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Im Jahr 2010 erschien mit „Sniper: Ghost Warrior“ ein Stealth-Shooter mit dem Schwerpunkt auf Scharfschützenmissionen. Anders als in ähnlichen Spielen wurde hier deutlich mehr Wert auf die realistische Darstellung der Ballistik gelegt. Zwei Jahre später erschien eine Fortsetzung und Teil drei folgte 2017. Nun steht mit „Sniper Ghost Warrior Contracts“ ein weiterer Teil der Reihe in den Läden. Wir haben uns das Spiel auf der Xbox One angesehen.

Die Grundgeschichte ist schnell erzählt. Der Spieler übernimmt die Rolle eines Scharfschützen, der als freischaffender Künstler Aufträge auf der ganzen Welt erledigt. Dabei bewegt er sich in einer zum großen Teil offenen Welt. Große Neuerung in dem Spiel ist die Maske, die die Figur trägt, und die so einige nützliche Funktionen hat.

Und so reist unser Shooter herum und erledigt vornehmlich Russen, die einen finsteren Plan verfolgen. Für erfolgreiche Abschüsse gibt es Bares. Die Pläne der Russen will eine Geheimorganisation durchkreuzen, weshalb sie uns rekrutiert. Dabei geht es aber nicht allein darum, aus großer Entfernung Leute zu erschießen, es gibt auch andere Aufgaben, wie die Entwendung wichtiger Dateien, Sprengstoffanschläge und so weiter.

Zu Beginn des Spiels steht ein kurzes Tutorial auf dem Programm. Und kurz ist hier wirklich kurz, denn danach steht man quasi wie der Ochs vorm Berge und muss sich das meiste erst einmal selbst erarbeiten. Nun gibt es fünf große Missionsgebiete, in denen man sich relativ frei bewegen kann. Neben den Hauptzielen gibt es auch immer ein paar Nebenmissionen zu erledigen, die angenehme Abwechslung bringen. Auch hierfür gibt es Belohnungen wobei der dicke Batzen nur durch die Hauptmissionen zu verdienen ist.

Natürlich geht es auch hier in erster Linie darum, Ziele in großer Entfernung auszuschalten. Dabei ist darauf zu achten, wie stark Wind, Schwerkraft und der Coriolis-Effekt den Flug des Projektils beeinflussen werden und nach diesen Berechnungen das Visier entsprechend anzupassen. Da ist ziemlich realistisch, aber zu Beginn auch alles andere als einfach. Hier wäre ein etwas umfangreicheres Tutorial zum Anfang wünschenswert gewesen.

So gut das Schießen selbst dargestellt wird, so schlecht ist die KI der Gegner, die völlig aus der Reihe fällt. Wie man mit so einer Bande die düsteren Pläne verwirklichen will, ist fraglich. Aber da hat man auch schon schlimmeres gesehen. Unser Sniper hat immer mehrere Möglichkeiten, seine Missionen zu erfüllen. Es kann geschlichen werden, um das Hauptziel möglichst ohne weiteren Gebrauch der Waffen zu erfüllen, was einiges an Stealth-Talent voraussetzt, oder man schießt sich den Weg frei. Hier sollte allerdings der knappe Munitionsvorrat einkalkuliert werden.

Ein wenig hat mich „Sniper Ghost Warrior Contracts“ an „Hitman“ erinnert, da sich das Gameplay der beiden Spiele ziemlich ähnelt. Das Spiel ist beim Schießen ziemlich realistisch, bietet motivierende Missionen und abwechslungsreiche Nebenaufträge. Die Grafik schaut richtig klasse aus, was auch für die Zwischensequenzen gilt, der Sound ist, da man hier in der Regel möglichst leise vorgeht, nicht im Vordergrund. Die Steuerung geht gut von der Hand, wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, denn das ziemlich dürftige Tutorial ist keine große Hilfe Alles in allem ist „Sniper Ghost Warrior Contracts“ ein gelungenes Spiel, das ich durchaus weiterempfehlen kann.