Die Neunziger sind zurück – und kaum ein Genre verkörpert diesen Zeitgeist so kompromisslos wie das Beat-’em-up. Mit der Fighting Force Collection bringt Limited Run Games zwei Kultklassiker der PlayStation-Ära auf die PS5 und liefert damit eine ordentliche Portion Nostalgie, rohe Action und polygonalen 90s-Charme. Fighting Force (1997) und Fighting Force 2 (1999) waren schon damals keine subtilen Spiele – und genau das ist auch heute noch ihre größte Stärke.
Zurück auf die Straßen: Fighting Force
Im ersten Teil schlüpft man in die Rolle von Hawk Manson oder einem der drei weiteren Mitglieder seiner Hardcore-Crew. Zwei männliche und zwei weibliche Charaktere stehen zur Auswahl, jeweils mit eigenen Stärken, Schwächen und Movesets. Die Story ist schnell erklärt: Die Stadt ist verdorben, die Straßen sind voller Gangs – also wird aufgeräumt. Und zwar mit Fäusten, Tritten, Rohren, Schrotflinten, Raketenwerfern und allem, was nicht niet- und nagelfest ist.
Das Gameplay ist klassisches 3D-Beat-’em-up mit frei begehbaren Arealen. Sieben Level, aufgeteilt in 22 unterschiedliche Abschnitte, bieten reichlich Abwechslung – von Straßenschluchten über Industrieareale bis hin zu Indoor-Schauplätzen. Besonders spaßig ist der Koop-Modus, der lokal noch einmal deutlich macht, warum diese Art von Spiel früher ein Garant für lange Couch-Sessions war. Die Dutzenden Moves pro Charakter sorgen dafür, dass das Prügeln auch nach Stunden nicht eintönig wird.
Technisch merkt man dem Spiel sein Alter an, klar – kantige Figuren, einfache Texturen –, aber genau das gehört zum Erlebnis. Die Steuerung funktioniert solide, die Action ist direkt, und das Zerstören von Umgebungen fühlt sich auch heute noch überraschend befriedigend an.
Mehr Fokus, mehr Technik: Fighting Force 2
Fighting Force 2 schlägt einen etwas anderen Ton an. Statt offener Straßenprügeleien verlagert sich das Geschehen in komplexe Forschungs- und R&D-Anlagen, die stärker strukturiert sind und mehr Wert auf Atmosphäre legen. Visuell zeigt sich der zweite Teil ambitionierter: bessere Lichteffekte, dichtere Umgebungen und spürbar mehr technische Spielereien für die damalige Zeit.
Der Kampf ist fokussierter und etwas taktischer. Kombinationen und spezielle Nahkampf-Moves stehen stärker im Vordergrund, während ein Arsenal von über 20 Waffen für ordentlich Durchschlagskraft sorgt. Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, Teile der Umgebung gezielt zu zerstören, was dem Spiel einen angenehm anarchischen Touch verleiht.
Allerdings fühlt sich Fighting Force 2 im Vergleich zum ersten Teil etwas weniger frei an – dafür aber stringenter und zielgerichteter. Geschmackssache, aber ein interessanter Kontrast innerhalb der Collection.
Präsentation & PS5-Umsetzung
Die Fighting Force Collection bleibt den Originalen treu. Es gibt keine radikalen Remakes oder modernen Komfortfeatures, sondern eine originalgetreue Umsetzung für aktuelle Hardware. Ladezeiten sind kurz, die Spiele laufen stabil, und Fans bekommen exakt das, woran sie sich erinnern – inklusive der typischen 90er-Jahre-Musik und Soundeffekte.
Fazit
Die Fighting Force Collection für PS5 ist ein Liebesbrief an eine Ära, in der Spiele laut, roh und kompromisslos waren. Wer mit den Originalen aufgewachsen ist oder einfach Lust auf klassisches Beat-’em-up-Gameplay mit 3D-Polygon-Charme hat, wird hier bestens bedient. Neue Spieler müssen über technische Altlasten hinwegsehen können, werden aber mit ehrlicher, direkter Action belohnt.
Keine Revolution, aber ein verdammt spaßiges Stück Videospielgeschichte – und ein weiterer Beweis dafür, warum die Neunziger im Gaming gerade wieder völlig zu Recht gefeiert werden. 🕹️💥
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