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Jess Francos Karriere als Regisseur begann Mitte der 50er Jahre und endete erst kurz vor seinem Tod, 2012. Viele Jahre galten seine Filme als Trash, Schmuddelkram oder Gewaltpornos, heute werden viele davon als Meilensteine des spanischen Exploitationkinos bezeichnet und Franco hat nach wie vor weltweit viele Fans. Dabei konnte er mit geringsten Budgets arbeiten, nutzte Cast, Crew und Location eines abgedrehten Films gleich für den nächsten. Heute gelten viele seiner Streifen als Kultfilme, darunter Titel wie „Nachts, wenn Dracula erwacht“, „Jack the Ripper“ oder „Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne“. Als 1968 der Film „Der Hexenjäger“ in die Kinos kam, startete die Zeit der Hexenfilme. Zeitgleich entstanden 1969 Adrian Hoven „Hexen bis aufs Blut gequält“ und Jess Francos „Der Hexenjäger von Blackmoor“. Der deutsche Titel sollte Nähe zu den ungeheuer populären Edgar Wallace Filmen suggerieren, Blackmoor findet im Film selbst keinerlei Erwähnung. Die spanisch-deutsch-italienische Koproduktion hatte ein ordentliches Budget und so konnte Franco, was nicht oft in seiner Karriere vorkam, über eine ansehnliche Besetzung verfügen. Darunter waren Christopher Lee, Maria Schell, Hans Hass junior, Maria Rohm, Margaret Lee, Howard Vernon und Peter Martell. Koch Films veröffentlicht „Der Hexentöter von Blackmoor“ am neunten Juli als Collectors Edition mit zwei Blu-rays, zwei DVDs und einer CD.

England im 17. Jahrhundert: George Jeffreys wurde vom Königshaus zum Obersten Richter ernannt. Und damit zum ersten Hexenjäger des Landes, der mithilfe seiner nicht minder sadistischen Folterknechte ein grausames Regiment führt. Politische Widersacher fallen ihm genau so zum Opfer wie junge Frauen, die er als Hexen in die Flammen schickt, vor allem dann, wenn sie sich ihm nicht fügen wollen. Ein falsches Wort, und der Scheiterhaufen brennt!

Die Produktion von „Der Hexentöter von Blackmoor“ war schon etwas kurios. Der Film basiert auf dem Leben der historisch belegten Figur des Lordrichters Jeffreys. Christopher Lee sagte zu, er dachte, er würde die Hauptrolle in einem weitestgehend auf historische Fakten basierenden Film spielen. Später erklärte er, sich den fertigen Film nie angesehen zu haben, da viele Gewalt- und Sexszenen ohne sein Wissen entstanden seien. Die diversen Geldgeber hatten zudem die verschiedensten Vorstellungen, in welche Richtung der Streifen tendieren sollte. Einer wollte einen Historienfilm, der nächste einen Horrorfilm und ein anderer einen Exploitationstreifen. Jess Franco versuchte, es allen Recht zu machen. Und wer Franco kennt, weiß, dass er am liebsten derbe Sexszenen mit blutiger Gewalt mischt. Und so ist beides in „Der Hexentöter von Blackmoor“ reichlich vorhanden. In der Gunst der Freunde von Hexploitationfilmen konkurrieren hier Christopher Lee, Herbert Lom und Vincent Price, alle innerhalb weniger Jahre als Hexenjäger auf der Leinwand. Fücr mich landet „Der Hexentöter von Blackmoor“ allerdings nur auf den dritten Platz, obwohl ich den Film sehr mag, bin schließlich selbst francophil und sammle die Filme des Spaniers. Denn während „Der Hexenjäger“ und „Hexen bis aufs Blut gequält“ echte Horrorfilme sind, lässt sich „Der Hexentöter von Blackmoor“ eher dem Sexplotaiongenre zuordnen. Der Film gehört handwerklich und von der Ausstattung her definitiv zu Francos besten Werken, auch der Soundtrack ist beachtenswert. Wie seine beiden „Kollegen“ war der Film in Deutschland lange indiziert und ist erst seit 2007 wieder frei verkäuflich, nun nach Neuprüfung ungeschnitten mit einer Freigabe als 16 Jahren. Kommen wir zur Collectors Edition aus dem Hause Koch Films. In einer schicken Box finden sich fünf Discs und ein informatives Booklet. Die fünf Discs enthalten die deutsche Kinofassung, die englische Exportfassung, eine Langfassung, den Trailer, geschnittene Szenen, eine Dokumentation, eine Bildergalerie und den Soundtrack auf CD. Da lacht das Herz, besser geht es kaum.

Blu-ray + DVD + CD / 5 Discs / Koch Films / 102 min / FSK 16