Nextgengamersnet
Games, Movies and more


Der französisch-schweizerische Filmregisseur Jean-Luc Godard ist eine Legende seines Fachs, gehört zu den einflussreichsten Regisseuren der 60er Jahre und gehörte zur Nouvelle Vague, die er maßgeblich prägte. Unvergessen sind seine Filme wie „Außer Atem“, „Die Verachtung“ oder „Elf Uhr nachts“. Und auch wenn er noch regelmäßig Filme inszeniert, haben die es heute sehr schwer, in die Kinos zu kommen, denn echte Programmkinos sind weitestgehend ausgestorben und so sieht man seine neueren Werke oft nur auf Festivals auf der großen Leinwand. Dabei ist der 88jährige keineswegs müde, sondern erfindet sich und seinen Filmstil immer wieder neu. Das zeigt auch sein letzter Film „Bildbuch“, den Absolut Medien nun auf DVD veröffentlicht hat. Der Film entstand im vergangenen Jahr. Als Sprecher fungieren Jean-Luc Godard selbst und Anne-Marie Miéville.


Jean-Luc Godard setzt mit seinem neuesten Film sein sich alle Freiheiten nehmendes Spätwerk fort. Ein rauschhafter Gedankenfluss, eine assoziative Collage in fünf Kapiteln. Die Sehnsucht nach Freiheit. Die Abgründe der Menschheit. Die Schönheit des Kinos. Zeit und Geschichte, gedehnt und verdichtet. "Die erste Überraschung lautet, wie gegenwärtig dieser Film des 87-Jährigen ist. Voll Zorn darüber, dass die Menschheit Trost in falschen Heilsversprechungen sucht und davor steht, die Demokratie an die 'Idioten an der Macht' zu verraten." (Der Standard) Godard webt einen komplexen Teppich aus Tönen, Sprache und Bildern, in dem die Darstellung von Gemälden, Geschichte und Filmgeschichte, digitaler Kultur und Videoclips aus der arabischen Welt gleichermaßen Platz finden. Auf bemerkenswerte Weise arbeitet der Regisseur dabei mit seiner Faszination für das konfliktreiche und vielschichtige Aufeinandertreffen von Ton- und Bildebene. Jean-Luc Godard (*1930) gilt als wichtigster Vertreter der französischen Nouvelle Vague und hat die Sprache des Kinos nachhaltig geprägt. 2010 wurde ihm der Ehrenoscar für sein Lebenswerk verliehen.

Jean-Luc Godards „Bildbuch“ ist ein Meisterwerk. Habe ich den Film verstanden? Ich weiß es nicht. Es ist unbeschreiblich, Der Film wirkt auf den Zuschauer wie ein Drogentrip und wenn man sich nach einigen Minuten an die Bilder gewöhnt hat, lässt man sich förmlich von ihnen berauschen. Die Kommentare zwingen einen geradezu dazu, über das gesehene nachzudenken, geben aber nur eine grobe Richtung vor, die dem Zuschauer viel Spielraum zur Interpretation lässt. Sicherlich kein Film für jeden, aber bei jedem, der sich darauf einlässt, wird der Film noch lange nachwirken. Ich habe mir „Bildbuch“ gleich zweimal hintereinander angesehen, weil ich einfach wirklich verstehen möchte, was Godard mit jeder Szene sagen will. Um das zu entschlüsseln, werden aber noch viele weitere Sichtungen nötig sein, worauf ich mich jetzt schon freue. Als wunderbares Extra bietet die DVD übrigens ein 28seitiges Booklet mit dem einzigen Interview Godards zu „Bildbuch“.

DVD / Absolut Medien / 84 min / FSK 12