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Das Marvel Cinematic Universe liegt im Winterschlaf, der Kinostart von „Black Widows“ wurde wegen der Pandemie verschoben und neue Serien lassen auch auf sich warten. Immerhin gibt es reichlich Nachschub in Comicform und seit dem Ende des letzten Monats nun auch ein neues Videospiel. „Marvel's Avengers“ wurde von Crystal Dynamics in Kooperation mit Eidos Montreal entwickelt und als Publisher fungiert Square Enix. Erschienen ist das Spiel für PC, Xbox One, PS4 und Stadia. Wir haben uns das Spiel auf der Xbox One angesehen.

Es ist der Avengers Day und unsere Helden haben der Bevölkerung einiges zu zeigen. Da wäre einmal der neue Heli-Carrier Chimera, aber das ist noch nicht alles. Die Avengers haben auch eine neue Energiequelle in Petto, die viele Probleme lösen könnte. Doch was ein Fest für alle sein sollte, wird ganz schnell zum Albtraum. Es gibt einen Anschlag auf die Golden Gate Bridge und der Reaktor der Chimera explodiert. San Francisco wird weitestgehend zerstört, die Avengers angeklagt und aufgelöst.

Aus der Katastrophe entwickeln sich sie Inhumans, die Superkräfte haben, der Spieler übernimmt eine von ihnen, Kamala Khan. Einige Jahre nach der Katastrophe ist es ihre Aufgabe die Avengers aufzuspüren und wieder zu vereinen. Dagegen hat allerdings der mächtige Konzern AIM etwas, denn der sieht alle Inhumans als Bedrohung und will sie vernichten. Soweit die Hintergrundgeschichte, die so durchaus auch in einem MCU-Film hätte auftauchen können. Und so kommt die Präsentation auch wie bei einem Film daher, mit vielen Cut-Scenes und zahllosen Anspielungen auf Filme und Comics. Die Cut-Scenes sind großartig in Szene gesetzt, mit viel Liebe zu den Vorlagen, und in englischer Sprache wunderbar synchronsiert. Die deutsche Variante kann da leider in keiner Szene rankommen.

Das Gameplay lässt dem Spieler meisten nicht viele Freiheiten, die Level kommen schlauchartig daher, mal wird geschlichen, mal muss gekämpft werden und hin und wieder wartet ein Quick Time Event. Dazwischengemischt werden ein paar Rollenspiel-Elemente. Steigt man im Level auf, können Skillpunkte investiert werden, außerdem können Rüstungen, die sich auch upgraden lassen, gesammelt werden. Diese sind jedoch optisch nicht sichtbar, egal, welche Rüstung man anlegt, die Figur ändert sich optisch nicht. Möchte man die Optik ändern, heißt es grinden, bis der Arzt kommt, oder der Spieler muss Echtgeld investieren. Und da kommt für ein legendäres Outfit schon ein Betrag von knapp fünfzehn Euro zusammen.

Die Kämpfe fallen sehr unterhaltsam aus, neben regulären Angriffen verfügt jeder Held über spezielle schwere Attacken oder Ultimates. Gekämpft werden kann auch per Multiplayer, was nochmal deutlich mehr Spaß macht, denn wirklich ausgereift ist die KI der Mitstreiter nicht.

Grafisch schaut „Marvel's Avengers“ richtig gut aus, der Sound kommt brachial aus den Boxen, vor allem bei den spassigen Kämpfen. Die Entwickler haben hier allerdings versucht, es allen recht zu machen, vom Casual Games bis zum Hardcore-Zocker, von Loot-Sammlern bis Multiplayer-Gamern. Das ist in manchen Teilen gut gelungen, in anderen wirkt es wie nichts halbes und nichts ganzes. Und die vielen Möglichkeiten, Echtgeld auszugeben, sind schon ziemlich dreist. „Marvel's Avengers“ ist ein gutes Spiel, keine Frage, aber man hätte hier deutlich mehr draus machen können.