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von Erik Schulz


Im Jahr 1992 tauchte der Automat „Mortal Kombat“ in den Spielhallen auf. Zwar gab es schon vorher ziemlich viele Beat'em'up Spiele, aber dieses war etwas besonderes. Zum einen wurden Schauspieler gefilmt und digitalisiert, was das Geschehen deutlich realistischer aussehen ließ. Zum anderen war es die explizite Gewaltdarstellung, vor allem bei den Fatalities, den finalen Schlägen, die die Fans begeisterten und den Jugendschützern graue Haare bereitete. Im Laufe der Jahre erschienen Fort- und Umsetzungen sowohl für die Spielhalle als auch für die jeweils aktuellen Konsolen und Homecomputer. Nun steht der elfte Teil der Serie in den Regalen, entwickelt bei NetherRealm Studios und im Vertrieb von Warner Bros. Interactive Entertainment. Erschienen ist das Spiel für PS4, Xbox One, Switch und den PC. Wir haben uns durch die PS4-Version geprügelt.


Wer schon einmal eines der vielen Spiele der Serie ausprobiert hat, kennt es, hier geht es um Tempo, um das schnellstmögliche drücken der Buttons um komplexe Kombos zu aktivieren. Das könnt ihr im elften Teil weitestgehend vergessen. Denn das Kampfsystem wurde doch schon ziemlich ausgebremst und die einzelnen Attacken haben nun wesentlich mehr Bedeutung bekommen, es artet nicht mehr in hektisches Button-Smashing aus. Wie gehabt gibt es zwei Tasten für Schläge und zwei für Kicks, Movelists für jede Figur gibt s im Pausenmenü oder lassen sich einblenden.

Es haben 25 Figuren den Weg in das Spiel gefunden, eine gelungene Mischung aus alten Bekannten und neuen Charakteren mit den unterschiedlichsten Kampfstilen. Jeden zu beherrschen benötigt schon einen heftigen Zeitaufwand, trotz umfangreicher Tutorials. Schon um sich auf einen Kämpfer, oder eine Kämpferin zu spezialisieren erfordert viel Übung, bis die Kombos, Fatal Blows und Fatalities richtig sitzen und problemlos von der Hand gehen.

Herzstück des Spiels ist die Kampagne, die rund zehn Stunden in Anspruch nimmt und etwa fünfzig Kämpfe beinhaltet. Dazwischen wird in sehenswerten Szenen die Story weitererzählt, die an die Ereignisse aus dem letzten Spiel anschließt. Das ist großartig umgesetzt und unangefochten das Highlight des Genres. Und klar, auch die Fatalities sind wieder an Bord, und zeigen völlig übertriebene Szenen, die nicht nur Gorehounds mit der Zunge schnalzen lassen. Wer über ein wenig schwarzen Humor verfügt, wird hier teilweise aus dem erstaunten Lachen nicht mehr herauskommen.

Natürlich gibt es auch weitere Spielmodi. So können in Türmen Aufgaben erledigt werden, um Belohnungen zu kassieren. Das ist teilweise recht leicht zu erledigen, manchmal aber auch bockschwer. Allerdings braucht man schon immens viel Zeit, um genug Gold zu bekommen, um damit Outfits oder Moves zu kaufen. Und da kommt das Allseits verhasste Thema Mikrotransaktionen, denn auch für Bares kann der Kämpfer aufgewertet werden. Eigentlich bei einem Vollpreisspiel schlicht eine Frechheit.

Natürlich kann man auch daheim gegen einen Freund antreten, ist gerade keiner Verfügbar, geht es online zur Sache. Bislang gab es weder Probleme, online Gegner zu finden, noch bei den Kämpfen, nicht einen Ruckler habe ich beim Testen ausmachen können.

„Mortal Kombat 11“ ist ein großartiger Genre-Vertreter, die Kampagne sicher das Beste, was es zur Zeit in diesem Bereich gibt. Die Grafik ist beeindruckend, gleiches gilt für den Sound. Die Steuerung braucht Gewöhnung, vor allem, wenn man mit dem schnellen Gameplay der Vorgänger vertraut war, nach einer Weile geht das aber gut von der Hand. Viele Spielmodi und Optionen sind weitere Highlights. Ein Wermutstropfen sind allerdings die unsäglichen Mikrotransaktionen. Ansonsten ist das Spiel schlicht geil.