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Im Jahr 1999 erblickte das rundenbasierte Strategiespiel „Disciples: Sacred Lands“ vom Entwicklerstudio Strategy First das Licht der PC-Welt. Drei Jahre später folgte „Disciples II: Dark Prophecy“ und 2009 „Disciples III: Renaissance“. Letzteres kam im Jahr 2014 nochmal als überarbeitete Fassung auf den Markt. Dann wurde es erstmal ruhig um die gelungene Spiele-Reihe. Bis zum vergangenen Monat, da erschien „Disciples: Liberation“, entwickelt bei Frima Studio und im Vertrieb von Kalypso Media, und zwar für Konsolen und PC. Wir haben uns das Spiel auf der PS5 angesehen.

Rundenstrategie auf dem PC ist einfach genial, die Steuerung mit Keyboard und Maus einfach perfekt, doch wie schlägt sich so ein Spiel auf der Konsole? Gleich vorneweg: sehr gut.

„Disciples: Liberation“ kommt als eine Mischung aus Strategie- und Rollenspiel daher. Allerdings gibt es, untypisch für RPGs, keinen Charaktereditor mit dem man sich seinen Avatar erstellt, sondern man übernimmt die Rolle von Ayvanna, einer Söldnerin. Ihr Weg führt den Spieler zurück nach Nevendaar, ein Kriegsschauplatz, auf dem sich vier Parteien bekriegen, Dort sucht sie nach Gefährten und Einheiten für ihre Armee, denn es gilt, Orte von Unterdrückern zu befreien.

Da gibt es so eine alte verlassene Stadt, Yllian genannt, die unsere Heldin wieder mit Leben füllt und die ihr fortan als Hauptquartier dient. Von dort aus werden die nächsten Schritte geplant, Armee-Einheiten vergrössert oder Gebäude errichtet. Hier ist auch der Ort, an dem man insgesamt achtzig Zaubersprüche erforschen und dann auch einsetzen kann. Und das ist auch bitter nötig, denn die riesige Welt ist voller Gefahren. Insgesamt gibt es dreizehn Regionen und rund dreißig Dungeons, die erkundet werden wollen.

Das Spiel wird uns mit wunderschöner Grafik in der ISO-Perspektive präsentiert, bis es zum Kampf kommt, der findet dann auf einem Hexagonalraster statt, Pen&Paper Rollenspieler wissen Bescheid. Pro Runde hat jede Figur eine gewisse Zahl ein Einsatzmöglichkeiten. Diese werden durch Aktionspunkte über ihren Köpfen angezeigt, wobei einer für Bewegung, ein weiterer für den Einsatz von Fähigkeiten und der dritte schließlich für beide eingesetzt werden kann. Wie gehabt, kann sich bewegt, angegriffen oder Deckung gesucht werden.

Und gekämpft wird ziemlich häufig, denn bei vier Parteien trifft man immer wieder auf Gruppen, die einem ans Leder wollen. Da wären religiöse Fanatiker, Elfen, Untote mit ihrer irren Königin und die Legion der Verdammten. Es gibt eine Menge zu tun. Und das gilt nicht nur für die Kämpfe, die Kampagne ist auf rund achtzig Stunden Spielzeit ausgelegt, es gibt 270 Quests, wovon einige durchaus längere Zeit in Anspruch nehmen. Dabei wird aber ebenso viel Abwechslung geboten, wie bei den Zügen durch die vielen Dungeons in Nevendaar.

Und wem das immer noch nicht genug ist, der kann auch gegen einen zweiten Spieler in die Schlacht ziehen.


Eine Mischung aus Rollenspiel und Strategie-Game, da werden Erinnerungen an die guten alten Might&Magic Zeiten wach. Aber vergesst es, „Disciples: Liberation“ übertrifft die Reihe um Längen. Eigentlich ist es der perfekte Mix, hat ein dürsteres Setting, das grafisch eindrucksvoll in Szene gesetzt wurde, tollen Sound und einen gigantischen Umfang. Am meisten hat mich überrascht, dass die Steuerung schon nach kurzer Eingewöhnung toll von der Hand geht und man eine Maus kaum noch erwischt. Großartiges Spiel, in dem es so unglaublich viel zu entdecken gibt, mich wird es noch oft nach Nevendaar ziehen, bevor ich eines der fünf möglichen Enden gesehen habe.