Nextgengamersnet
Games, Movies and more


Die Wolfenstein-Reihe hat einen langen Weg hinter sich. Das erste Spiel „Castle Wolfenstein“ erschien 1981 für Computer wie Apple II, C64, MS-DOS und Atari 400/800. Entwickelt wurde das Spiel von Muse Software. Von Muse stammt auch die Fortsetzung „Beyond Castle Wolfenstein“ von 1984 für die gleichen Systeme. 1992 brachte id Software „Wolfenstein 3D“ auf den Markt. Der Shooter gilt bis heute als wegweisender Meilenstein in der Geschichte der Videospiele. 2001 folgte „Return to Castle Wolfenstein“ von Gray Matter Interactive. 2009 veröffentlichte Activiosion das Reboot „Wolfenstein“. In Deutschland wurde das Spiel trotz drastischer Kürzungen kurz nach der Auslieferung wieder zurückgerufen und kam nie wieder auf den Markt. Man hatte wohl vergessen, ein Hakenkreuz zu entfernen. Im Jahr 2014 startete dann mit „Wolfenstein: The New Order“ eine neue Reihe von Machine Games, die von Bethesda Softworks vertrieben wurde. Anders als die Vorgänger spielte die Geschichte nicht im zweiten Weltkrieg, sondern in den 60er Jahren, nachdem die Nationalsozialisten den Krieg gewonnen haben. Ein Jahr später folgte das Stand-Alone-Addon „Wolfenstein: The Old Blood“, das wiederum im zweiten Weltkrieg auf Schloß Wolfenstein spielt. „Wolfensten II: The New Colossus“ folgte dann 2017 als offizieller Nachfolger von „The New Order“. Im Juli schließlich erschien auch hier ein Stand-Alone-Addon, „Wolfenstein: Youngblood“. Nicht nur die deutsche Version des Spiels erhielt hier eine Freigabe, sondern auch als erstes Spiel der Reihe die englischer Version samt sämtlicher Kennzeichen. Wie haben uns „Wolfenstein: Youngblood“ auf der Xbox One angesehen.


Wir befinden uns mittlerweile im Jahr 1980. B.J. Blazkovicz kämpft immer noch gegen das Regime und wird in Paris vermisst. Also machen sich seine zwei Töchter, Jess und Soph, auf den Weg nach Frankreich, um ihren Vater zu retten. Zu Beginn sucht man sich eine der beiden als Spielfigur aus und stattet sie mit einer Spezialfähigkeit aus. So bringt eine die Fähigkeit, Feinde wegzuschleudern, die andere bringt kurzzeitige Tarnung. Die andere Schwester kann von einem weiteren Spieler gesteuert werden, ansonsten übernimmt die KI den Job. Es geht also zu zweit in den Einsatz.

Eine kleine Einführungsmission macht den Spieler mit der Steuerung vertraut. Per Zeppelin geht es dann nach Paris, aber hier trifft man schon über den Wolken auf das Regime und es gibt nicht nur viele Schießereien, sondern auch der erste Bossgegner wartet auf die beiden Schwestern. Hat man dem das Fliegen beigebracht, geht es in Paris auf Spurensuche, um den Aufenthaltsort des Vaters herauszufinden.

Hauptquartier des Widerstands ist eine Basis in der ehemaligen U-Bahn der Stadt. Von dort geht es in verschiedene  Gebiete auf die Suche nach Hinweisen und um zahlreiche weitere Missionen zu erfüllen. Mal müssen Mitglieder des Widerstands befreit werden, mal eine Gegend gesäubert. Es gibt genug zu tun für die beiden in Paris.

Nebenbei werden Münzen eingesammelt, die als Währung im Spiel dienen. Damit werden Waffen verbessert, die Fähigkeiten aufgepeppt. Auch sonst gibt es einiges zu entdecken und einzusammeln.

In den einzelnen Levels hat der Spieler weitestgehend freie Hand und kann seine Aufgaben in beliebiger Reihenfolge erfüllen, schleichend oder kämpfend. Und das klappt mit einem weiteren Spieler am besten, denn hier kann man richtig taktische vorgehen, sich absprechen und so Feinde auch mal in die Zange nehmen. Jedoch muss man immer auf seinen Partner aufpassen, denn man teilt sich gemeinsam drei Leben. Die können zwar hin und wieder aufgefüllt werden, aber ist das letzte verbraucht, startet das Level von vorn. Und genau das ist das Problem des KI-Partners, der einen immer wieder in nahezu ausweglose Situationen bringt.

Und so ruft das Schwesterchen immer wieder nach Hilfe. Man kann dann seine Heilkünste einsetzen, ist dabei aber selbst ebenfalls schutzlos. Das ist schon hin und wieder etwas frustrierend.

Kommen wir zu unserem Fazit. Zu zweit ist „Wolfenstein: Youngblood“ ein großartiger Shooter, der richtig viel Spaß macht. Allein sollte man ein wenig frustresistent sein und die Eigenheiten der KI akzeptieren. Die Geschichte ist nicht wirklich tiefgründig, aber immerhin haben wir hier es auch nicht mit einem Vollpreistitel zu tun, sondern mit einem Addon, das ohne Hauptspiel funktioniert. Abwechslung gibt es reichlich im Spiel und auch Sammler kommen auf ihre Kosten. Grafisch wäre hier noch Luft nach oben, was vor allem die zwei Schwestern betrifft, deren Gesichter auch aus einer Fassung für die Xbox 360 stammen könnten. Am Sound inklusiver deutscher Synchronisation gibt es nichts auszusetzen.