Saber Interactive, bekannt für Titel wie SnowRunner und Expeditions, wagt sich mit Docked in ein neues Simulationsgebiet: den Hafenbetrieb. Statt durch Schlamm und Schnee zu pflügen, steuert man hier tonnenschwere Kräne, Reach Stacker und Terminal Traktoren – und das auf einer PS5 für rund 30 Euro.
Worum geht es?
Man schlüpft in die Rolle eines Hafenarbeiters, der den Dock seines Vaters nach einem verheerenden Hurrikan wieder aufbaut und zum Laufen bringt. Das klingt simpel, entfaltet aber schnell eine überraschend packende Betriebsamkeit. Schiffe legen an, Fracht muss gelöscht werden, Flatbeds warten auf Lieferungen – und zwischendurch bricht natürlich immer irgendetwas. Der Druck, Reparaturen unter Zeitdruck durchzuführen, während gleichzeitig ein Vertrag erfüllt werden muss, erzeugt eine angenehme Spannung, die den Spielfluss am Laufen hält.
Das Herzstück: die Maschinen
Was Docked von generischen Simulatoren abhebt, ist die Liebe zum Detail bei den Maschinen. Insgesamt gibt es eine beeindruckende Flotte echter Hafenfahrzeuge: den riesigen Ship-to-Shore Crane (STS), der Container vom Schiff hebt, den wendigen Reach Stacker mit seinem Teleskopausleger, den Straddle Carrier, der sich elegant zwischen Containerreihen hindurchschlängelt, den Terminal Tractor für den Transport zwischen den Yards, dazu Rail-Mounted und Rubber-Tired Gantry Cranes für das Stapeln und Umladen, einen Mobile Harbor Crane für flexible Einsätze am Kai sowie einen Hopper für Schüttgut wie Getreide oder Kies.
Jede dieser Maschinen fühlt sich anders an und hat ihre eigene Handhabung. Auf der PS5 profitiert man dabei spürbar von den adaptiven Triggern des DualSense – das Anspannen eines Seils oder das Greifen eines Containers vermittelt ein taktiles Feedback, das den Simulationscharakter deutlich verstärkt.
Gameplay und Fortschritt
Das Spielprinzip folgt einer klaren Schleife: Aufträge annehmen, Fracht umschlagen, Geld verdienen, investieren. Mit dem verdienten Kapital kauft man neue Maschinen, erweitert die Lagerflächen, rüstet Treibstoff- und Stromversorgung auf und schließt neue Verträge ab, die wiederum komplexere Logistikketten eröffnen. Dieser Aufbauloop funktioniert gut und motiviert über die gesamte Spielzeit von geschätzten 15 bis 20 Stunden.
Besonders gelungen ist, dass man nie nur passiv Menüs verwaltet, sondern immer selbst Hand anlegen muss. Wer einen Container falsch platziert oder beim Kranmanöver unvorsichtig ist, spürt die Konsequenzen unmittelbar. Das gibt dem Spiel eine Bodenhaftung, die reine Managementsimulationen oft vermissen lassen.
Stärken und Schwächen
Auf der Habenseite stehen das authentische Maschinenfeeling, die solide Spiellänge für den Preis, die klare Fortschrittsmotivation und die PS5-spezifische Nutzung des DualSense. Saber Interactive hat hier erkennbar Erfahrung mit dem Genre eingebracht.
Auf der Schwächeseite muss man ehrlich sagen, dass Docked kein Spiel für jedermann ist. Wer keine Geduld für langsame, präzise Arbeit mitbringt, wird schnell frustriert sein. Die Lernkurve bei einigen Maschinen – insbesondere den Gantry Cranes – ist spürbar, und das Spiel erklärt nicht immer ausreichend, was genau von einem erwartet wird. Gelegentliche technische Probleme zum Launch sind ebenfalls einzukalkulieren, wie es bei Simulatoren dieser Art leider üblich ist.
Fazit
Docked ist eine solide, authentische Hafensimulation, die vor allem Fans von SnowRunner und ähnlichen Titeln ansprechen wird. Für knapp 30 Euro auf PS5 bekommt man ein handwerklich ordentliches Spiel mit echter Tiefe, echten Maschinen und einem echten Gefühl dafür, was es bedeutet, einen Hafen am Leben zu halten. Kein Blockbuster, aber genau das richtige Spiel für eine sehr spezifische – und dankbare – Zielgruppe.
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