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Zunächst war „Age of Chivalry“ eine Mod des Spiels „Half Life 2“ und war äußerst beliebt. Die Torn Banner Studios in Kanada machten dann ein richtiges Spiel darauf, 2012 erschien „Chivalry_ Medievil Warfare“ für den PC, Versionen für Konsolen folgten in den Jahren darauf. Das Spiel entwickelte sich zu einem Multiplayer-Dauerbrenner und nun steht mit „Chivalry 2“ der Nachfolger bereit. Entwickelt wurde die Fortsetzung von Tripwire, die sich mit dem Hai-Spiel „Maneater“ einen guten Namen gemacht haben. Wir haben uns das Spiel auf der Xbox Series X angesehen.

Worum geht es? Stellt euch den Multiplayer-Part eines Spiels wie „Call of Duty“ vor und verlegt das Geschehen in das Mittelalter. Voila. Das Geschehen spielt in einer Welt namens Agatha, wo sich zwei Fraktionen bis aufs Blut bekämpfen. Eine davon sind die Agathian Knights, die anderen die Mitglieder des Mason Order. Es gibt allerdings, wie auch schon beim Vorgänger, keine wirkliche Geschichte, die weitererzählt wird, auch eine Kampagne wird man hier nicht finden, es gibt nur Schlachten, die on- und offline ausgetragen werden können.

Los geht das ganze mit einem Tutorial, das man sich auch tunlichst geben sollte. Denn nur in die Schlacht zu stürmen und alle Buttons auszuprobieren wird nicht lange von Erfolg gekrönt sein. Denn es gibt durchaus taktische Möglichkeiten, wie man seine Gegner gekonnt um die Ecke bringt.

Zu Beginn des Spiels hat man die Auswahl aus vier Klassen, dem Bogenschützen, der gut versteckt für ordentlich Schaden sorgen kann, im Nahkampf aber praktisch chancenlos ist, der Vorhut, die mit einer Axt bewaffnet quasi als erste auf dem Schlachtfeld eintrifft, der Fußsoldat, der mit einer Hellebarde kämpft und der Ritter, der zusätzlich gut gepanzert ist. Jede Klasse hat, wie immer, ihre Vor- und Nachteile.

Hat man sich für eine Klasse entschieden, kann man sie seinen eigenen Wünschen entsprechend anpassen und optisch aufwerten. Steigt man im Level, gibt es neue Ausrüstung, Waffen und andere Gegenstände. Dann kann es online in die Schlacht gehen. Es gibt Matches für 40 und 64 Spieler, in denen zwei Teams gegeneinander antreten. Den Modus Death Match muss man wohl nicht mehr erklären, hier tritt jeder gegen jeden an, bis nur noch einer übrig ist. Acht verschiedene Karten finden sich im Spiel.

Das Mittelalter war für seine brutalen Schlachten bekannt, und das findet sich auch so im Spiel wieder. Markige Sprüche und Kampfesschreie sind da noch das harmloseste. Spritzendes Blut, abgetrennte Köpfe und umherfliegende Körperteile sind keine Seltenheit, sondern die Regel. Das hat schon filmreife Ausmaße, denn auch der Soundtrack und die Geräuschkulisse auf dem Schlachtfeld befinden sich auf einem ganz hohen Niveau.

Die Steuerung mit dem Pad der Series X geht prima von der Hand und auch im hektischen Schlachtgetümmel behält man nach einiger Übung stets den Überblick über die Funktionen.

Ich geb es zu, ich bin ein Multiplayermuffel, ich mag Spiele mit Story und geht es gegen andere Spieler, überwiegt bei mir oft der Frust. Aber was ist das denn? Was ist „Chivalry 2“ nur für ein geiles Spiel? Offenbar hab ich nur darauf gewartet, denn dieses Spiel macht mich zum Multiplayer-Fan und das will schon was heißen, bei meinem fortgeschrittenen Alter. Mann, geht hier die Post ab. Die Schlachten machen so enorm viel Spaß, wie ich es in dieser Form noch nie erlebt habe. Grandiose Grafik, epischer Sound und eine famose Steuerung, dazu ein ruckelfreies Spielerlebnis, „Chivalry 2“ ist ganz große Klasse. Am meisten Spaß macht es, wenn zwei gleichwertige Spieler gegeneinander antreten, dann entstehen monumentale Kämpfe und hin und wieder kommt dann ein Teamkollege daher und meuchelt einen der Kämpfer von hinten dahin. Absolut klasse. Wenn ein Spiel es schafft, mich zu einem Multiplayer-Fan zu machen, dann hat es auch unsere Höchstwertung verdient.