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Ganze 32 Jahre ist es her, da erschien das von Interplay Productions entwickelte Rollenspiel „Wasteland“ für den Apple II. Umsetzungen für weitere Systeme folgten. Das Spiel drehte sich um eine Gruppe von Desert Rangers, Überbleibsel der US Army, die nach einem Atomkrieg die verseuchte Erde durchstreifen und verschiedene Vorfälle untersuchen. Bis zum Nachfolger zogen 26 Jahre ins Land und „Wasteland 2“ von InXile Entertainment kam 2014 in die Läden. Vom gleichen Entwickler stammt auch Teil drei der Reihe, der seit dem vergangenen Monat für PC, Xbox One, PS4, macOS und Linux verfügbar ist. Wir haben uns das Ödland auf der Xbox One angesehen.

Die Geschichte von „Wasteland 3“ knüpft direkt an den Vorgänger an. Die Rangers sind siegreich aus dem Kampf hervorgegangen, jedoch büßten sie nahezu ihre komplette Infrastruktur ein. Allerdings scheint Hilfe nicht weit weg zu sein, in Colorado braucht jemand auch eben solche und verspricht im Gegenzug finanzielle Mittel, Material und Lebensmittel für den Wiederaufbau. Das ist ein Angebot, dass die Ranger nicht ablehnen können.

Kurze Zeit später sind fast alle Ranger tot, es gibt lediglich zwei Überlebende. Die beiden kann der Spieler über den Editor selbst erstellen. Aber der Auftraggeber aus Colorado hält sich zumindest an zusagen und bald schon steht die neue Basis und weitere Teammitglieder gesellen sich ebenfalls dazu. Und schon warten die ersten von ganz vielen Missionen.

Und die Aufgaben bieten jede Menge Abwechslung, einige dauern Stunden, andere sind in ein paar Minuten erledigt. Und es gibt sehr viele Dialoge, und die sind wichtig, denn ein ausschlaggebendes Element im Spiel ist die Moral der Figuren. Spielt man den rechtschaffenen Ranger und sammelt guten Ruf bei verschiedenen Fraktionen? Oder gibt man lieber den durchgeknallten Psycho? Alles ist drin im Ödland.

Wer die Vorgänger gespielt hat, findet sich auch hier schnell zurecht. Allerdings wurde auch Rücksicht auf Neueinsteiger genommen. Die Spielmechanik ist zugänglicher geworden, einige Dinge wurden zudem vereinfacht, das macht das Spiel keineswegs weniger fordernd, sondern in Nuancen ein wenig bequemer. Neu im Spiel ist zudem, dass nun die äußere Welt erkundet und neue Ortschaften entdeckt werden können. Dafür steht ein Schneemobil zur Verfügung.

Gekämpft wird natürlich auch, und das reichlich. Wie gehabt laufen die Konflikte rundenbasiert ab. Das erfordert Taktik und Planung unter Einbeziehung der kompletten Umgebung. Das ist bitter nötig, denn zahlenmäßig ist der Spieler den Gegnern fast immer unterlegen. Praktischerweise haben wir ja unser Schneemobil, das, ordentlich aufgemotzt, auch als schlagkräftige Waffe fungiert.

Ebenso wichtig sind die Skills der Teammitglieder, wer schon mal ein Rollenspiel gespielt hat, weiß wie wichtig. Alle Mitglieder der Rangers haben Spezialisierungen, die weiter ausgebaut werden können, die Möglichkeiten hier sind schier unerschöpflich.

„Wasteland 3“ funktioniert auf der Konsole herausragend gut. InXile hat das großartige Konzept von „Wasteland 2“ beibehalten, allerdings aufgefrischt, aufgehübscht und hier und da ein Sahnehäubchen draufgesetzt. Das Ergebnis ist ein grandioses Rollenspiel, das unheimlich viel Spaß macht und viele, viele Stunden fesselt. Die Grafik sieht ein wenig Retro aus, das passt hier perfekt, der Sound, samt Sprachausgabe ist klasse und die Steuerung für die Konsole optimal. Ganz klare Kaufempfehlung.