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Wenn man sich sowohl Spica Adventure als auch Parasol Stars: The Story of Bubble Bobble III auf der PS5 anschaut, fällt sofort auf, dass beide Spiele zwar auf den ersten Blick sehr ähnlich wirken, im Kern aber zwei ganz unterschiedliche Ansätze verfolgen. Beide drehen sich um Plattform-Gameplay mit einem Regenschirm als zentrales Werkzeug, doch während das eine Spiel versucht, ein klassisches Konzept modern zu interpretieren, ist das andere ein nahezu unverändertes Stück Videospielgeschichte.


Spica Adventure fühlt sich wie ein „neuer alter“ Titel an. Man merkt deutlich, dass es von klassischen Arcade-Ideen inspiriert ist, aber gleichzeitig versucht, ein etwas moderneres Spielgefühl zu vermitteln. Das Gameplay ist schnell, direkt und stark auf Reflexe ausgelegt. Der Regenschirm dient hier nicht nur als gimmick, sondern ist das zentrale Element für Angriff, Verteidigung und Bewegung. Viele Situationen verlangen präzises Timing und ein gutes Verständnis der Mechaniken, wodurch ein gewisser Flow entsteht, wenn man die Steuerung einmal verinnerlicht hat. Gleichzeitig fehlt dem Spiel aber ein wenig die emotionale Verankerung. Die Welt wirkt eher abstrakt und verspielt, fast schon experimentell, ohne dabei ikonische Figuren oder einprägsame Momente zu liefern. Das sorgt dafür, dass sich das Spiel frisch anfühlt, aber auch weniger hängen bleibt. Der Umfang ist typisch für ein Arcade-Spiel eher kurz, und die Motivation entsteht vor allem durch das Verbessern der eigenen Leistung statt durch Fortschritt oder Story. Insgesamt ist Spica Adventure ein solides, modernes Arcade-Erlebnis, das besonders Spielern gefallen dürfte, die Herausforderungen und schnelle Gameplay-Loops suchen, aber es erreicht nicht ganz die Ausstrahlung eines echten Klassikers.


Ganz anders wirkt Parasol Stars: The Story of Bubble Bobble III, das als direkter Nachfolger von Rainbow Islands und Teil der bekannten Bubble-Bobble-Reihe aus den frühen 90ern stammt. Hier steht nicht Innovation im Vordergrund, sondern Perfektion eines bereits etablierten Konzepts. Das Spiel ist extrem zugänglich, beinahe simpel in seiner Steuerung, entfaltet aber mit der Zeit eine überraschende Tiefe. Der Regenschirm dient dazu, Gegner zu blocken, aufzusammeln und zurückzuwerfen, wobei verschiedene Elemente wie Wasser oder Feuer zusätzliche strategische Möglichkeiten eröffnen. Diese Mechanik wirkt zunächst unkompliziert, entwickelt aber schnell ein hohes Maß an spielerischer Feinheit, insbesondere wenn man beginnt, auf Highscores zu spielen oder versteckte Wege zu entdecken. Die Präsentation ist klassisch bunt und charmant, mit klarer Pixelgrafik und einem Soundtrack, der stark von seiner Zeit geprägt ist, aber genau dadurch eine besondere Atmosphäre erzeugt. Anders als bei modernen Spielen entsteht die Motivation hier weniger durch Umfang, sondern durch Wiederholung. Ein kompletter Durchlauf ist relativ schnell geschafft, doch gerade dadurch lädt das Spiel dazu ein, es immer wieder neu zu spielen, effizienter zu werden und mehr Geheimnisse zu entdecken. Der Koop-Modus bringt zusätzlich eine soziale Komponente hinein, auch wenn er manchmal leicht chaotisch wirken kann.


Im direkten Vergleich wird deutlich, dass Spica Adventure eher den Versuch darstellt, ein klassisches Spielprinzip in ein modernes Gewand zu übertragen, während Parasol Stars genau das Gegenteil ist: ein bewusst unverändertes Retro-Erlebnis, das seine Stärken aus seiner Zeitlosigkeit zieht. Spica Adventure punktet mit Tempo, frischen Ideen und einem etwas anspruchsvolleren Gameplay, verliert aber durch seinen abstrakten Stil und den begrenzten Umfang etwas an Identität. Parasol Stars hingegen lebt von seiner klaren Linie, seinem Charme und seiner ausgefeilten Spielmechanik, auch wenn es objektiv gesehen sehr kurz ist und kaum neue Inhalte bietet.


Unterm Strich hängt die Entscheidung stark davon ab, was man sucht. Wer ein modernes, schnelles Arcade-Spiel mit Fokus auf Skill und Herausforderung möchte, wird mit Spica Adventure wahrscheinlich mehr anfangen können. Wer hingegen den Reiz klassischer Spiele schätzt, Wert auf Nostalgie legt und ein Spiel sucht, das man immer wieder für kurze Sessions einlegen kann, findet in Parasol Stars: The Story of Bubble Bobble III das rundere und langlebigere Erlebnis.