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Lars-Broder Keil war als Journalist seit 1989 u. a. für das Auslandsmagazin Freie Welt, DIE ZEIT und Welt am Sonntag tätig, seit 2001 ist er Redakteur im Ressort Innenpolitik der WELT mit Schwerpunkt Zeitgeschichte und historische Serien. Daneben publiziert er Bücher, vorwiegend zu zeithistorischen Themen. Sven Felix Kellerhoff war als Journalist u. a. für die Berliner Zeitung, die Badische Zeitung und den Bayerischen Rundfunk tätig. Seit 1997 arbeitet er bei der WELT, seit 2003 dort als Leitender Redakteur für Zeit- und Kulturgeschichte, seit 2012 zusätzlich als Leiter des History Channel WELTGeschichte. Beide zusammen haben sich einem düsteren Abschnitt der deutschen Geschichte gewidmet, dem Schießbefehl der DDR an der Berliner Mauer und seiner Opfer. Das Buch "Mord an der Mauer" ist bei WBG Theiss erschienen.

Über eine Stunde lang liegt Peter Fechter angeschossen im Todesstreifen der Mauer. Bis ihn Angehörige der ostdeutschen Volkspolizei endlich bergen, kommt jede Hilfe zu spät: Mauerschützen sind für den Tod des jungen DDR-Flüchtlings verantwortlich. Am 17. August 1962, mit gerade einmal 18 Jahren, verblutet er im Rampenlicht der Weltöffentlichkeit.

Weit mehr als eine Stunde dauerte das öffentliche Sterben des 18-jährigen Peter Fechter. Er wurde dabei von vielen Zeugen beobachtet, fotografiert, ja, sogar gefilmt. Sein Schicksal machte ihn zur Symbolfigur für die Menschenverachtung des Unrechtsstaates DDR und löste anhaltendes Entsetzen aus - auf beiden Seiten der Mauer.

Am 17. August 1962, also vor sechzig Jahren, wagte der 18jährige Peter Fechter und ein Arbeitskollege den Fluchtversuch in den Westen. Während es seinem Kollegen gelang, die Mauer zu überwinden, wurde auf Fechter ohne Vorwarnung geschossen. Er fiel zurück auf den Todesstreifen, wo er eine Stunde lang lag und um Hilfe schrie. Von der einen Seite sahen die NVA-Soldaten tatenlos zu, von der Westseite der Bundesgrenzschutz, die Berliner Polizei und amerikanische Soldaten. Niemand half Peter Fechter. Das Buch "Mord an der Mauer" schildert so präzise wie noch nie zuvor, was genau an jenem Tag passiert ist. Das liest sich spannend, ist berührend und macht, auch sechzig Jahre nach den Geschehnissen, immer noch wütend. Ein großartiges und wichtiges Buch. Unbedingt lesen.

Hardcover / WBG Theiss / 176 Seiten / € 22.-