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George A. Romero wird immer als Mitbegründer des modernen Horrorfilms bekannt sein. Sein erster Spielfilm „Die Nacht der lebenden Toten“ setzte Maßstäbe und war der Start für ein Horror-Subgenre, den Zombiefilm. Filme von Romero wie „Crazies“, „Zombie“, „Creepshow“, „Zombie 2 – Das letzte Kapitel“ oder „Land of the Dead“ haben seit langer Zeit Kultstatus. Und so langsam verschwinden seine Filme auch in Deutschland aus den Beschlagnahmelisten, Jahrzehnte lang waren sie hier bei uns nicht offiziell zu bekommen. Zu fast allen Filmen schrieb Romero die Drehbücher selbst. Als Autor schrieb er Bücher zu seinen Filmen wie „Zombie“ oder „Martin“, jeweils mit Susan Sparrow oder Comics wie „Empire of the Dead“ von Marvel. Als Romero 2017 verstarb, arbeitete er gerade an einem Roman mit dem Titel „The Living Dead“, konnte ihn aber nicht vollenden. Dafür wurde Daniel Kraus engagiert, der Zugriff auf die Notizen Romeros bekam und so das Buch zu Ende schrieb. Der Heyne Verlag hat „The Living Dead“ als deutsche Ausgabe veröffentlicht.

Es beginnt mit einem Toten, der sich plötzlich von der Bahre erhebt und zwei Pathologen angreift. Schnell breitet sich das Phänomen über das ganze Land aus: In einer Wohnwagensiedlung im Mittleren Westen müssen eine junge Schwarze und ein muslimischer Einwanderer gegen ihre toten Freunde kämpfen, die aus ihren Gräbern hervorgekrochen sind. Auf einem Flugzeugträger der US Navy verstecken sich die überlebenden Seeleute vor ihren untoten Kameraden. Ein einsamer Nachrichtensprecher sendet weiter, bis seine wiederauferstandenen Kollegen kommen, um ihn zu zerfleischen. In Washington, D.C., dokumentiert eine autistische Bundesbeamtin die Ausbrüche für eine Nachwelt, die es vielleicht nie geben wird. Im ganzen Land kämpfen die Lebenden gegen die Toten.

Meine erste Begegnung mit dem Werk von George A. Romero hatte ich mit etwa vierzehn Jahren, da habe ich das Goldmann Buch zum Film „Zombie“ im Bus auf einer Klassenfahrt gelesen, Was auf Grund der enthaltenen Filmbilder beim Lehrer nicht sonderlich gut ankam. Mit etwa 16 Jahren gewährte man mir Zutritt im Kino, der Film war „Zombie“. Seitdem bin ich ein riesiger Zombie- und Romero-Fan. Im Jahr 2005 fand das „Weekend of Hell“ in Münster statt, die erste Ausgabe einer Horror-Convention mit vielen Stargästen. Einer davon war George A. Romero und ich hatte tatsächlich die Möglichkeit, mich etwa fünfzehn Minuten lang mit ihm zu unterhalten. Er war nicht nur ein netter, bescheidener Kerl, sondern hatte sichtlich Spaß daran, sich über seine Filme zu unterhalten. Natürlich war ich immens gespannt darauf, wie sein erster und einziger Roman sein würde. Nach der ersten Seite von „The Living Dead“ hatte mich die Story bereits gepackt. Die Geschichte schildert die ersten Tage der Zombie-Apocalypse, beschreibt verschiedene Menschen bei ihren ersten Begegnungen mit den Untoten, bis sich ihr Weg schließlich kreuzt. Wie in seinen Filmen übt Romero und auch Daniel Kraus offen Sozialkritik, on in Bezug auf Rassismus, oder dem Kleinhalten der Unterschicht, Und es zeigt sich, wie die Oberschicht im Falle der Apocaplypse kläglich versagt. Dabei wird der Horror durch die Zombies nicht außer acht gelassen und es gibt auch einige explizite Abschnitte im Buch, das Hauptaugenmerk liegt aber auf einzelnen Schicksalen. Das liest sich prima, der detaillierte Stil lässt den Leser komplett in die Story eintauchen und verfolgen, wie sich das Schicksal der Menschheit verändert. Großartiges Buch, das ich sehr gern weiterempfehle.

Softcover / Heyne Verlag / 912 Seiten / € 16,99