Aces of Thunder von Gaijin ist eine kompromisslos auf Realismus ausgelegte Flugsimulation für die PS5, die sich klar an Spieler richtet, die ein möglichst authentisches Gefühl historischer Luftkämpfe suchen. Statt schneller Arcade-Action setzt das Spiel auf ein intensives Cockpit-Erlebnis, bei dem jede Bewegung, jede Entscheidung und jede Unachtsamkeit spürbare Konsequenzen hat. Der Fokus auf die Ich-Perspektive verstärkt das Gefühl, tatsächlich im Pilotensitz zu sitzen, und zwingt die Spieler dazu, sich aktiv mit Instrumenten, Sichtlinien und Flugverhalten auseinanderzusetzen. Schon nach wenigen Minuten wird klar, dass hier kein lockerer Shooter wartet, sondern eine ernsthafte Simulation, die Zeit, Geduld und echtes Interesse an der Materie verlangt.
Besonders beeindruckend ist die technische Umsetzung der Flugmodelle und Maschinen. Die Flugzeuge reagieren glaubwürdig auf Geschwindigkeit, Gewicht, Beschädigungen und Luftströmungen, wodurch sich jede Maschine unterschiedlich anfühlt und ein eigenes Handling besitzt. Wer sich darauf einlässt, wird mit einem tiefen System belohnt, das viel Raum zum Lernen und Perfektionieren bietet. Gleichzeitig sorgt genau dieser Anspruch dafür, dass Einsteiger zunächst überfordert sein können. Die Lernkurve ist steil, und ohne die Bereitschaft, Trainingsmissionen zu absolvieren und sich intensiv mit Steuerung und Mechaniken zu beschäftigen, kann der Einstieg frustrierend wirken.
Optisch punktet Aces of Thunder mit detailreichen Cockpits, stimmungsvollen Landschaften und einer insgesamt sehr dichten Atmosphäre. Gerade in VR entfaltet das Spiel seine größte Wirkung, weil man Entfernungen, Höhen und Bedrohungen unmittelbar wahrnimmt und sich Gefechte deutlich intensiver anfühlen als auf einem normalen Bildschirm. Das Gefühl, den Kopf zu drehen, nach gegnerischen Maschinen zu suchen und im letzten Moment ein Ausweichmanöver zu fliegen, gehört zu den stärksten Momenten des Spiels. Aber auch ohne VR bleibt die Präsentation solide und trägt zum glaubwürdigen Gesamteindruck bei.
Der spielerische Schwerpunkt liegt auf Luftkämpfen gegen andere Spieler, wobei Teamgefechte und Duelle im Vordergrund stehen. Hier zeigt sich die Stärke der Simulation besonders deutlich, denn Erfolg hängt nicht von schnellen Reflexen allein ab, sondern von Situationsbewusstsein, Flugtechnik und Zusammenarbeit im Team. Ergänzt wird das Ganze durch Trainingsmöglichkeiten und Einzelspieler-Missionen, die dabei helfen, die komplexen Systeme zu erlernen. Wer langfristig motiviert bleibt, kann viel Zeit damit verbringen, neue Flugzeuge zu meistern und seine Fähigkeiten zu verbessern.
Trotz der vielen Stärken ist das Spiel nicht frei von Schwächen. Gerade bei der Steuerung gibt es Punkte, die Feinschliff vertragen könnten, und manche Eingaben fühlen sich zunächst ungewohnt oder nicht optimal abgestimmt an. Auch die starke Ausrichtung auf Hardcore-Simulation bedeutet, dass Spieler, die eher eine zugängliche oder actionreiche Flugerfahrung suchen, sich schnell ausgeschlossen fühlen könnten. Dazu kommt, dass der Umfang außerhalb der Kerngefechte manchen Spielern zu begrenzt erscheinen kann, wenn sie auf eine klassische Einzelspieler-Kampagne hoffen.
Unterm Strich ist Aces of Thunder ein sehr spezieller, aber beeindruckender Titel, der seine größte Stärke in der kompromisslosen Immersion und im realistischen Fluggefühl hat. Für Fans historischer Luftkämpfe, Simulationsliebhaber und besonders VR-Enthusiasten bietet das Spiel ein intensives Erlebnis, das sich deutlich von typischen Action-Flugspielen abhebt. Wer bereit ist, sich auf die komplexen Mechaniken einzulassen und Geduld mitzubringen, findet hier eine atmosphärische und herausfordernde Simulation. Spieler hingegen, die eine schnelle, unkomplizierte Flugaction erwarten, könnten sich von der hohen Einstiegshürde und dem starken Fokus auf Realismus eher abgeschreckt fühlen.
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