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Zarah Leander war eine schwedische Schauspielerin und Sängerin. Während der NS-Zeit war sie in Deutschland ein großer Kinostar. Dabei hat sie aber, anders als etwa Marika Rökk, nie offen mit der nationalsozialistischen Regierung in Deutschland sympathisiert und auch die Ernennung zur Staatsschauspielerin abgelehnt. Im Jahr 1942 spielte sie die Hauptrolle in dem von Rolf Hansen inszenierten Propagandaspielfilm „Die große Liebe“. In weiteren Rollen sind Viktor Staal, Grethe Weiser, Paul Hörbiger, Wolfgang Preiss und Hans Schwarz jr zu sehen. Spirit Media hat „Die große Liebe“ auf Blu-ray veröffentlicht.

Während eines kurzen Heimaturlaubs in Berlin sieht der junge Fliegeroffizier Paul Wendlandt die berühmte Varieté-Sängerin Hanna Holberg und verliebt sich in sie. Obwohl Hanna in einer völlig anderen Welt lebt als er selbst, in der glitzernden, realitätsfernen Welt des Showgeschäfts, beschließt Paul, seine Angebetete kennenzulernen. Als ihm dies gelingt, hilft ihm ein Fliegeralarm: Hanna ist gezwungen, Paul mit zu sich nach Hause zu nehmen. Die beiden möchten heiraten, doch der Krieg lässt es nicht zu: Paul muss sofort zu einem Einsatz. Um sich abzulenken, nimmt Hanna ein Gastspiel in Rom an, Paul reist ihr nach. Doch es kommt zu einem Streit zwischen den beiden, Paul glaubt nun, Hanna für immer verloren zu haben. Wenig später erhält Hanna die Nachricht, dass Paul abgeschossen wurde und sich in einem Lazarett befindet. Nun ist sie es, die zu dem Geliebten eilt.

Ich muss sagen, ich mag die Reihe Deutsche Filmklassiker von Spirit Media sehr, da so endlich viele Klassiker wieder zu sehen sind. So auch dieser, mitten im Krieg entstandene Film, der zwischen Musikfilm und Propagandastreifen pendelt. Die Geschichte dreht sich um den Krieg, darum, dass die Frau zu Hause zurückzustecken hat und das große Ganze, nämlich der Sieg des deutschen Reiches immer Vorrang haben. Die Menschen zu Hause haben durchzuhalten und zu helfen wo es nur geht. Diese Durchhalteparolen kamen offenbar gut an und so wurde „Die große Liebe“ der kommerziell erfolgreichste Film der NS-Zeit. In der Hinsicht ist der Film ein historisches Dokument, das auch heute noch zeigt, was filmisch damals möglich war. Dazu kommt wunderbare Musik, wie die Schlager „Davon geht die Welt nicht unter“ oder „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen“, komponiert von Michael Jary, getextet von Bruno Balz und gesungen von Zarah Leander. Die Blu-ray zeigt den Film in beeindruckend guter Bild- und Tonqualität, als Extra gibt es den Trailer und eine Bildergalerie mit seltenem Werbematerial.

Blu-ray / Spirit Media / 104 min / FSK 18