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Drei Fragen quälten den Formel 1 Fan in diesem Jahr. Zum einen, wann es endlich losgeht, da durch die Corona-Krise auch der Rennkalender ordentlich durcheinandergewirbelt wurde. Die Frage ist nun beantwortet, das erste Rennen in Österreich wurde bereits gefahren und Mercedes-Pilot Valtteri Bottas, in diesem Jahr nicht in Silber, sonder als Zeichen gegen Rassismus in schwarz unterwegs, hat den ersten Sieg eingefahren. Was auch die zweite Frage teilweise beantwortet, ob Mercedes in diesem Jahr wieder dominiert. Die dritte Frage, wo es Sebastian Vettel nach dieser Saison hinzieht, ist allerdings noch offen. Eines ist allerdings ganz sicher, der diesjährige Videospielableber „F1 2020“ steht in verschiedenen Editionen im Laden. Wir haben uns das Spiel in der Michael Schumacher Deluxe Edition auf der Xbox One X angesehen.

Als Extras bringt die Edition Fahrzeugdesigns ebenso mit, wie die typischen Jubelposen der F1-Legende. Aber die wichtigste Neuerung im Spiel dürfte sein, dass diesmal gleich zwei Einzelspieler-Karriere-Modi an Bord sind. Wer schon im vergangenen Jahr dabei war, wird feststellen, dass nicht alles neu erfunden wurde, sondern hauptsächlich Kleinigkeiten verbessert wurden. Die Grafik war schließlich auch im vergangenen Jahr nahezu perfekt, ebenso wie die Steuerung und die Präsentation, die sich kaum von Live-Übertragungen im TV unterscheiden ließen.

Natürlich ist dank umfangreicher Lizenz alles was Teams, Fahrer und Boliden betrifft, auf dem neuesten Stand. Bei der Fahrerkarriere wurde die Story, die ja im vergangenen Jahr ein wenig Handlung in die Karriere bringen sollte, gestrichen, was wohl niemand wirklich vermissen wird. Ansonsten spielt sich die Karriere wie im vergangenen Jahr. Man beginnt in der Formel 2 als hoffnungsvoller Nachwuchsfahrer mit dem Ziel, den Weltmeistertitel der Königsklasse zu gewinnen. Als Option kann die Saison nun verkürzt werden.

Dann gibt es nun den neuen Einzelspielermodus, die Teamkarriere. Und der lässt mich als Fomel 1 Fan mit der Zunge schnalzen. Denn hier kann ein eigener Rennstall gegründet werden. Und da steht erst mal ein wenig Arbeit an, denn zunächst muss ein Teamname gefunden werden. Dann wird eine passende Farbe ausgesucht, ein Logo gestaltet und schließlich ein zweiter Fahrer unter Vertrag genommen. Einen Editor für ein selbstgestaltetes Logo fehlt leider und es kann lediglich unter den Vorgaben ausgewählt werden. Schade, das hätte dem Ganzen einen wesentlich persönlicheren Touch gegeben.

Sponsoren bringen Geld in die Kasse, das wiederum in die Weiterentwicklung der Rennwagen gesteckt wird, zudem kann die Infrastruktur des Teams ausgebaut werden. Das reicht von verbesserten Gebäuden bis zum Fitnessclub für die Fahrer. Daneben werden Pressetermine wahrgenommen oder Klassikerrennen gefahren.

Die Grafik der Rennen ist schlichtweg fantastisch, das war sie aber auch schon im vergangenen Jahr und Unterschiede sind hier kaum festzustellen. Integriert wurden natürlich auch die beiden neuen Rennen, auf dem Hanoi Circuit und dem extrem fordernden Circuit Zahnvoort.

Wie gehabt lässt sich das Spiel auf die eigenen Fähigkeiten anpassen, so haben Gelegenheitsfahrer und Einsteiger ebenso viel Spaß, mit entsprechenden Hilfen, wie F1-Veteranen. Informationen über den Boliden werden während der Rennen angezeigt oder über den Boxenfunk eingeholt, wer noch ein Kinect angeschlossen hat, kann das auch per Sprachsteuerung tun.

Weitere Modi gibt es wie beim Vorgänger, vom einzelnen Rennen, bis zum Online-Modus, in dem man gegen andere Spieler antreten kann.

„F1 2020“ ist ein perfektes Rennspiel, die neue Teamkarriere ist genial und genau das, was mir bislang gefehlt hat. Hat man den Vorgänger, muss man sich allerdings überlegen, ob dieser Modus den erneuten Kauf wert ist, denn viele weitere Neuerungen gibt es schlichtweg nicht. Hat man den Vorgänger nicht, erwirbt man hier das derzeit beste Rennspiel auf dem Markt, mit wunderschöner Grafik, tollem Sound und einer perfekten Präsentation. Besser geht es kaum.