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Sein Debut feierte das Spiel FIFA noch unter dem Titel „FIFA International Soccer“ im Jahr 1993 auf dem Sega Mega Drive. Seitdem hat sich einiges getan. Jedes Jahr erscheint eine neue Variante und die Frage ist immer gleich. Welche Veränderungen gibt es im Vergleich zum Vorgänger, lohnt sich der Kauf, wenn ich das Spiel aus dem vergangenen Jahr schon im Regal habe? Seit dem vergangenen Monat ist „FIFA 20“ erhältlich und wir haben uns das Spiel auf der PS4 angesehen.


Ein Kritikpunkt bei „FIFA 19“ war die KI der Mitspieler, die nicht immer nachvollziehbare Entscheidungen getroffen hat. So gab es seltsame Laufwege im Spiel und die Pässe liefen zu oft ins Leere. Nach den ersten Kicks mit „FIFA 20“ muss ich sagen, dass nun keine Auffälligkeiten mehr zu entdecken sind. Auch die Ballführung und das Dribbeln mit dem Ball wurde verbessert, was eine technische Spielweise deutlich einfacher und Erfolgs versprechender macht.

So ist es zudem möglich, den Ball zu halten und kurz den Blick nach einem Mitspieler schweifen zu lassen und die Entscheidung zwischen Pass und Torschuss zu treffen. Kunstschüsse dagegen führen oftmals nicht zum Erfolg, was ja auch realistischer ist, das war im Vorgänger noch anders. Dafür kommt man nun mit simplem Schuss auf das Tor des Gegners öfter zum Erfolg. Gut so.

Wichtigste Neuerung in „FIFA 20“: der Straßenfußball ist zurück, erstmals seit „FIFA 98“ kann wieder abseits von Stadien gekickt werden. So kann hier mit drei gegen drei gespielt werden, ohne Torwart. Dann gibt es das beliebte Futsal, in dem die Teams je vier Spieler und einen Torwart haben, dafür haben die Tore die Abmessungen wie beim Handball. Entscheidend sind in diesen Spielen auch die Plätze, die von Straßen, über Hallen bis zu sandigen Bolzplätzen reichen. Jeder Boden lässt den Ball anders laufen.

Dazu lassen sich die Spielfelder mit Wänden begrenzen, so lässt sich im Billard-Stil die Bande nutzen. Ideal für Techniker, die hier auf ihre Kosten kommen, denn die Spiele sind schnell und es fallen deutlich mehr Tore.

Auch der Story-Modus dreht sich in diesem Jahr um diese Spiele. Man kann sich einen weiblichen oder männlichen Charakter erstellen und schließt sich einem Team an, das sich für die Weltmeisterschaft qualifizieren will. Neben vielen Spielen wird eine kleine Geschichte erzählt und man trifft den einen oder anderen bekannten Straßenfußballer.

Für den Kick zwischendurch gibt es wieder neue Spielmodi- „Überraschungsball“ ändert die Eigenschaften des Spielgeräts bei jeder Unterbrechung, mal schneller, mal träge, mal präziser, das macht schon Laune. Bei „Platzhirsch“ dreht es sich darum, in einer bestimmten Zone möglichst lange in Ballbesitz zu bleiben.

Es gibt aber auch Dinge, die verschwunden sind. So ist der Heimspielort des Rekordmeisters FC Bayern München, die Allianz Arena, nicht mehr dabei, da sie nun exklusiv bei der Konkurrenz von  Konami zu finden ist. Verschmerzbar. Juventus Turin hingegen ist gar nicht mehr dabei und wurde durch das Team „Piemonte Calcio“ ersetzt.

Ansonsten ist alles wie beim Alten. Dank umfangreicher Lizenz sind nahezu alle relevanten Teams im europäischen Fußball samt Spielern und Stadien dabei, die Kommentatoren sind die alten und auch alle beliebten Spielmodi wie Ultimate Team sind wieder dabei.

„FIFA 20“ ist ein enorm umfangreiches Spiel und hat durch den wieder integrierten Straßenfußball deutlich gewonnen. Es ist halt ein ganz anderes Gefühl, in den Straßen von Rio oder in einer schäbigen Halle in Berlin zu spielen als vor 60.000 Zuschauern im Stadion. An der exzellenten Grafik und dem sound hat sich kaum etwas getan, ebenso wenig an der Präsentation der Spiele, all das war im Vorjahr auch schon nahezu perfekt. Dagegen wurden Kritikpunkte von FIFA 19 ausgemerzt. Großartiges Spiel, ein Kauf lohnt sich schon allein wegen den neuen Spielmodi.