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Nina Schulz


Das im November in Japan erschienene Hack & Slash Adventure Dead or School hat es nun fast ein halbes Jahr später auch in andere Länder geschafft.

Die Story des 2,5D Spieles erinnert (sehr) entfernt an die Metro-Reihe, denn auch hier wurde die Menschheit in den Untergrund gezwungen und lebt nun in den U-Bahn-Tunneln von Tokyo in der konstanten Bedrohung von blutrünstigen Mutanten.

Was sich zuerst sehr vielversprechend anhört nimmt jedoch eine abrupte Wendung, denn Generationen nach den apokalyptischen Ereignissen sehnt sich der Hauptcharakter unserer Story; die junge Hisako, nicht nur nach frischer Luft, dem blauen Himmel und den grünen Wiesen, sondern nach einem simplen Schulalltag, was dann auch ihre Motivation für den Rest des Spieles sein wird.

Fest entschlossen schnappt sich das rothaarige Mädchen die noch guterhaltene Schuluniform ihrer Oma und macht sich bis an die Zähne bewaffnet auf den Weg an die Oberfläche.

Grob zusammengefasst ist dies auch schon der komplette Plot des Spiels, auf dem schwer umkämpften Weg nach oben gabelt Hisako noch einige andere Wegbegleiter auf, die jedoch keine große Rolle für den Verlauf der Story spielen.

Spieltechnisch gibt das Game jedoch einiges mehr her als die karge Story und hält den Spieler bei Laune. Kämpfe laufen sehr fließend ab und die verschiedenen Arten diese zu bestreiten bringen ebenfalls Spaß. Hisako verfügt über 3 Arten von Waffen, zwischen denen sie beliebig hin und her wechseln kann: Ein Samurai Schwert, eine Maschinenpistole und eine stark explosive Waffe, die ihre Gegner vor sich förmlich verdunsten lässt.

Natürlich kann man sich nicht das ganze Level mit einer einzelnen Waffe durchschlagen, sondern muss auf Schuss und Haltbarkeit des Schwertes achten, ist etwas aufgebraucht ist es bis zum nächsten Savepoint nicht mehr einsetzbar.

Jede Waffe verfügt außerdem über spezielle Moves und sind natürlich in verschiedenen Situationen nützlicher als die anderen. Das Spiel bedient sich außerdem an einigen RPG Elementen mit dem Erhalt von Erfahrung, Geld & Waffenteilen, mit denen man seine Waffen tunen kann.

Hat Hisako ein neues Level erreicht gibt es zudem auch noch Skillpoints, mit denen man Waffen & Fähigkeiten upgradet, auf den ersten Blick erscheint es ein wenig überwältigend, setzt man sich jedoch damit ein Mal etwas auseinander findet man recht schnell die beste Kombination für Waffe und Skills.

Neben den normalen Leveln und Bossen gibt es auch hin und wieder kleinere Sidequests in denen man bessere Waffenteile und Bonuserfahrung sammeln kann, was ebenfalls eine angenehme Abwechslung in das Spiel bringt.

Tatsächlich sind die Kämpfe selbst in der normalen Schwierigkeitsstufe nicht so leicht wie sie anfänglich wirken und man stößt oft auf Stellen, die man öfter wiederholen muss. Was besonders häufig passiert, wenn man nicht auf seine Waffen, die Mutanten & die Bosse achtet.

Einen weiteren Kritikpunkt gibt es trotz des tollen Gameplays und zwar das schlecht ausgeführte Tutorial, dieses zieht sich nämlich durch das komplette Spiel und erklärt hier und dort immer Mal wieder etwas, was deutlich den natürlichen und sonst flüssigen Ablauf des Spiels unterbricht.

Auch Grafiktechnisch gibt das Game nicht sonderlich viel her, wie man zuerst auf Screenshots und Videoclips annehmen mag: Unser Charakter und auch die Monster haben zwar mit ihrem Skizzenartigen Zeichenstil einen gewissen Charme, aber dabei bleibt es auch, denn die Umgebung ist alles andere als HD und passt auch meistens überhaupt nicht ins Gesamtbild, wahrscheinlich der größte Kritikpunkt des Spiels, denn die mangelnde Story wird durch das tatsächliche Gameplay wieder aufpoliert und manchmal braucht man auch einfach ein Spiel in dem man gedankenlos ein paar Mutanten niederschnetzeln kann.

Die Dialoge geben jedoch etwas her und die Artworks währenddessen kommen den geworbenen Werken sehr nahe. Vor allem Spieler, die sich an Fanservice erfreuen, werden diese Stellen mögen.

Zum Abschluss gibt es noch ein paar Pluspunkte für die vielfältige und wohl überlegte Musikbegleitung, diese schafft es nämlich immer eine passende Atmosphäre zu erschaffen und einem dieses beklemmende & gefährliche Underground-Feeling zu vermitteln. Das Spiel läuft außerdem im Handheld-Modus der Nintendo Switch überwiegend ohne irgendwelche fatalen Bugs oder Framerate-Drops.

Wer also keine hohen Ansprüche an Story oder Grafik hat und mehr Wert auf ein gutes Hack & Slash legt und außerdem gute Englischkenntnisse mitbringt, macht mit Dead or School aus dem E-Shop definitiv nichts falsch.