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Wirtschaftssimulationen gehören auf Computern zu den ältesten Spielegenres. Die ersten davon kamen freilich völlig ohne Grafik aus und boten lediglich Text und Tabellen. Das ist seit vielen Jahren natürlich anders. Im Jahr 2001 erblickte mit „Tropico“ ein neuer Genrevertreter das Licht der Welt. Und das Spiel bot etwas Besonderes. Neben den üblichen Dingen, wie Aufbau und Handel hat der Spieler hier die Rolle eines Diktators übernommen, der über eine Insel herrschte. Mittlerweile ist El Presidente, eben jener Diktator, eine Ikone in der Videospielszene. Im vergangenen März erschien bereits der sechste Teil der Serie für PC, MAC und Linux, nun hat Publisher Kalypso die Konsolenversion veröffentlicht. Wir haben uns das Spiel auf der Xbox One angesehen.


Wieder übernimmt der Spieler die Rolle von El Presidente, dem Herrscher über eine, nein, diesmal über eine ganze Inselgruppe in der Karibik. Ziel ist es, sein Reich und sich selbst zu Reichtum und Macht zu verhelfen. Legal, illegal, ganz egal. Und so errichtet man Wohnraum, Industrieanlagen, Landwirtschaft und Häfen für den Handel. Auch das Militär wird natürlich nicht vernachlässigt.

Vorher steht aber erst einmal die Erstellung des eigenen Diktators an. Und dazu bietet der Editor umfangreiche Optionen. Ob Kleidung, Frisuren, Bärte, alles lässt sich nach eigenen Wünschen anpassen. Ist man damit fertig, baut man sich noch fix einen imposanten Palast. Und auch hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten, das Design auszusuchen.
Dadurch, dass es diesmal mehrere Inseln sind, bieten sich natürlich völlig neue Möglichkeiten. So kann man eine davon für die Industrie nutzen, damit sie den Tourismus auf der Hauptinsel nicht beeinträchtigt, während man die anderen nutzt, um Rohstoffe abzubauen.

Einsteiger nutzen zunächst das gelungene und umfangreiche Tutorial, denn das Spiel hat immens viele Optionen im Bereich Aufbau ebenso wie in der Politik zu bieten. Weitere Spielmodi sind das freie Spiel und die Missionen, die die Kampagne ersetzen. Jede von den 15 Missionen erzählt einen Bereich aus dem Leben unseres El Presidente. Und mit viel Humor wird hier eine Geschichte erzählt. Daneben gibt es einen Multiplayer-Modus für vier Spieler, gegen die man dann in den Krieg ziehen kann. Schließlich gibt es nur einen echten El Presidente.

Statistiken zeigen an, wie es um die Zufriedenheit der Einwohner des Inselreiches bestellt ist. So erkennt man, woran es fehlt und kann die richtigen Entscheidungen treffen, um das Leben des Volkes zu verbessern. Ein Kraftwerk hier, ein paar neue Farmen dort und alles sieht schon wieder besser aus. Oder man pfeift auf das Wohlbefinden der Leute und baut lieber das Militär aus.

Und es geht auch richtig tief in die Details. In Industrieanlagen kann man entscheiden, ob man die Arbeiter richtig ausbeutet, um maximale Ergebnisse zu erzielen, oder eine lebenswerte Arbeitsatmosphäre schafft. Querulanten kann man feuern, gute Arbeiter fördern. Ist genug Geld in der Staatskasse, ist sogar ein eigenes Weltraumprogramm drin.

Aber auf eines sollte immer geachtet werden, die nächste Wahl kann das Ende bedeuten und auch ein Putsch ist jederzeit möglich, da sollte das Volk vielleicht doch nicht so ganz unzufrieden sein. Hin und wieder hilft schon eine schwungvolle Rede an die Leute, Versprechen, die man hier gibt, sollten dann aber auch schon eingehalten werden. Und wenn alles nichts hilft, muss man halt die Wahl ein wenig zu den eigenen Gunsten beeinflussen.

„Tropico 6“ ist eine großartige Wirtschafts- und Politiksimulation, die auch auf dem PC schon sehr viel Spaß gemacht hat. Allerdings muss man sich an die Steuerung auf der Konsole erst einmal gewöhnen, denn durch die vielen Möglichkeiten muss man oft von einem geöffneten Fenster zum nächsten springen, was mit der Maus deutlich praktischer ist. Hat man das erst einmal verinnerlicht, bekommt man ein wunderbares Spiel, das mit Optionen und Humor nur so klotzt. Die Grafik schaut schick aus und auch der Sound kann sich hören lassen. Bleibt die Frage, wie wird dein El Presidente, ein Mann des Volkes oder ein echter Diktator?