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Wie wäre es mit einer kleinen Reise in die Schweizer Alpen? Schöne Uhren, würziger Käse und zart schmelzende Schokolade, es könnte so schön sein. Doch das Spiel „Mundaun“, entstanden beim Ein-Mann-Entwicklerstudio Hidden Fields zeigt eine wesentlich dunklere Seite der malerischen Gegend. Entwickler Michel Ziegler hat sich Sagen und Kultur der Gemeinde Mundaun vorgenommen und ein klassisches Gruseladventure daraus gestrickt. Wir haben uns das Spiel auf der Xbox angesehen.

Mundaun gehört zum Kanton Graubünden und liegt in 2063 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Einige reale Orte finden sich auch im Spiel wieder und sollte dort mal jemand seinen Urlaub verbringen, dürfte er das eine oder andere Gebäude wiedererkennen.

Der Spieler übernimmt die Rolle von Curdin, der an den Ort seiner Kindheit zurückkehrt, um von seinem verstorbenen Großvater Abschied zu nehmen. Gesteuert wird in der Ego-Perspektive, aber das besondere am Spiel in die Grafik. Alles, wirklich alles, ist vom Entwickler mit Bleistift gezeichnet und ins Spiel übertragen worden. Das ergibt nicht nur eine ungewöhnliche Optik, sondern schafft vom Stil her schon eine düstere Atmosphäre, die durch die Geschichte natürlich noch wesentlich verstärkt wird. Der Sound tut sein Übriges dazu.

Das Spiel verfügt über eine Sprachausgabe, die mindestens so ungewöhnlich wie die Grafik ist, denn hier wird ausschließlich Rätoromanisch gesprochen, eine im Kanton Graubünden noch gebräuchliche Sprache. Glücklicherweise gibt es aber deutsche Untertitel.

Kommen wir zur Story. Der liebe Opa sollte eigentlich unter der Erde sein, so haben wir es vom örtlichen Pfarrer erfahren, doch der verkohlte Leichnam liegt in der vom Feuer zerstörten Scheune. Das Grab auf dem Friedhof dagegen ist leer. Und das ist nicht das einzige Anzeichen, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Hinweise die wir finden, wandern automatisch ins Tagebuch, welches hilft, die Übersicht zu behalten. Im Inventar wird dagegen alles gelagert, was wir an Gegenständen finden, wie Schlüssel oder Munition für ein Gewehr.

Hat man eine schwierige Passage überstanden, speichert das Spiel automatisch, allerdings findet man in vielen Gebäuden Wanduhren, an denen ebenfalls gespeichert werden kann. Gespräche mit anderen Personen können auch den einen oder anderen Hinweis darauf geben, was hier geschehen ist. Dann wird es dunkel.

In der Dunkelheit erscheinen verschiedene Gestalten, eine unheimlicher als die andere. Da gibt es Strohmänner oder Soldaten aus einem Krieg, der seit Ewigkeiten zu Ende ist. Vor denen kann man sich verstecken, versuchen, an ihnen vorbeizukommen oder den Kampf wählen. Das Spiel lässt einem jederzeit die Freiheit über solche Entscheidungen.

Ein Levelup bietet die Möglichkeit, den eigenen Zustand zu verbessern, was die Kämpfe ein wenig leichter macht.

„Mundaun“ bietet eine Spielzeit von etwa sieben Stunden und erzählt dabei eine Story, die gemächlich anfängt und die Spannung so lange weiter steigert, bis sie den puren Horror erreicht. Die wunderschöne Grafik, der passende Sound mit der ungewohnten Sprache sorgen für die passende Atmosphäre. Das Spiel ist Arthaus-Grusel vom Allerfeinsten und wenn man bedenkt, dass das Spiel für bereits knappe zwanzig Euro zu haben ist, kann ich es uneingeschränkt empfehlen.