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Helga Feddersen war Zeit ihre Lebens ein echtes Hamburger Urgestein. Zu Beginn der 50er Jahre begann ihre Karriere als Film- und Theaterschauspielerin. Zumeist war sie in Filmen und Serien zu sehen, die in der Nähe ihrer Heimat spielten. Später wurde sie als Ulknudel bekannt, unter anderem durch die Reihe „Plattenküche“ mit Frank Zander und durch den Song „Du, die Wanne ist voll“, eine Parodie auf den Grease-Hit „The One that I want“, den sie mit Dieter Hallervorden interpretierte. Auch als Autorin war Feddersen tätig und verfasste auch einige Drehbücher. Eines der ersten war „Vier Stunden von Elbe 1“ aus dem Jahr 1968. Helga Feddersen übernahm auch eine der Hauptrollen in dem von Eberhard Fechner inszenierten Fernsehspiel. In weiteren Rollen sind Carsta Löck, Klaus Höhne, Elke Twiesselmann, Regine Lutz und Rolf Schimpf zu sehen. Studio Hamburg Enterprises hat „Vier Stunden von Elbe 1“ und die weiteren Teile der Trilogie auf DVD veröffentlicht.


4 Stunden von Elbe 1

Feddersens erste Arbeit als Drehbuchautorin und der erste Teil einer Trilogie. Hauptschauplätze sind das Schleusengelände und das Seemannsfrauenheim von Brunsbüttelkoog, die die Autorin aus guter Kenntnis des Milieus und dessen Menschen beschreibt: Hier am südlichen Eingang zum Nord-Ostsee-Kanal warten die Angetrauten von Schiffsleuten darauf, einige Minuten mit ihren durchreisenden Männern verbringen zu können. Klara Andresen, die Leiterin des Seemannsfrauenheims steht den Wartenden in ihren Nöten zur Seite. So hilft sie auch ihrem Schwager, dem Schiffskoch Gustav Andresen, der endlich in den „Hafen der Ehe“ einlaufen will.

Gezeiten

In „Gezeiten“ werde die im ersten Film erzählten Geschichten weitergeführt. Im Mittelpunkt stehen diesmal jedoch nicht die Seemannsfrauen, sondern die Männer an Bord der Schiffe: Ein junger Erster Offizier leidet unter seiner ehrgeizigen Frau, die unbedingt einen Kapitän aus ihm machen will. Schiffskoch Andresen wird derweil Vater und wird seiner Angetrauten zuliebe Gastwirt an Land, jedoch ist er weiterhin von Fernweh getrieben.

Im Fahrwasser

Im dritten und letzten Film hadert der inzwischen ehemalige Schiffskoch noch immer mit seinem neuen Dasein an Land und spielt mit dem Gedanken an eine Rückkehr an Bord, auch um den Preis einer dann drohenden Scheidung. Sein Nachfolger als Schiffskoch indes steht vor der schweren Wahl, welche von drei gleich attraktiven Schwestern er heiraten soll.

Schon fast eine Miniserie kann die Trilogie, die mit „4 Stunden von Elbe 1“ startet heute noch ebenso überzeugen wie damals. Helga Feddersen zeigt einmal mehr, was für ein vielfältiges Talent sie war, als Schauspielerin ebenso wie als Drehbuchautorin. Aus kleinen Figuren, mit denen sich der eine oder andere sicher gut identifizieren kann, hat sie hier wunderschöne Geschichten geschaffen. Und neben den drei Filmen enthalten die drei DVDs noch die zwei Bonus-Filme „Sparks in Neu-Grönland“ und „Bismarck von hinten oder Wie schießen nie“. Klare Kaufempfehlung.

DVD / 3 Discs / Studio Hamburg Enterprises / 480 min / FSK 6