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Im Jahr 1906 wurde Jack Londons Roman „Wolfsblut“ veröffentlicht, der um die Jahrhundertwende spielt. In seinem vorangegangenen Buch „Ruf der Wildnis“ hat er beschrieben, wie sich ein zahmer Hund in ein wildes Tier zurückentwickelt, „Wolfsblut“ ist genau umgekehrt, ein wildes Tier gewöhnt sich an Menschen und wird zum treuen Begleiter. Sieben mal wurde das Buch bereits verfilmt, erstmals 1925. Die bekannteste Verfilmung ist eine italienisch-französisch-spanische Koproduktion aus dem Jahr 1973. Dabei hält sich der Film nur lose an die Vorlage. Inszeniert wurde der Film von Lucio Fulci, der später mit Splatterfilmen wie „Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies“ oder „Über dem Jenseits“ zur Horror-Ikone wurde. In den Hauptrollen sind Franco Nero, Raimund Harmstorf, John Steiner, Virna Lisi und Fernando Rey zu sehen. Studio Hamburg Enterprises hat „Wolfsblut“ auf DVD veröffentlicht.

Alaska, Ende des 19. Jahrhunderts: Während Glücksritter aus aller Welt fieberhaft nach Gold graben, kümmert sich der Indianerjunge Mitsah um einen verwilderten Wolfshund. Die beiden werden schnell Freunde, so dass Mitsah ihm den Namen Wolfsblut gibt. Als der Junge beim Eisangeln einbricht, rettet Wolfsblut ihm das Leben. Wegen einer Unterkühlung braucht Mitsah jedoch schnellstmöglich einen Arzt, woraufhin Vater Charlie und sein tierischer Gefährte ihn nach Dawson City bringen. In dem Goldgräberstädtchen herrscht der Bandit „Beauty“ Smith mit brutaler Gewalt und terrorisiert alle Bewohner. „Beauty“ findet Gefallen an der ungebändigten Kraft von Wolfsblut und will Charlie dazu überreden, das Tier zu verkaufen. Als der Indianer sich weigert, wird er von „Beauty“ hart bestraft. Die beiden raubeinigen Abenteurer Jason und Kurt kommen Mitsah zu Hilfe. Sie wollen Smith schon länger das Handwerk legen. Gemeinsam mit Wolfsblut werden sie Beauty zum großen Verhängnis.

Lucio Fulci hat, obwohl er ziemlich frei mit der Buchvorlage umgegangen ist, einen Klassiker des Abenteuerfilms geschaffen. Die Geschichte wird spannend, tragisch und aktionsreich erzählt. Fulci zeigt, dass er ein Händchen dafür hatte, immer für die passende Atmosphäre zu sorgen. Raimund Harmstorf in der Rolle von Kurt Janssen sorgt für die eine oder andere witzige Szene. John Steiner gibt wieder einmal einen großartigen schmierigen Schurken. Und Franco Nero und Fernando Rey haben drei Jahre zuvor schon bei „Lasst uns töten Companeros“ prima zusammengearbeitet. Großartiger Film, den man sich immer wieder gern ansieht. Leider ist das Covermotiv weniger gelungen und es gibt außer ein paar Trailern keinerlei Extras. Bleibt zu hoffen, dass Studio Hamburg Enterprises auch die ein Jahr später entstandenen Fortsetzung „Die Teufelsschlucht der wilden Wölfe“, vom gleichen Regisseur und mit den gleichen Darstellern, nachschiebt.

DVD / Studio Hamburg Enterprises / 95 min / FSK 12