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Im Jahr 1985 katapultierte „The Bard's Tale“ die Spieler in die mittelalterliche Fantasystadt Skara Brae. Dies war der Ausgangspunkt, um sich eine Gruppe von Abenteurern zusammenzustellen und Dungeons zu erkunden, Kämpfe zu bestehen und fette Beute zu machen. Bislang kannte  man das Spielprinzip hauptsächlich von Pen&Paper Rollenspielen wie „Dungeons & Dragons“, oder von Computerspielen, die lediglich aus Text bestanden. Mit „The Bard's Tale“ konnten Figuren nun gesteuert werden, es gab beeindruckende Grafik und rundenbasierte Kämpfe. Das Spiel erschien unter anderem für den Apple II und den C64. Ein Jahr später folgte Teil zwei „The Destiny Knight“, 1988 dann mit „The Thief of Fate“ der dritte Teil der Serie. Erst dreißig Jahre später, im vergangenen Jahr, erschien das mit Hilfe von Kickstarter finanziert Spiel „The Bard's Tale IV: Barrows Deep“, von dem im vergangenen Monat der Directors Cut erschienen ist. Wir haben uns das Spiel auf der Xbox One angesehen.


Erstellt man sich einen Chrakter, in der Regel das erste, was man in einem Rollenspiel tut, wählt man einen Tank mit dicker Rüstung, einen Jäger, der aus der Entfernung mit Pfeil und Bogen angreift, einen Magier, der tödliche Zauber beherrscht oder einen Kleriker, der in der Lage ist, die anderen Gruppenmitglieder im Kampf zu heilen. Wer aber würde auf die Idee kommen, einen spielenden und singenden Barden auszuwählen? In „The Bard's Tale IV“ kommt aber eben dieser Klasse besondere Aufmerksamkeit zu.

Gestartet wird, na wo wohl, in Skara Brae, der Hauptstadt aller Abenteurer. Hier herrscht wieder einmal reges Treiben bei den Händler und in den Tavernen. Ein Typ namens Rabbie führt uns zur Gilde der Abenteurer, dabei lernt man gleich die Steuerung des First-Person-RPGs kennen. Und während wir die Freiheit der offenen Spielewelt genießen, führt uns das Spiel trotzdem, beinahe unbemerkt durch eine lineare Geschichte.

Wichtig ist es, nach Möglichkeit, mit vielen Personen zu reden. Nur so erhält man Informationen über Orte, Gebiete, die Geschichte und Quests. In den Dungeons können Schätze und Gegenstände erbeutet werden, die man nutzen kann, um Rüstung, Waffen oder Zauber zu verbessern, oder um Handel zu treiben und sich Dinge von den Händlern oder auch zwielichtigen Gestalten zu kaufen.

Kommt es zum Kampf, und dazu kommt es ziemlich oft, ist die ganze Gruppe beteiligt und das Spielgeschehen wird auf ein gerastertes Feld verlegt. Der Spieler hat eine begrenzte Anzahl an Aktionspunkten, die er Einsetzen kann, um Charaktere zu bewegen oder Angriffe auszuführen. Sind die Punkte aufgebraucht, und oftmals reichen sie nicht, um jedes Mitglied der Gruppe Aufgaben zuzuweisen, ist der Gegner an der Reihe. Das bedeutet, das die Kämpfe sehr taktisch ablaufen und jeder Zug sollte genau überlegt werden. Denn die Gruppe hat ein ganzes Arsenal an Möglichkeiten, von Angriffen mit Schwert, Pfeilen oder Zaubersprüchen bis zur Heilung von verletzten Charakteren.

Aber ein Rollenspiel besteht nicht nur aus Kämpfen und dem Einsammeln von Schätzen, auch das eine oder andere Puzzle will gelöst werden. Die Aufgaben und Quests sind vielfältig uns sorgen für jede Menge Abwechslung. Und schließlich erweitert auch unser Barde sein Repertoire und lernt neue Lieder, die wiederum die eine oder andere Überraschung bereithalten.

1985 habe ich mit „The Bard's Tale“ auf dem Commodore 64 mein ersten Rollenspiel gespielt. Und die Begeisterung damals war so groß, dass es bis heute mein Lieblings-Spielegenre ist. Um so gespannter war ich auf die Konsolenumsetzung von „The Bard's Tale IV“. Und schon, wenn die Titelmelodie des Spiels erklingt, sind nicht nur viele Erinnerungen wieder da, sondern ganz viel Lust auf das rundum gelungene Spiel. Zwar wirkt die Grafik hin und wieder ein wenig altbacken, aber das macht das Spiel mit der vielen Abwechslung bei den Aufgaben, den tolle Rätseln, spannenden Kämpfen und nicht zuletzt dem genialen Soundtrack wieder mehr als wett. Tolles Spiel, das ich nur weiterempfehlen kann.