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Mit Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection setzt Capcom seine beliebte Rollenspiel-Spin-off-Reihe fort und liefert gleichzeitig eines der bislang ambitioniertesten Abenteuer im Monster-Hunter-Universum. Während die Hauptreihe für ihre actionreichen Echtzeitkämpfe bekannt ist, verfolgt die Stories-Reihe einen völlig anderen Ansatz. Statt Monster mit riesigen Waffen zu jagen, schlüpfen Spieler in die Rolle eines sogenannten Riders – eines Menschen, der eine besondere Verbindung zu Monstern aufbauen kann. Das Ergebnis ist ein klassisches, rundenbasiertes JRPG, das strategische Kämpfe, Monster-Sammeln und eine epische Story miteinander verbindet.


Die Handlung von Monster Hunter Stories 3 spielt in einer Welt, die sich in einer kritischen Phase befindet. Zwei mächtige Nationen stehen kurz davor, in einen neuen Krieg zu geraten, während gleichzeitig immer mehr Monster aus der Natur verschwinden. In dieser angespannten Situation stößt der Spieler auf ein mysteriöses Ei, aus dem nicht nur ein, sondern gleich zwei Rathalos-Zwillinge schlüpfen – eine äußerst seltene Erscheinung. Beide tragen das sogenannte Himmelsschuppen-Mal, ein Symbol, das in alten Legenden mit einer verheerenden Katastrophe in Verbindung gebracht wird. Schon bald wird klar, dass diese beiden Monster eine entscheidende Rolle für das Schicksal der Welt spielen könnten. Gemeinsam mit seinem Monstie und verschiedenen Begleitern begibt sich der Spieler auf eine lange Reise, um die Wahrheit hinter der Legende zu entdecken und einen drohenden Krieg zu verhindern.


Das Herzstück des Spiels ist das Kampfsystem, das vollständig rundenbasiert funktioniert und dabei überraschend viel taktische Tiefe bietet. Kämpfe basieren auf einem einfachen, aber cleveren Prinzip: Drei verschiedene Angriffstypen – Kraft, Geschwindigkeit und Technik – stehen in einer Art Stein-Schere-Papier-Beziehung zueinander. Wer den Angriff des Gegners richtig einschätzt, kann starke Vorteile erzielen und sogar zusätzliche Kombinationsangriffe auslösen. Doch hinter dieser simplen Grundlage verbirgt sich deutlich mehr Strategie. Spieler müssen auch die Schwächen bestimmter Monsterarten beachten, gezielt Körperteile angreifen und die richtigen Waffen einsetzen. Besonders spektakulär sind die sogenannten Kinship-Angriffe, bei denen Rider und Monster gemeinsam mächtige Spezialattacken ausführen. Dadurch wirken die Kämpfe dynamisch und abwechslungsreich, auch wenn sie komplett rundenbasiert ablaufen.


Ein weiterer zentraler Bestandteil des Spiels ist das Sammeln und Aufziehen von Monstern. Während der Erkundung der Spielwelt können Spieler Nester entdecken, in denen sich Monster-Eier befinden. Diese Eier werden ausgebrütet, und aus ihnen schlüpfen sogenannte Monsties – Monster, die den Spieler im Kampf begleiten und sogar als Reittiere dienen können. Jedes Monstie besitzt individuelle Fähigkeiten und Eigenschaften, die sich durch ein komplexes Gen-System weiterentwickeln lassen. Durch geschickte Kombinationen können Spieler ihre Monster gezielt verbessern oder neue Fähigkeiten freischalten. Dieses System sorgt dafür, dass jedes Team individuell zusammengestellt werden kann und bietet eine enorme Langzeitmotivation.


Auch die Spielwelt selbst lädt zum Erkunden ein. Verschiedene Regionen bieten unterschiedliche Landschaften, von dichten Wäldern über weite Wüsten bis hin zu vulkanischen Gebieten. Überall warten versteckte Monster-Nester, seltene Ressourcen und Nebenaufgaben, die zusätzliche Belohnungen bieten. Neben der Hauptgeschichte gibt es zahlreiche optionale Aktivitäten, wodurch die Spielzeit schnell auf mehrere Dutzend Stunden anwachsen kann. Wer wirklich alles entdecken möchte, kann problemlos weit über hundert Stunden in dieser Welt verbringen.


Optisch präsentiert sich Monster Hunter Stories 3 in einem farbenfrohen Cel-Shading-Stil, der stark an Anime-Produktionen erinnert. Die Charaktere wirken bewusst etwas cartoonhaft, während die Monster trotzdem imposant und detailreich dargestellt werden. Dieser Stil passt hervorragend zur märchenhaften Atmosphäre des Spiels und hebt sich deutlich vom realistischeren Look der Hauptserie ab. Auf der PlayStation 5 läuft das Spiel stabil und profitiert von kurzen Ladezeiten sowie einer flüssigen Darstellung. Technisch ist es vielleicht nicht das grafisch beeindruckendste Spiel der Konsole, doch die stilisierte Optik sorgt dafür, dass die Welt lebendig und charmant wirkt.


Trotz vieler Stärken ist das Spiel nicht völlig frei von Schwächen. Einige Nebenquests wirken mit der Zeit etwas repetitiv, da sie oft ähnliche Aufgaben beinhalten. Auch die Story verliert gelegentlich etwas an Tempo und bleibt in ihrer emotionalen Tiefe hinter den Erwartungen zurück. Außerdem hätten sich manche Spieler eine größere Auswahl an Monstern oder zusätzliche Online-Features gewünscht.


Insgesamt gelingt Capcom mit Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection jedoch ein äußerst gelungenes Rollenspiel. Das Spiel kombiniert strategische Kämpfe, umfangreiche Monster-Sammlung und eine farbenfrohe Welt zu einem Abenteuer, das sowohl Fans der Reihe als auch Neueinsteiger begeistern kann. Besonders Spieler, die klassische JRPGs oder Monster-Collecting-Games mögen, finden hier ein motivierendes und umfangreiches Erlebnis. Auch wenn nicht jeder Aspekt perfekt ist, bietet das Spiel genügend Tiefgang und Charme, um viele Stunden zu fesseln und einen würdigen neuen Teil der Stories-Reihe darzustellen.