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In ewiger Freundschaft

Mit „In ewiger Freundschaft“ veröffentlicht OneGate Media eine neue, hochkarätige Verfilmung nach dem gleichnamigen Roman von Nele Neuhaus. Der Zweiteiler (Teil 1 & Teil 2) fügt sich nahtlos in die erfolgreiche Taunuskrimi-Reihe ein und überzeugt mit psychologischer Tiefe, atmosphärischer Dichte und einem komplexen Beziehungsgeflecht.


Im Zentrum stehen erneut die Ermittler Pia Sander und Oliver von Bodenstein, gespielt von Kathrin von Steinburg und Tim Bergmann. Das eingespielte Duo trägt auch diesen Fall mit glaubwürdiger Intensität.


Ein Mord im Wald – und ein Verlag voller Geheimnisse


Der grausame Fund der ermordeten Lektorin Heike Wersch in einem Waldstück bildet den düsteren Auftakt. Schnell geraten der traditionsreiche Winterscheid-Verlag und sein enges Geflecht aus langjährigen Freundschaften, familiären Bindungen und beruflichen Abhängigkeiten ins Visier der Ermittler.
Was nach außen als kultivierte Verlagswelt erscheint, entpuppt sich als fragiles Konstrukt aus verletzten Eitelkeiten, alten Kränkungen und verdrängten Konflikten. Die Stärke des Zweiteilers liegt dabei weniger in spektakulären Actionmomenten, sondern in der sorgfältigen Demontage scheinbar intakter Beziehungen.


Ein zweiter Todesfall verschärft die Lage und führt Pia Sander und Bodenstein schließlich weit über den Taunus hinaus: Die Spuren reichen zurück zu einem Sommer auf einer Atlantikinsel – ein gemeinsames Erlebnis, das für die Beteiligten nie wirklich abgeschlossen wurde. Vergangenheit und Gegenwart greifen ineinander, bis sich das Puzzle Stück für Stück zusammensetzt.


Psychologische Spannung statt Effekthascherei


„In ewiger Freundschaft“ setzt stark auf Atmosphäre und Figurenzeichnung. Die Inszenierung ist ruhig, beinahe kühl, was die emotionale Wucht der Enthüllungen umso stärker wirken lässt. Loyalität, Verrat und die zerstörerische Kraft lang gehüteter Geheimnisse stehen im Mittelpunkt.


Kathrin von Steinburg verkörpert Pia Sander mit analytischer Klarheit und innerer Zerrissenheit, während Tim Bergmann als Oliver von Bodenstein die Balance zwischen professioneller Distanz und persönlicher Betroffenheit hält. Ihre Dynamik wirkt authentisch und verleiht dem komplexen Plot Halt.


Hochwertige Produktion und dichte Erzählweise


Visuell überzeugt der Zweiteiler mit stimmungsvollen Naturaufnahmen und einem klaren, unaufgeregten Stil. Die Schauplätze – vom idyllischen Verlagssitz bis zur windumtosten Atlantikküste – unterstreichen das zentrale Thema: Hinter glänzenden Fassaden lauern Abgründe.


Die Zweiteilung gibt der Geschichte Raum zur Entfaltung. Figuren und Motive erhalten ausreichend Tiefe, ohne dass das Tempo leidet. Gerade Fans der Romanvorlage dürften die werkgetreue, zugleich straff erzählte Umsetzung zu schätzen wissen.


DVD-Edition


Die DVD von OneGate Media bündelt beide Teile in einer Edition und bietet eine solide technische Qualität in Bild und Ton. Für Sammler der Taunuskrimis ist diese Veröffentlichung ein weiterer Baustein einer der erfolgreichsten deutschen Krimireihen.


Fazit


„In ewiger Freundschaft“ ist ein düsterer, psychologisch vielschichtiger Krimi, der weniger auf spektakuläre Wendungen als auf emotionale Wahrheiten setzt. Die Verfilmung bleibt dem Ton von Nele Neuhaus treu und entfaltet ihre Spannung aus zwischenmenschlichen Abgründen und lange verdrängten Geheimnissen.


Ein intensiver Zweiteiler, der zeigt: Manche Freundschaften überdauern ein Leben – andere hinterlassen nur Schuld und Schatten.