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Jedes Spielegenre hat seine ganz großen Klassiker. Im Bereich der Rollenspiele gehört „Baldur's Gate“ definitiv dazu. Das Spiel orientiert sich an dem Pen & Paper Spiel „Advanced Dungeons & Dragons“ und spielt in den Vergessenen Reichen. Eigens für das Spiel wurde die Infinity Engine erschaffen, die auch bei den Erweiterungen und der Fortsetzung genutzt wurde. Vierzehn Jahre nach dem Erscheinen, 2012, hat der kanadische Entwickler Beamdog eine umfassende Überarbeitung des Spiels mit Anpassungen an moderne Computer veröffentlicht. Nun sind beide Teile des Spiels auch für die Konsole verfügbar. Wir haben uns das Spiel auf der Switch von Nintendo angesehen.


Zu Beginn erstellen wir uns einen Charakter. Hier kann man durchaus schon die erste Stunde des Spiels verbringen, denn neben verschiedenen Rassen und Klassen kann auch das Aussehen bestimmt werden. Und unsere Figur ist ein direkter Nachfahre von Bhaal, dem von einem Sterblichen getöteten Gott des Mordes. Unsere Heldin, oder unserer Held, weiß davon allerdings nichts und lebt das Leben in der Gelehrtenstadt Kerzenburg. Auf einer Reise unternimmt Sarevok, ebenfalls ein Sohn Bhaals, der den Platz des Vaters einnehmen will, ein Attentat auf die Gruppe und tötet unsere Begleiter, während unser Charakter fliehen kann. Nun geht es darum, mehr über Sarevok in Erfahrung zu bringen und die eigene Abstammung zu klären. Politische Intrigen und ein drohender Krieg machen die Sache allerdings nicht einfacher.

Nach und nach wächst dabei die Gruppe von Abenteurern rund um unseren Helden bis auf sechs Mitglieder. Manche Begleiter fordern zunächst die Erfüllung von Aufgaben, bevor sie sich der Partie anschließen. Durch gelöste Aufgaben und gewonnene Kämpfe gibt es Erfahrungspunkte, die Stufenaufstiege ermöglichen, mit denen sich wiederum die Fähigkeiten verbessern lassen.

Gegenüber dem Originalspiel wurde nicht nur die Grafik überarbeitet, auch alle Menüs wurden angepasst und lassen sich auch mit der Konsole problemlos ansteuern.

Baldur's Gate erzählt eine epische Geschichte, wie es in den Forgotten Realms zu AD&D Pen&Paper Zeiten üblich war. Und da das Spiel auf den Regeln eben dieses Spiels basiert, ist es sehr komplex. Es gibt unzählige Optionen schon bei der Charaktererstellung, zahlreiche Rassen, noch mehr Klassen, die sich auch untereinander kombinieren lassen, was bei Einsteigern schon ein wenig zu viel sein kann. Zudem ist die Geschichte sehr Text- und Dialoglastig, was heute auch nicht mehr jedermanns Sache ist.

Hat man sich erstmal in das komplexe System reingefuchst, kommt man in den Genuss eines der besten Rollenspiele, die jemals produziert wurden. Spieler der alten Version werden die Startprobleme ohnehin nicht haben und können direkt loslegen. Die Grafik des Spiels wurde ordentlich aufpoliert, kann aber freilich trotzdem nicht mit aktuellen Titeln mithalten. Der Spielumfang ist gigantisch, denn neben den zwei Hautpspielen sind auch sämtliche Addons dabei, was hunderte Stunden an Rollenspielspaß ermöglicht. Denn wenn man erstmal richtig im Spiel ist, bekommt man ohnehin nicht genug von Baldur's Gate.

Auch auf der Switch Lite macht das Spiel richtig viel Spaß, wer hätte 1998 gedacht, dass sich so ein Spiel mal auf dem Handheld zocken lässt? Per Update soll es übrigens auch noch einen Multiplayer Part geben, wie auf dem PC, bei dem jeder Spieler einen Helden der Gruppe steuert, der war zum Release offenbar noch nicht fertig. Für mich ist „Baldur's Gate I+II Enhanced Edition“ eines der bislang besten Spiele für die Switch, auch, aber nicht nur aus nostalgischen Gründen. Das Spiel hat unsere Höchstwertung mehr als verdient. Aber jetzt genug, ich muss zurück in die Vergessenen Reiche, meine Partie wartet auch mich.