorgen von Tieren, das Löschen kleinerer Brände oder das Ansprechen von Parkbesuchern bei Regelverstößen. Hinzu kommen Verwaltungsaspekte, etwa die Verbesserung von Ausrüstung, Fahrzeugen und Ranger-Stationen sowie ein einfach gehaltenes Wirtschaftssystem. Diese Mischung aus praktischer Arbeit und Management-Elementen könnte langfristig motivierend sein, leidet jedoch unter einem zentralen Problem: Viele Aufgaben ähneln sich stark. Häufig fährt man von einem Punkt zum nächsten, interagiert mit einem Objekt oder einer Person und kehrt anschließend zurück. Mit zunehmender Spielzeit entsteht dadurch ein Gefühl der Wiederholung, das die anfängliche Faszination merklich abschwächt.
Technisch zeigt sich die PS5-Version solide, aber keineswegs makellos. Zwar läuft das Spiel überwiegend stabil, doch treten immer wieder kleinere Grafikprobleme wie Pop-ins auf, bei denen Objekte oder Vegetation erst spät ins Bild geladen werden. Auch die Fahrzeugsteuerung wirkt stellenweise etwas schwerfällig, was besonders bei längeren Fahrten auffällt. Die DualSense-Funktionen werden zwar genutzt, bleiben jedoch eher dezent und tragen nur begrenzt zur Immersion bei. Hinzu kommen vereinzelte Bugs und KI-Unzulänglichkeiten, etwa unlogisch reagierende Fahrzeuge oder wenig dynamisch agierende Besucher, die das Gesamtbild trüben.
Insgesamt ist Park Ranger Simulator eine Simulation mit einer sympathischen Grundidee und atmosphärisch gelungenen Momenten, die jedoch in ihrer Umsetzung nicht vollständig überzeugt. Die ruhige, naturverbundene Ausrichtung spricht vor allem Spieler an, die bewusst ein langsames Tempo und repetitive Aufgaben akzeptieren können. Wer hingegen abwechslungsreiche Missionen, ausgefeilte Technik oder eine tiefgehende Simulation erwartet, dürfte enttäuscht werden. Unter dem Strich bleibt ein Titel mit Potenzial, der in seinem aktuellen Zustand eher Mittelmaß darstellt und vor allem dann Spaß macht, wenn man sich auf das gemächliche Konzept einlässt und kleinere Schwächen tolerieren kann.
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