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Freddie Francis feierte seine größten Erfolge als Kameramann und gewann zwei Oscars. Aber auch als Regisseur war er erfolgreich und hatte da vor allem ein Faible für Horrorfilme. So war er unter anderem für Hammer ebenso tätig wie für Amicus. Im Jahr 1973 inszenierte Francis den Episodenfilm „Tales That Witness Madness“. Vier Kurzgeschichten, die als psychiatrische Fälle dargestellt werden, sind enthalten. In den Hauptrollen sind Donald Pleasance, Joan Collins, Kim Novak und Jack Hawkins zu sehen. Wicked Vision hat „Tales That Witness Madness“ als Mediabook mit zwei Discs in drei Covervarianten veröffentlicht.

In der psychiatrischen Klinik von Doktor Tremayne verwischen die Grenzen zwischen Wahnsinn und Wirklichkeit auf erschreckende Weise.Tremayne „weiß“ um die meist blutigen Geheimnisse seiner vier besonders zu beobachtenden Patienten und schildert deren Geschichten dem eben eingetroffenen Klinik-Inspekteur. Da ist das zähnefletschende Trauma eines kleinen Jungen: ein Tiger, der dessen ewig streitende Eltern schließlich zerfetzt und sehr reale Spuren seines blutigen Tuns hinterlässt. Und da ist der seltsame Tod von Onkel Albert, dessen Blicke
aus dem vergilbten Rahmen Feuer, Tod und Zeit zu bestimmen scheinen. Oder die Geschichte von Brian: Er liebt einen morschen alten Baum voller Geheimnisse mehr als seine attraktive Frau. Und schließlich Kimo: Der Hawaiianer zelebriert in aller Öffentlichkeit ein menschliches Blutopfer …

Eigentlich sollte Rita Hayworth eine der Hauptrollen spielen, wurde aber direkt nach Produktionsstart von Kim Novak ersetzt, keine schlechte Wahl. Jack Hawkins, dem schon Jahre zuvor bei einer Operation der Kehlkopf entfernt werden musste, starb nach Beendigung seiner Sznene. Er wurde von Charles Gray synchronsisiert. Freddie Francis, ein brillanter Kameramann, zeigt hier einmal mehr, dass er ebenfalls ein sehr guter Regisseur war, der immer die richtige Einstellung parat hatte. Die vier Kurzgeschichten, ganz im Stil von Filmen wie „Tales from the Crypt“ oder „Asylum“, sind sehr unterhaltsam. Neben wirklich gruseligen Szenen gibt es auch immer wieder ziemlich düsteren Humor. Kann ich nur weiterempfehlen. Das Mediabook enthält neben dem Film in exzellenter Bild- und Tonqualität auf Blu-ray und DVD ein ganzes Füllhorn an Extras. Da gibt es einen hörenswerten Audiokommentar mit dem hochgeschätzten Film-HIstoriker Dr. Rolf Giesen, die Featurette „Can I Play with Madness?“ - Erinnerungen an die Dreharbeiten mit Darsteller Leon Lissek und David Wood, die Featurette „What about Mel?“, den deutschen VHS-Vorspann, den Trailer und eine Bildergalerie. Highlight ist hier allerdings das 24seitige Booklet mit einem Essay von Dr. Rolf Giesen und Christoph N. Kellerbach. Großartige Veröffentlichung, die in jede Horror-Sammlung gehört.

Blu-ray und DVD / 2 Discs / Wicked Vision / 90 min / FSK 16