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Jens Spahn, Jahrgang 1980, ist Mitglied im CDU-Präsidium und als Fraktionsvize zuständig für Wirtschaft, Klima und Energie. Nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann studierte er Politikwissenschaft. Seit 2002 ist er Bundestagsabgeordneter. In seinem münsterländischen Wahlkreis hat er bereits sechsmal in Folge das Direktmandat errungen. Von 2009 bis 2015 war er gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, anschließend Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen. Als Bundesminister für Gesundheit von März 2018 bis Ende 2021 galt es in der Zeit der Corona-Pandemie schwere Entscheidungen zu treffen und auch unkonventionelle Wege zu gehen, um möglichst viel Schaden abzuwenden und das Land gut durch die Krise zu führen. Spahn lebt mit seinem Ehemann in Berlin. Die Journalisten Olaf Köhne und Peter Käfferlein entwickeln und realisieren mit ihrer Hamburger Agentur Projekte in den Bereichen Buch, TV und Management. Ihre Bücher mit Dirk Roßmann, Hardy Krüger und Liselotte Pulver wurden SPIEGEL-Bestseller. Gemeinsam haben sie das Buch "Wir werden einander viel verzeihen müssen" verfasst, das bei Heyne erschienen ist.

Wie ein Orkan ist die Pandemie übers Land gefegt. Nichts ist mehr, wie es war. Zum ersten Mal berichtet jetzt Jens Spahn sehr persönlich aus dem Zentrum des Orkans. Er erzählt, wie die Politik in einer historischen Situation, für die es kein Beispiel gibt, der Krise Herr zu werden versucht, wie Kanzlerin, Ministerpräsidentenrunde, RKI und Experten um den richtigen Weg ringen. Er spart nichts aus, schildert schwierige Entscheidungen, drastische Maßnahmen, Zumutungen und Fehler ebenso wie Momente der Erschöpfung und Verzweiflung, erzählt von maßlosen Angriffen und dem Riss, der durch die Gesellschaft geht. Aber er richtet den Blick auch nach vorn: Wie können wir uns wappnen für kommende Krisen? Wie die erbitterten Gegensätze versöhnen, wie heilen, was unheilbar scheint? Ein bemerkenswert offener, ebenso kritischer wie selbstkritischer Blick auf unser Land in seiner bisher vielleicht größten Bewährungsprobe.

Es ist heute so mit dem russischen Angriffskrieg und der daraus resultierenden Energiekrise und es war vor Kurzem so in der Pandemie, Personen in der Regierung müssen schwierige und unpopuläre Entscheidungen treffen und werden dafür von allen Seiten, zumeist unfair, angegriffen. So ergeht es heute Lauterbach und Habeck und so erging es vor Kurzem noch (unter anderem) Jens Spahn. Ich gebe zu, ich bin kein Fan von Spahn als Politiker, aber dieses Buch hat mich tief beeindruckt. Denn hier schildert er nicht nur die immense Arbeit, die die Pandemie der kompletten Regierung abverlangt hat, vor allem ihm als Gesundheitsminister, sondern er erzählt auch über die Fehler, die begangen wurden, auch von ihm selbst. Und je mehr man liest, um so mehr sieht man ein, wie undankbar so eine Aufgabe sein kann. Kann ich nur weiterempfehlen. Wäre schön, wenn genau die Personen es lesen würden, die sich jeden Tag in den sozialen Medien über die Entscheidungen der Regierung auslassen.

Hardcover / Heyne / 304 Seiten / € 18.-