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Mit „Das schwarze Haus“ kehren Stephen King und Peter Straub in jene geheimnisvolle Welt zurück, die sie mit „Der Talisman“ geschaffen haben – düsterer, komplexer und deutlich brutaler. Die 2001 erschienene Fortsetzung liegt nun erstmals als deutsches Hörbuch vor, und diese Form passt erstaunlich gut zu dem epischen, unheilvollen Ton des Romans.


Inhalt & Atmosphäre


Im Mittelpunkt steht erneut Jack Sawyer, inzwischen erwachsen, traumatisiert und ein Mann, der seine außergewöhnliche Vergangenheit am liebsten vergessen würde. Doch in einer abgelegenen Kleinstadt in Wisconsin werden Kinder auf bestialische Weise ermordet. Die Polizei bittet Jack, selbst ehemaliger Detective, um Hilfe – und zwingt ihn damit, sich erneut den „Territorien“ zu stellen, jener unheimlichen Parallelwelt, mit der er seit seiner Jugend verbunden ist.


King und Straub verweben geschickt Serienmörder-Thriller, Dark Fantasy und Horror. Die Geschichte entfaltet sich langsam, beinahe bedrohlich gemächlich, doch genau darin liegt ihre Stärke: Die Wälder Wisconsins wirken ebenso lebendig und gefährlich wie die fremde Welt hinter dem Schwarzen Haus. Der Roman lebt von unterschwelliger Angst, grausamen Details und dem Gefühl, dass das Böse nicht nur monströs, sondern auch zutiefst menschlich ist.


Figuren & Themen


Jack Sawyer ist eine faszinierende Hauptfigur – gebrochen, zweifelnd, aber mit einem starken moralischen Kompass. Seine innere Zerrissenheit verleiht der Handlung emotionale Tiefe. Gleichzeitig verarbeiten King und Straub große Themen: Kindesmissbrauch, Gewalt, Schuld, Erinnerung und die Frage, ob man dem eigenen Schicksal entkommen kann. Besonders eindrucksvoll ist, wie das Grauen der realen Welt und das Fantastische ineinander übergehen, bis kaum noch zu unterscheiden ist, wo das eine endet und das andere beginnt.


Das Hörbuch & die Lesung


Die ungekürzte Lesung mit David Nathan ist ein absolutes Highlight. Mit einer Laufzeit von 31 Stunden und 23 Minuten erfordert das Hörbuch zwar Geduld, doch Nathan trägt die Geschichte mit seiner markanten Stimme souverän. Er versteht es, Spannung aufzubauen, Figuren klar zu unterscheiden und sowohl ruhige als auch verstörende Passagen eindringlich zu gestalten. Gerade bei den düsteren, psychologisch intensiven Szenen entfaltet seine Lesung eine enorme Wirkung und zieht einen tief in die Geschichte hinein.


Fazit


„Das schwarze Haus“ ist kein leichter Hörgenuss, sondern ein forderndes, düsteres Epos, das Zeit und Aufmerksamkeit verlangt. Wer jedoch Stephen King, atmosphärischen Horror, komplexe Fantasy-Welten und psychologische Tiefe schätzt, wird hier reich belohnt. Als Hörbuch überzeugt die Produktion des Hörverlags auf ganzer Linie – insbesondere dank der starken Interpretation von David Nathan.


Bewertung:


Ein finsterer, intensiver Trip zwischen Realität und Albtraum – besonders als Hörbuch ein echtes Schwergewicht, aber eines, das lange nachhallt.